Otto-Jaag-Gewässerschutzpreis

Der Fonds «Otto-Jaag-Gewässerschutzpreis» wurde 1980, zwei Jahre nach dem Tod von Otto Jaag (1900-1978) und auf dessen Wunsch hin von Elisabeth Jaag-Schenk bei der ETH Zürich eingerichtet, um hervorragende Dissertationen und Masterarbeiten an der ETH Zürich auf dem Gebiet des Gewässerschutzes und der Gewässerkunde auszuzeichnen.

Prof. Dr. Otto Jaag war nicht nur ein schweizweit, sondern auch international anerkannter Gewässerschutzpionier und leitete die Eawag als Direktor von 1952 bis 1970. Der Otto-Jaag-Gewässerschutzpreis wird jährlich am ETH-Tag verliehen. Das Preisgeld beträgt 1'000 Schweizer Franken.

Nominationen

Die Mitglieder des Lehrkörpers der ETH Zürich sind berechtigt Vorschläge für den Otto-Jaag-Gewässerschutzpreis einzubringen. Die Jury besteht aus der Rektorin der ETHZ sowie zwei an der Eawag tätigen ETH-Professoren. Im Moment sind dies Prof. Dr. Sarah Springman, Prof. Jukka Jokela und Prof. Eberhard Morgenroth.

Einreichungstermin

Der Termin zur Einreichung der Vorschläge für den Otto-Jaag-Gewässerschutzpreis ist jeweils am 15. Juni.

Elektronische Bewerbungen

Folgende Bewerbungsdokumente sollen als PDF eingereicht werden:

  • eine kurze Begründung für den Vorschlag
  • die Dissertation oder Masterarbeit
  • nur Dissertationen: Kopie der Referate und Korreferate

Die Dokumente werden als PDF eingereicht an Prof. Jukka Jokela und Prof. Eberhard Morgenroth.

Bewerbungen als Papierkopie

Wird die Bewerbung als Papierkopie eingereicht, so muss die Bewerbung in zweifacher Ausfertigung eingereicht werden. Die Dokumente richten Sie dann bitte an

Prof. Dr. Eberhard Morgenroth
Eawag
Überlandstrasse 133
8600 Dübendorf

oder

Prof. Dr. Jukka Jokela
Eawag
Überlandstrasse 133
8600 Dübendorf

Jukka Jokela und Eberhard Morgenroth werden die Vorschläge aufgrund von wissenschaftlicher Tiefe, Innovation, Relevanz sowie Publikationen evaluieren und zusammen mit dem Rektorat über die Verleihung des Preises entscheiden.

Preisträger und Preisträgerinnen

Aktuelle Preisträgerin

2015

Christoph Moschet hat 2015 den Otto-Jaag-Gewässerschutzpreis für seine Dissertation «Adressing Blind Spots in the Assessment of Pesticides in Surface Waters: A Complete Screening using Trace-Level Mass Spectrometry Techniques and Complementary Sampling Strategies» erhalten.

Liste der Preisträger der vergangenen Jahre

Jahr

PreisträgerIn
Vorname
PreisträgerIn
Name
Dissertation / Diplomarbeit
2014 Lisa SCHOLTEN Multi-criteria decision analysis for water supply infrastructure planning under uncertainty
2013
Francesca
VERONES
Methodologies for the evaluation of water use related impacts on biodiversity within Life Cycle Assessment
2012
Sebastian
STOLL
On the Impact of Climate Change on Groundwater Resources
2011
Saskia
ZIMMERMANN Enhanced Wastewater Treatment by Ozone and Ferrat: Kinetics, Transformation Products and Full-scale Ozonation
2010
Linda
ROBERTS
Arsenic dynamics in groundwater-irrigated and seasonally flooded paddy fields in Bangladesh
2009 Jan Christian MILZOW Hydrological and sedimentological modelling of the Okavango Delta Wetlands, Botswana
2008 Andreas PETER Taste and Odor in Drinking Water: Sources and Mitigation Strategies
2007 David Jérôme DÜRRENMATT Berechnung des Verlaufs der Abwassertemperatur im Kanalisationsrohr

2007

David Christian FINGER Effects of hydropower operation and oligotrophication on internal processes in Lake Brienz
2006      
2005 Anke GÖBEL Occurence and fate of sulfonamide and macrolide antimicrobials in wastewater treatment
2004 Peter BAUER Flooding and salt transport in the Okavango Delta, Botswana: Key issues for sustainble wetland management

2003

Simon DENOTH Zweidimensionale Hochwassersimulation der Elbe zwischen Torgau und Coswig
2002

Marco Cornelis Matheus

JASPERS

Using Reporter Bacteria to Study the Bioavailability of Pollutants in Aqueous Environments

2001 Jacob Leendert HUISMAN Transport and transformation processes in combined sewers
2000 Nina Anke SCHWEIGERT Modes of Action and Toxicity of (Chloro-)Catechol/Copper Combinations
1999      
1998 Thomas BUCHELI Occurrence and behavior of pesticides during storm water infiltration
1997 Barbara BAUMANN Dynamics of Denitrification in Paracoccus denitrificans
1996 Jörg KLAUSEN Abiotic redox transformations of aromatic nitro and amino compounds in suspensions of soil minerais. Laboratory studies in batch and flow -through systems
1996
Michael
GFELLER
Kinetics of Hydrolytic Reactions of Organic Compounds at Soil Mineral-Water Interfaces
1995

