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Fische von den Turbinen fernhalten

12. Dezember 2013,

Fischtreppen oder naturnahe Umgehungsgerinne ermöglichen Nasen, Barben und Co. Wasserkraftwerke zu passieren und flussaufwärts zu wandern. Flussabwärts funktionieren diese Einrichtungen leider nicht. Die Fische folgen der Strömung und geraten in die Turbinen. Nun untersucht ein gemeinsames Projekt des Kraftwerk-Verbandes der Aare-Rheinwerke (VAR), der ETH-Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW) und der Eawag, mit welchen Massnahmen der Fischabstieg bei grösseren Flusskraftwerken verbessert werden kann, möglichst ohne dabei die Stromproduktion zu schmälern.

In Modellversuchen an der VAW wird – teilweise mit lebenden Fischen – zurzeit untersucht, wie die Fische mit speziellen Rechen „umgeleitet“ werden können. Die ersten Resultate sind erfolgversprechend. Ähnliche Lösungen werden im realen Massstab in den USA bereits eingesetzt. Doch sie können nicht einfach auf die mitteleuropäischen Verhältnisse übertragen werden. Dortige Flüsse führen weniger Schwemmholz und Kiesfrachten mit sich. Einige Anlagen sind auch um ein vielfaches größer und haben andere Fallhöhen. Vor allem aber konzentrieren sich in den USA die Massnahmen auf wirtschaftlich interessante Wanderfische wie die Lachse; ortsansässige Arten werden weniger berücksichtigt. Im Gegensatz dazu verfolgt die Schweiz mit dem aktuellen Gewässerschutzgesetz einen viel weitergehenden Anspruch: „Wir sind bestrebt, den Fischabstieg für möglichst alle Arten zu ermöglichen. Das ist eine weitaus grössere Herausforderung, da jeder Fisch individuelle Verhaltensweisen zeigt“, erklärt Fischbiologe Dr. Armin Peter von der Eawag.

Fische von den Turbinen fernhalten

Versuchskanal der ETH Hönggerberg

Schema der Versuchsanordnung

Erstellt von Andri Bryner