Abteilung Verfahrenstechnik

Water Hub im NEST


Der Water Hub ist der Beitrag der Eawag innerhalb der Forschungsplattform NEST, in der Forschende und Industriepartner neue Bautechnologien unter realistischen Bedingungen testen. Der Water Hub ist ein experimenteller Standort, der es Eawag-Forschenden ermöglicht, Abwasser getrennt zu sammeln und Technologien für dessen Aufbereitung zu entwickeln und vorzuzeigen. Mit der Trennung von Abwasser an der Quelle wird es möglich, Ressourcen gezielt zu rezyklieren (ähnlich wie bei der Trennung von Abfällen, wie Metall, Glas, Kunststoffe usw.).

 

Aus der Expertise in Bezug auf die Nährstoffgewinnung aus der Abwasseraufbereitung ist der Eawag Spin-off Vuna GmbH entstanden. Dabei konzentriert sich das Projektteam auf drei Recycling-Technologien:

 

  • Urin: das NEST recycelt Nährstoffe und produziert seinen eigenen Dünger "Aurin".
  • Grauwasser: gereinigtes Abwasser aus Küche und Bad soll wiederverwendet werden.
  • Fäkalien: Gepresster und getrockneter Fäkalschlamm dient der Energiegewinnung.

 

 

Recycling von Nährstoffen aus Urin

Mit dem Ziel, die Vermarktung eines urinbasierten Düngers zu fördern, hat das Forschungsteam eine Urinaufbereitungsanlage im NEST installiert. Die Anlage basiert auf der bestehenden VUNA-Pilotanlage „Vollständige Nährstoffrückgewinnung“ im Forum Chriesbach in Dübendorf, soll jedoch durch Zusatzmodule erweitert werden. Zudem wird ein Computermodell in Verbindung mit den Ergebnissen aus der Pilotanlage verwendet, um das gesamte Urinbehandlungsverfahren im Hinblick auf Energieverbrauch, Kosten, Wartungsaufwand und Prozesssicherheit zu optimieren.

Aufbereitung und Nutzung von Grauwasser

Mit der Aufbereitung und Nutzung von Grauwasser wird rund 50% Frischwasser gespart, wenn das aufbereitete Wasser eine genügende Qualität nicht nur für die Toilettenspülung, sondern auch fürs Waschen, Reinigen und Bewässern aufweist. Im Water Hub wird ein neuartiges Grauwasserbehandlungsverfahren eingesetzt: die „Schwerkraftbetriebene Membran-Filtration“ in Kombination mit einer biochemischen Nachbehandlung. Dieses neuartige Aufbereitungsverfahren wird mit Direktmessungen der Wasserqualität im zukünftigen Grauwasser-Verteilsystem überwacht und gesteuert. Sobald die Wasserqualität die harten Tests bestanden hat, wird das gereinigte Grauwasser zum Waschen von Wäsche oder zum Duschen freigegeben. Vorerst nicht als Trinkwasser.

Energiegewinnung aus Fäkalien

Die mangelhafte oder gar nicht vorhandene Behandlung und Aufbereitung von Fäkalschlamm ist ein weltweites Problem. Das grösste Hindernis ist dabei die Entwässerung von Fäkalschlamm. In diesem Projekt gewinnen wir grundlegende Kenntnisse in der Fäkalschlammentwässerung. Der Fäkalschlamm wird zu Pellets gepresst und getrocknet, damit er als Energiequelle dienen kann. Ein neuer Pelletofen soll das NEST im Winter zukünftig mit gepressten Fäkalpellets heizen.

Dokumentationen

Weitere Informationen zum Water Hub erhalten Sie in den unten aufgeführten Artikeln und Publikationen.

Konferenzbeiträge

Publikationen

Larsen, T. A.; Hoffmann, S.; Lüthi, C.; Truffer, B.; Maurer, M. (2016) Emerging solutions to the water challenges of an urbanizing world, Science, 352(6288), 928-933, doi:10.1126/science.aad8641, Institutional Repository

Team

Projektteam

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Dr. Kai UdertTel. +41 58 765 5360E-Mail senden
Dr. Tim JulianTel. +41 58 765 5632E-Mail senden
Jakob EugsterTel. +41 58 765 5043E-Mail senden
Bastian EtterTel. +41 58 765 5048E-Mail senden
Nathalie HubauxTel. +41 58 765 6414E-Mail senden
Angelika HessTel. +41 58 765 5125E-Mail senden
Dr. Sara BeckTel. +41 58 765 5101E-Mail senden
Dr. Wouter PronkTel. +41 58 765 5381E-Mail senden