Thomas

HOFSTETTER

Kinetics of the reduction of polyhalogenated methanes in model systems

1994 Reto VON SCHULTHESS Die Emission von Lachgas N2O in denitrifizierenden Belebungsanlagen
1993      
1992      
1991 Peter KREBS Modellierung und Verbesserung der Strömung in Nachklärbecken
1990 Paul WERSIN The Fe(II)-CO2 -H2 0 System in Anoxic Natural Waters: Equilibria and Surface Chemistry
1989 Nader AL-AWADHI The Characterization and Physiology of some Thermotolerant and Thermophilic Solvent-Utilizing Bacteria
1988

Markus

KELLENBERGER

Wirbelfallschächte in der Kanalisationstechnik

1987 Alfred WÜEST Ursprung und Grösse von Mischungsprozessen im Hypolimnion natürlicher Seen
1986 Gerhard FURRER Die oberflächenkontrollierte Auflösung von Metalloxiden: Ein koordinationschemischer Ansatz zur Verwitterungskinetik
1985 Hansruedi SIEGRIST Stofftransportprozesse in festsitzender Biomasse
1984      
1983 Andreas FRUTIGER Untersuchungen zur Oekologie der räuberischen Steinfliege Dinocras cephalotes Curtis (Plecoptera: Perlidae) in einem Fliessgewässer der schweizerischen Voralpen
1982      
1981 Hansjörg FRICKER Critical Evaluation of the Application of Statistical Phosphorus Loading Models to Alpine Lakes
1980 Laura SIGG Die Wechselwirkung von Anionen und schwachen Säuren mit a-FeOOH (Goethit) in wässriger Lösung

Über Otto Jaag

Otto Jaag wuchs in äusserst bescheidenen Verhältnissen auf. Schliesslich aber konnte er dank einem Darlehen von privater Seite das ersehnte Studium der Naturwissenschaften an der Universität Genf absolvieren. Er schloss es im Jahre 1929 mit einer Dissertation über „Experimentelle Untersuchungen der Flechten“ erfolgreich ab. Danach arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter und ab 1933 als Privatdozent für Hydrobiologie und Kryptogamen-Kunde im ETH-Institut für Spezielle Botanik.

Mit 41 Jahren wurde Jaag ausserordentlicher Professor an der ETH Zürich und 1952 Direktor der Eawag. Unter Otto Jaags initiativer Leitung erweiterte sich der Aufgabenbereich der Eawag rasch in die Richtung eines umfassenderen Umweltschutzes.

In den Jahren 1952-1954 hatte er als Präsident der ausserparlamentarischen Kommission zur Ausarbeitung des eidgenössischen Gewässerschutzgesetzes von 1955 massgeblichen Anteil an der verfassungsmässigen Verankerung und gesetzlichen Ausgestaltung des Gewässerschutzes (Gewässerschutzgesetz der Schweiz [pdf]) in der Schweiz. Sie wurde 1953 mit einer Mehrheit von über 80% der Stimmbürger angenommen.

Auf internationaler Ebene war er lange Zeit als ständiger Experte der Weltgesundheitsorganisation WHO, der OECD, der Wirtschaftskommission für Europa und des Europarates tätig.

Publikationen über Otto Jaag

  • Braun R. Stickelberger D. (1982): Otto Jaag: ein Leben für den Gewässerschutz. Schweizer Pioniere der Wirtschaft und Technik 36. 88 S. Verein für Wirtschaftshistorische Studien.
  • Hörler A. (1970): Professor Dr. Dr. Ing. E.h. Otto Jaag 70 jährig. Gwf Wasser Abwasser 111. 175-177.
  • Vogel H. E. (1970): Prof. Dr. Dr. Ing. E.h. Jaag - Präsident der Schweizerischen Vereinigung für Gewässerschutz und Lufthygiene. Gwf Wasser Abwasser 111. 181-182.
  • Festschrift Otto Jaag zum 60. Geburtstag am 29. April 1960. Schweizerische Zeitschrift für Hydrologie Vol. XXII, Fasc. I, 1960, 562 S. Birkhäuser Verlag Basel und Stuttgart.

Ausgewählte Publikationen von Otto Jaag

  • 1935: Eine neue Blaualge, Plectonema capitata. Berichte Schweizerische Botanische Gesellschaft, 44.
  • 1952: Gewässerschutz in der Schweiz - I. Die neuere Entwicklung und der derzeitige Zustand schweizerischer Gewässer. Gwf Wasser Abwasser, 93/H.6, 145-152.
  • 1954: Die Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz an der E.T.H.; Aufgabe und Organisation. VSA Verbandsbericht, 31/1, 1-11.
  • 1961: Aktuelle Probleme des Gewässerschutzes [mit Vorwort der Redaktion]. Wirtschaftspolitische Mitteilungen, 17/H.12.
  • 1961: Edgardo Baldi Memorial Lecture - Selbstreinigungsmechanismen in Fliessgewässern. Verhandlungen der Internationalen Vereinigung für theoretische und angewandte Limnologie, 14, 41-58.
  • 1964: Untersuchungen über die Trübungsverhältnisse, die Durchsichtigkeit und die Wasserfarbe in schweizerischen Gewässern. Schweizerische Zeitschrift für Hydrologie, 26/1, 1-51.
  • 1967: Die wissenschaftliche Leistung der Stiftung der Wirtschaft zur Förderung des Gewässerschutzes in der Schweiz. Plan, 24, 137-140.
  • 1969: Katastrophen und Gewässerschutz in Vergangenheit und Gegenwart. Zivilschutz, Nr. 5-9.
  • 1970: Muss die Menschheit wirklich zugrunde gehen? Abschiedsvorlesung anlässlich des ETH Tages vom 14. Nov. 1970.