Abteilung Umweltchemie

NAWA SPEZ II

Probenahmen im Tessin

Die Verschmutzung unserer Gewässer mit organischen Spurenstoffen stellt eine Herausforderung für den Gewässerschutz dar. Ein Teil dieser Belastung stammt von diffusen Einträgen aus der Landwirtschaft. Das Bundesamt für Umwelt BAFU und die Kantone haben mit der Nationalen Beobachtung Oberflächengewässerqualität NAWA ein Messprogramm geschaffen, um den Zustand und die Entwicklung der Schweizer Oberflächengewässer beurteilen zu können. Im Rahmen dieses Messprogramms legt das Projekt NAWA SPEZ II den Fokus auf die diffuse Pflanzenschutzmittel-Belastung in kleinen Fliessgewässern in landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebieten. Es wurden fünf Messstellen mit intensiver Landnutzung in fünf verschiedenen Kantonen ausgewählt (Kanton, Gewässer, Landnutzung):

  • TG, Eschelisbach: Obst und Beeren
  • BL, Weiherbach: Gemüse und Ackerbau
  • BE, Kanal im Brüttelermoos: Gemüse und Ackerbau
  • VS, Torrent Tsatonire: Rebbau
  • TI, Canale Bonfica: Gemüse (auch Gewächshäuser) und Ackerbau

Im Zeitraum März bis August 2015 wurden dort zeitlich hochaufgelöst Wasserproben genommen (Halbtagesmischproben). So können die tatsächlichen Spitzenkonzentrationen erfasst werden. Die Wasserproben werden zur Zeit auf die meisten in der Schweiz zugelassenen Pflanzenschutzmittel analysiert. Dabei werden über 220 pestizide und biozide Substanzen bzw. deren Abbauprodukte erfasst, darunter 120 Herbizide, 55 Fungizide und 41 Insektizide. Mit dieser Strategie kann ein möglichst vollständiges Bild der Belastungssituation gewonnen werden.