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Wald-Wiesenvögelchen, Vladimir Sazonov/Shutterstock.com

Invasive Neophyten bedrohen Schmetterlinge in der Schweiz

8. September 2017,

Eingeschleppte Pflanzen, die sich zum Beispiel entlang von Gewässern stark verbreiten, sind eine Gefahr für die Biodiversität. Basierend auf Daten des Biodiversitätsmonitorings haben WSL, Eawag und das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Halle untersucht, welchen Einfluss 31 invasive Neophyten auf die Schmetterlinge in der Schweiz haben. Das Resultat: Die lokale Vielfalt der Schmetterlinge nimmt mit zunehmender Anzahl invasiver Neophytenarten ab. Keine einzige Schmetterlingsart scheint von den nicht einheimischen Pflanzen zu profitieren; vielmehr ist rund ein Viertel der Schmetterlingsarten von Neophyten negativ betroffen.

Betroffen sind vor allem weniger mobile Schmetterlingsarten. Der Grund dafür könnte sein, dass ihre Raupen die Futterpflanzen weniger gut erreichen, wenn diese durch invasive Neophyten verdrängt werden. Die nahe Verwandtschaft der besonders stark betroffenen Arten weist zudem darauf hin, dass gewisse Verwandtschaftsgruppen der Schmetterlinge besonders sensibel reagieren auf invasive Neophyten. Invasive Neophyten könnten so die phylogenetische Diversität von Schmetterlingslebensgemeinschaften reduzieren. Auch regional sind die Standorte der besonders sensiblen Arten stärker betroffen. Dies sind v.a. die Berggebiete der Schweiz (Jura, Südschweiz, Alpen). Zudem scheint sich die Anwesenheit invasiver Neophyten auf Schmetterlinge eher an kühlen Standorten in Waldnähe, in Gebieten mit wenig Feuchtgebietsflächen und in Gebieten mit einer hohen Anzahl Frosttage pro Jahr auszuwirken. Das sind alles Standorte mit sowieso eher ungünstigen Bedingungen für Schmetterlinge, wo nun die invasiven Neophyten die Verfügbarkeit der Ressourcen noch weiter vermindern. (Textquelle: Informationsdienst Biodiversität Schweiz)

Originalartikel

Gallien L. et al. (2017): Invasive plants threaten the least mobile butterflies in Switzerland. Diversity and Distributions 23(2), 185-195. https://doi.org/10.1111/ddi.12513

Erstellt von Andri Bryner