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Eawag erneut zum Kooperationszentrum der Weltgesundheitsorganisation ernannt

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat der erneuten Ernennung der Eawag zu einem «Kooperationszentrum der WHO für Wasser und Siedlungshygiene in Entwicklungsländern» zugestimmt. Die Eawag ist eines von 21 solcher Zentren in der Schweiz und von 281 in Europa. Forschende aus den 12 Abteilungen der Eawag werden durch das Kooperationszentrum mit der WHO an gemeinsamen Aktivitäten in den Bereichen Wasser, Hygiene und globale Gesundheit mitwirken.

Im September 2016 erhielt die Eawag die Bestätigung ihrer erneuten Ernennung als Kooperationszentrum der WHO für weitere vier Jahre. Die erste Ernennung der Eawag erfolgte 2012 in Anerkennung ihrer Fachkompetenz in den Bereichen Feststoffabfälle, Wasser und Siedlungshygiene für Entwicklung und für ihre Einwilligung, Arbeiten zur Unterstützung von WHO-Zielen auszuführen. Die Ernennung der Eawag folgte auf die 1968 erfolgte Gründung des «Internationalen Referenzzentrums zur Abfallentsorgung», aus dem später die Abteilung für Wasser und Siedlungshygiene in Entwicklungsländern (Sandec) wurde. Vor Kurzem änderte die Sandec ihren Namen in Abteilung Siedlungshygiene und Wasser für Entwicklung, um ihren Zweck als Abteilung für angewandte Forschung besser widerzuspiegeln.

«Das Referenzzentrum wurde 1968 als Wissenshub und Dokumentationszentrum ins Leben gerufen», erklärt Christian Zurbrügg, Mitglied der Direktion und Gruppenleiter Sandec. «Unter der Führung von Roland Schertenleib verlagerte das Referenzzentrum den Fokus 1975 auf die Forschung, mit dem erklärten Ziel, zur globalen Evidenzbasis Wasser, Sanitäranlagen und Hygiene (WASH) beizutragen. Dies war die Geburt der Abteilung Sandec und führte zu unserer Rolle als Zusammenarbeitszentrum der WHO.»

Zusammenarbeit mit Fokus auf sauberem Trinkwasser und nachhaltiger Abwasserentsorgung

Die Zusammenarbeit der WHO und Eawag wird sich in dieser nächsten Phase unter der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung allgemein auf das Thema sauberes Wasser und nachhaltige Abwasserentsorgung konzentrieren. Die Aktivitäten dieser Kooperation sind auf die vier Bereiche Wissenstransfer, Gender und WASH, Trinkwasserqualität und urbane Abwasserentsorgung aufgeteilt.

«Eines unserer Arbeitsgebiete sind unsere Bemühungen, zur ersten Ausgabe der WHO-Richtlinien für Siedlungshygiene beizutragen. In den nächsten vier Jahren werden wir fachlichen Input liefern, Sektor-Erfahrungen einbringen, bei der Verbreitung der Richtlinien Unterstützung bieten und Ländern bei deren Umsetzung zur Seite stehen», erklärt Christoph Lüthi, Abteilungsleiter von Sandec.

Die Gruppenleiterin Sara Marks beschreibt die Arbeit ihrer Gruppe als Fokussierung auf die Entwicklung und Felderprobung von Wasserqualitäts-Prüfungskits und Überwachungsprogrammen zur Ergänzung von «Water Safety Plans», die in risikobasierte Abhilfestrategien einfliessen. «Diese Aktivitäten werden beispielsweise im Rahmen einer laufenden Feldstudie von Wasserversorgungssystemen im westlichen Teil von Nepal in Zusammenarbeit mit HELVETAS und dem Programm REACH: Wassersicherheit für die Armen stattfinden», sagt sie.

Zu den Kooperationszentren der WHO gehören Forschungsinstitute, Hochschulfakultäten und andere Organisationen, die vom Generaldirektor mit der Ausführung von Aktivitäten zur Unterstützung der Programme der Organisation betraut werden. Derzeit gibt es weltweit über 700 WHO Zusammenarbeitszentren, die in Bereichen wie Krankenpflege, Arbeitsmedizin, übertragbare Krankheiten, Ernährung, psychische Gesundheit, chronische Krankheiten und Gesundheitstechnologien mit der WHO kooperieren.

Erstellt von Stephanie Engeli