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Das Abwasserbehandlungsprojekt in Asselda (Marokko) versorgt die Einwohner sowie die Obstplantagen mit sauberem Wasser.

Projekt von Eawag-Mitarbeiter Bouziane Outiti für Energy Globe Award nominiert

7. November 2016,

Eawag-Mitarbeiter Bouziane Outiti ist mit seinem Abwasserbehandlungsprojekt in Marokko für den Energy Globe World Award 2016 nominiert. Der Award wird am 10. November an der Weltklimakonferenz in Marrakech vergeben und soll zeigen, dass es für viele Umweltprobleme bereits nachhaltige und innovative Projekte gibt, die unsere Ressourcen schützen.

Jedes Jahr wird der renommierte «International Energy Globe Award» für nachhaltige und innovative Projekte in den fünf Kategorien Erde, Feuer, Wasser, Luft und Jugend vergeben. Das Beste der fünf Gewinnerprojekte erhält zudem den «Energy Globe World Award». Dieses Jahr findet die Verleihung am 10. November im Rahmen der Weltklimakonferenz in Marrakech statt. Eine internationale Jury hat rund 2000 Bewerbungen aus 178 Ländern beurteilt und 17 Projekte als besonders nachhaltig und innovativ nominiert. Einer der drei Nominierten in der Kategorie Erde ist Eawag-Mitarbeiter Bouziane Outiti mit seinem Abwasserbehandlungsprojekt in den marokkanischen Berberdörfern um Asselda. Als Präsident des Vereins «Association Maroco-Suisse pour l’environnement et le développement» A.M.S.E.D. durfte er für dieses Projekt bereits Anfang Juni den nationalen Energy Globe Award Marocco entgegennehmen.

Die beiden Dörfer liegen rund 50 km südlich von Marrakech und zählen 1200 Einwohner, die überwiegend von der Landwirtschaft leben. Vor der Initiierung des Projektes floss das unbehandelte Abwasser aus den Haushalten direkt in die Landwirtschaftszone und in den benachbarten Fluss. Dadurch wurde nicht nur die Umwelt verschmutzt, sondern auch die Gesundheit der Bewohner beeinträchtigt. Heute wird das Abwasser in einer Kläranlage behandelt und das gereinigte Wasser kann für die Bewässerung von Obstbäumen eingesetzt werden. Bouziane Outiti erklärt: «Das System beruht auf einer Kombination aus einer Schilfanlage und einem Abwasserteich. Mit Ausnahme des selbstauslösenden Siphons zur abwechselnden Beschickung der Pflanzenfilter und der Solarpumpe zur Bewässerung der Obstplantagen benötigt die Kläranlage weder mechanische Einrichtungen noch externe Energiezufuhr. Zudem ist die Anlage weitgehend frei von Geruchsemissionen. Diese Verfahrenskombination ist eine Neuheit in Marokko.» Laut Outiti ist die im Februar 2015 in Betrieb genommene Anlage mittlerweile auch erfolgreich an die Gemeinde übergeben worden und wird vom Innenministerium finanziell unterstützt. «Für den Unterhalt haben wir eine professionelle Firma gefunden und wir führen mit dem Verein zweimal jährlich Qualitätskontrollen durch» erzählt Bouziane Outiti weiter, «wir sind sehr zufrieden mit der guten Zusammenarbeit zwischen Staat, Gemeindeverwaltung, privater Firma und unserem Verein und freuen uns an der Verleihung dabei sein zu dürfen.»

Mehr Informationen über die nominierten Projekte sowie über den Energy Global World Award unter www.energyglobe.info. Dort kann auch die Verleihung der Preise am 10. November live verfolgt werden.

Erstellt von Martina Schürmann