Das Projekt

Einst schlängelte sich der Chriesbach in Dübendorf vor der Einmündung in die Glatt natürlich durch die Landschaft  (siehe Karte von 1667 / Hans Konrad Gyger). Häufig überflutete er die nahen Felder. Im Zuge des Autobahnbaus Ende der 1970er-Jahre wurde der Chriesbach darum abgesenkt und hart verbaut. Danach war er ein eintöniger Kanal. Dank des Aufwertungsprojekts fand er zu einer natürlichen Form zurück und erwachte zu neuem Leben– und dies ohne Abstriche beim Hochwasserschutz.

Sitzgelegenheiten und Zugänge zum Wasser

Der Chriesbach verbindet die Lebensräume von Tieren und Pflanzen entlang seines Laufs mit denen der Glatt, in die er mündet. Er erfüllt damit eine wichtige ökologische Vernetzungsfunktion. Die Aufwertung des Chriesbachs beseitigt Wanderhindernisse für Fische und ermöglicht die Entstehung von neuen, vielfältigen Lebensräumen für Wasserlebewesen. Der Bach wurde aber auch für Erholungssuchende attraktiver – dank Sitzgelegenheiten und Zugängen zum Wasser. Am Hauptsitz der Eawag entstanden am Chriesbach ein Freiluftlabor, zwei Teiche und verschiedene Messeinrichtungen für Ausbildung, Forschung, Öffentlichkeit und für den Kanton.

Rodungen unerlässlich– Neubepflanzung nach Abschluss der Bauarbeiten

Aufgewertet wurde der Chriesbach auf einer Länge von gut 900 Metern. Die Bauarbeiten erfolgten in drei Etappen. Eine erste Etappe zwischen der neuen Brücke der Glattalbahn bis 100 m westlich der Brücke Neugutstrasse wurde vorgezogen und bereits 2010 zusammen mit einem neuen Stück Rad- und Gehweg entlang des Baches umgesetzt. Die zweite Etappe umfasste den verbleibenden unteren Abschnitt bis zur Mündung in die Glatt und wurde im Winter 2012/2013 umgesetzt. Diedritte, obere Etappe umfasste den Abschnitt von der Brücke Kriesbachstrasse/Dübendorf bis zur neuen Brücke der Glattalbahn (Höhe Neugut). In Mündungsnähe waren (Teil-)Rodungen am bestehenden Ufergehölz unerlässlich. Grössere Bäume blieben davon nach Möglichkeit verschont. ImApril 2014 waren die eigentlichen Bauarbeiten abgeschlossen. Anschliessend wurde der Uferbereich mit standortgerechten Sträuchern und Bäumen neu bepflanzt. Am 16. und 17 Mai 2014 wurde der revitalisierte Abschnitt festlich eröffnet.

Das Aufwertungsprojekt des kantonalen Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) kostete insgesamt knapp 4 Millionen Franken. Der Bund, der naturemade star-Fonds von ewz sowie die Eawag und die Stadt Dübendorf unterstützen das Projekt mit namhaften Beiträgen.

Der revitalisierte Chriesbach bei der Eröffnung im Mai 2014
(Foto: Andres Jordi)

Das 1970 bezogene Eawag-Laborgebäude; im Vordergrund der frisch kanalisierte, abgetiefte und verbaute Chriesbach
(Archiv Eawag).