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Millionen von Vietnamesen trinken arsenverseuchtes Trinkwasser

17. Januar 2011,

Gesundheitsgefährdende Konzentrationen von Arsen und anderen toxischen Elementen könnten laut einer Studie das Trinkwasser von sieben Millionen Bewohnern des Delta des Roten Flusses in Vietnam kontaminieren. Forschern ist seit über zehn Jahren bekannt, dass das Grundwasser in Teilen Südostasiens natürlich vorkommendes Arsen enthält, und zwar in Konzentrationen, die über dem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegten unbedenklichen Maximalwert liegen..

Michael Berg und Lenny Winkel von der Eawag und Kollegen von der Hanoi University of Science analysierten Proben aus 512 privaten Grundwasserbrunnen aus der gesamten Deltaregion einschliesslich der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi. Die Autoren berichten, dass die Arsenkonzentration in 27 % der getesteten Brunnen über dem WHO-Standard liege, und dass 44 % der Brunnen gesundheitsgefährdende Konzentrationen des Elements Mangan enthielten, die zu einer Störung der neurologischen Entwicklung bei Kindern führen können. Die Forscher entwickelten ausserdem ein mathematisches Modell, mit dem anhand geologischer Daten dreidimensionale Kontaminations-«Risikokarten» erstellt werden können. Seit über hundert Jahren pumpt die wachsende Bevölkerung von Hanoi tiefe Grundwasserleiter an, die unterhalb des arsenverseuchten Grundwassers liegen. Diese Praxis, so die Autoren, habe aber dazu geführt, dass das Arsen tiefer sickere und auch die Trinkwasservorräte der Stadt verunreinige. Die Situation in Vietnam verdeutlicht den Autoren zufolge die Langzeitfolgen der Wassergewinnung aus tieferen Quellen. Andere Trinkwasserressourcen und Technologien zur Wasseraufbereitung würden eine nachhaltigere Strategie darstellen.

Erstellt von Andri Bryner