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Bei der ökotoxikologischen Bewertung von Pharmazeutika stehen die Ausgangssubstanzen im Fokus, weil für die Transformationsprodukte meist keine Daten vorhanden sind. (Foto: Caro/Sorge)

Fehlende ökotoxikologische Daten zu Transformationsprodukten

14. März 2017,

In der Schweiz sind zurzeit über 8000 Pharmazeutika mit mehr als 3000 Wirkstoffen zugelassen. Durch biologische und chemische Abbauprozesse können daraus sogenannte Transformationsprodukte entstehen. Teilweise sind diese für Wasserlebewesen toxischer als die Ausgangssubstanzen oder aufgrund grösserer Mobilität ähnlich problematisch. Forschende des Ökotoxzentrums Eawag-EPFL und der Eawag zeigen in einer Fallstudie, dass es für eine Bewertung der Umweltrisiken von Transformationsprodukten dringend mehr Daten braucht. Zwar gibt es strukturbasierte Modelle, mit denen sich anhand der Toxizität der Ursprungssubstanz auf jene der Transformationsprodukte schliessen lässt. Jedoch sollten diese mit grösseren Datensätzen validiert werden. Die Forschenden empfehlen daher, bei Verfahren zur Zulassung neuer Chemikalien derzeit systematisch auch Daten zur ökotoxikologischen Wirkung der Transformationsprodukte zu erfassen und zugänglich zu machen. Erst dadurch sei es möglich, die verschiedenen Bewertungsmethoden ausreichend zu vergleichen und entsprechende Handlungsempfehlungen abzugeben.

Erstellt von Andres Jordi