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Das konventionelle System zur Wasserversorgung und Abwasserentsorgung eignet sich nicht für eine nachhaltige Zukunft. Foto: Max Maurer

Neue Konzepte für das Wassermanagement in urbanen Räumen

20. Mai 2016,

Eine alternde Infrastruktur, die wachsende Weltbevölkerung und die zunehmende Urbanisierung verlangen nach neuen Ansätzen bei der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. Das konventionelle System mit Trinkwasserleitungsnetz, Kanalisation und zentraler Kläranlage, das sich bis jetzt in Industrieländern bewährt hat, eignet sich für eine nachhaltige Zukunft nicht, was sich insbesondere in den urbanen Regionen Afrikas und Asiens zeigt. Forschende der Eawag plädieren in der Zeitschrift «Science» für neue, ressourcenschonende Ansätze. Um den Wasserverbrauch zu senken, fordern sie unter anderem, gebrauchtes Wasser aufzubereiten und weiterzuverwenden sowie bei der Abwasserreinigung effizientere Technologien einzusetzen. Mit einer Trennung der Abwasserströme unmittelbar am Entstehungsort liesse sich überdies die weitere Behandlung vereinfachen, aus dem Urin Nährstoffe zurückgewinnen und mit der Verbrennung der Fäkalien Energie erzeugen. Mit der Blue Diversion Toilet und dem Projekt Vuna  weist die Eawag bereits einige Erfahrung mit solchen Verfahren auf. Weitere Praxistests erfolgen nun im Water Hub des modularen Experimentalgebäudes Nest in Dübendorf. Die Forschenden sprechen sich zudem für dezentrale Systeme aus, die kurzfristig und je nach Bedarf lokal installiert werden können und keine milliardenschweren Investitionen bedingen. Neben den technischen Lösungen brauche ein zukunftsfähiges Wassermanagement vielerorts auch dringend institutionelle und organisatorische Reformen sowie eine engere Zusammenarbeit zwischen Forschung, Politik und Praxis. Das strategische Programm Wings wird diese Lücke schliessen und neue sozio-technologische Lösungen entwickeln, die vergleichbar sind zu netzwerkbasierten Systemen.   


Erstellt von Andres Jordi