Regionale Wasserversorgung Basel-Landschaft 21

Mit dem Projekt «Regionale Wasserversorgung Basel-Landschaft 21» werden bestehende Belastungssituationen und Gefährdungen des Grund- und Trinkwassers sowie strukturelle Defizite in Wasserversorgungen in verschiedenen Modellgebieten des Kantons Basel-Landschaft ermittelt und daraus spezifisch für den Kanton angepasste Lösungen und Konzepte zur Sicherung der Trinkwasserqualität erarbeitet.

Der Kanton Basel-Landschaft ist geprägt durch urbane Gebiete in den Tälern und landwirtschaftliche Gebiete und Wälder in den Hügeln. Diese räumliche Struktur hat Auswirkungen auf die Struktur der Wasserversorgungen und auf die Qualität des Grund- und Trinkwassers. Je nach Art der Wasserversorgung bestehen deshalb sehr unterschiedliche Herausforderungen: Von den mikrobiellen Belastungen im Rohwasser aus Landwirtschaftsgebieten bis zur Spurenstoffbelastungen aus Kläranlagen oder von früheren Ablagerungen im urbanen Umfeld. Für die Bewältigung dieser Herausforderungen stossen insbesondere die kleinräumig gewachsenen Organisationsstrukturen in der regionalen Wasserversorgung an ihre personellen und finanziellen Grenzen.

Das Projekt "Regionale Wasserversorgung Basel-Landschaft 21" geht in fünf Teilprojekten auf diese spezifischen Herausforderungen ein.

Teilprojekte

  • In Wasserversorgungen mit Karstquellen wird die mikrobiologische Trinkwassersicherheit beurteilt. Neben dem Einfluss unterschiedlicher meteorologischer Randbedingungen auf den Eintrag von mikrobiologischen Verunreinigungen werden kritische Betriebszustände analysiert. Für die mikrobiologische Analyse der Roh- und Trinkwasserqualität kommt unter anderem die an der Eawag weiterentwickelte Messmethode der Fliesszytometrie zum Einsatz.
  • Die Qualität von Grundwasser aus flussnahen Trinkwasserfassungen kann durch die Infiltration von chemisch oder mikrobiell belastetem Oberflächenwasser qualitativ beeinträchtigt werden. In verschiedenen Modellgebieten im Kanton BL werden deshalb Fluss-Grundwasser Interaktionen unter natürlichen (z.B. Hochwasser) oder betrieblichen Randbedingungen untersucht. Ferner wird der Einfluss von Flussrevitalisierungsmassnahmen auf die Grundwasserqualität untersucht. Anhand von Laborexperimenten wird für die unterschiedlichen Rohwässer die adäquate Aufbereitung ermittelt.
  • Im Trink­wasser-Gewinnungsgebiet Hardwald wird ein adaptives Grundwassermanagement entwickelt, welches auf bestehenden/neuen hydrogeologischen Kenntnissen sowie auf chemischen Analysen in den Trinkwasserbrunnen sowie bei der Passage des Oberflächenwassers in den Untergrund aufbaut.
  • Für die Trinkwasseraufbereitung im Hardwald wird der mögliche Nutzen einer zusätzlichen Aufbereitungsstufe als Ergänzung zur Aktivkohlefiltration evaluiert. Alternativ zur Trinkwassergewinnung aus den bestehenden Brunnen wird die Option geprüft, direkt Rheinwasser zu Trinkwasser aufzubereiten.
  • Für die Weiterentwicklung der organisatorischen Strukturen der Wasserversorgungen werden aufgrund einer Situationsanalyse in verschiedenen Modellregionen die naturräumlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen für die regionale Wasserversorgung analysiert, Defizite in der Wasserversorgung identifiziert und alternative Organisationsformen evaluiert.

Damit die Erkenntnisse aus dem Projekt im Kanton gut verankert werden, wird in einem sechsten Teilprojekt "Integration und Ausbildung" der Wissenstransfer in die kantonalen Fachstellen sowie zu den Gemeinden und in die Ingenieurbüros sichergestellt. Ein wichtiger Teil der Wissensverankerung bildet die Zusammenarbeit mit den Wasserversorgungen in den Modellgebieten.