Otto Jaag
Otto Jaag wuchs in äusserst bescheidenen Verhältnissen auf. Schliesslich aber konnte er dank einem Darlehen von privater Seite das ersehnte Studium der Naturwissenschaften an der Universität Genf absolvieren. Er schloss es im Jahre 1929 mit einer Dissertation über „Experimentelle Untersuchungen der Flechten“ erfolgreich ab. Danach arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter und ab 1933 als Privatdozent für Hydrobiologie und Kryptogamen-Kunde im ETH-Institut für Spezielle Botanik.
Mit 41 Jahren wurde Jaag ausserordentlicher Professor an der ETH Zürich und 1952 Direktor der Eawag. Unter Otto Jaags initiativer Leitung erweiterte sich der Aufgabenbereich der Eawag rasch in die Richtung eines umfassenderen Umweltschutzes.
In den Jahren 1952-1954 hatte er als Präsident der ausserparlamentarischen Kommission zur Ausarbeitung des eidgenössischen Gewässerschutzgesetzes von 1955 massgeblichen Anteil an der verfassungsmässigen Verankerung und gesetzlichen Ausgestaltung des Gewässerschutzes (Gewässerschutzgesetz der Schweiz [pdf]) in der Schweiz. Sie wurde 1953 mit einer Mehrheit von über 80% der Stimmbürger angenommen.
Auf internationaler Ebene war er lange Zeit als ständiger Experte der Weltgesundheitsorganisation WHO, der OECD, der Wirtschaftskommission für Europa und des Europarates tätig.

