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Programm Infotag 2010
09.30 - 09.35
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Begrüssung Prof. Dr. Jukka Jokela, Mitglied der Eawag-Direktion
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09.35 - 10.10
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Gewässerbiodiversität – Fakten, Mythen, Perspektiven Prof. Dr. Mark Gessner, Gewässerökologie Süssgewässer sind besonders artenreiche Ökosysteme. Doch diese Vielfalt ist bedroht, und Massnahmen zu ihrer Erhaltung sind dringend notwendig. Eine Erfolg versprechende Strategie muss dabei alle Ebenen der Biodiversität einschliessen: nicht nur die Vielfalt der Arten, sondern auch die ihres Erbguts, ihrer Lebensräume und ihrer Funktionen in der Umwelt und für den Menschen. Jedoch wird den Aspekten der Biodiversität, die über Artenzahlen hinausgehen, heute immer noch zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt.
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10.10 - 10.40
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Einfluss der Habitatvielfalt auf den Artenreichtum Dr. Armin Peter, Fischökologie und Evolution, und Prof. Dr. Klement Tockner, Direktor des Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei Berlin, im Gespräch mit Wissenschaftsredaktorin Dr. Martina Bauchrowitz Schweizer Fliessgewässer sind aufgrund baulicher Eingriffe zum Hochwasserschutz und zur Wasserkraftnutzung stark beeinträchtigt. Monotone und durch Querhindernisse fragmentierte Lebensräume sind die Folge. Aber gerade strukturreiche Ökosysteme wie z. B. Auen sind Hotspots der Biodiversität. Inzwischen hat die Politik diese Defizite erkannt und strebt die grossräumige Revitalisierung der Schweizer Fliessgewässer an. Was bringt dies den Fischen und anderen Wasserorganismen?
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10.40 - 11.10
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Pause
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11.10 - 11.35
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Mikrobielle Diversität Dr. Helmut Bürgmann, Oberflächengewässer Beim Stichwort Biodiversität denken wir gewöhnlich an Organismen aus unserer alltäglichen Erfahrungswelt: Blütenpflanzen und Bäume, Fische und Vögel, vielleicht auch noch Insekten und Würmer. Ein Grossteil der biologischen Vielfalt aber bleibt uns verborgen. Hunderte von Mikrobenarten leben in jedem Tropfen Wasser, tausende in jedem Gramm Boden. Was hat es mit dieser unermessliche Vielfalt auf sich? Wie können wir sie sichtbar machen? Und ist dieser mikrobielle Reichtum in Gewässern schützenswert?
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11.35 - 12.00
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Funktionelle Vielfalt in der Abwasserreinigung Prof. Dr. Eberhard Morgenroth, Verfahrenstechnik Biologische Verfahren zur Abwasserreinigung arbeiten mit undefinierten mikrobiellen Mischkulturen. Beim Betrieb der Anlagen gilt es, Organismen, die den Abbau der Schadstoffe unterstützen, im System anzureichern, andere hingegen hinauszudrängen. Der Zusammenhang zwischen mikrobieller und funktioneller Vielfalt ist aber in vielerlei Hinsicht noch unklar. Würde eine erhöhte Biodiversität in den Reaktoren zu einem stabileren technischen System führen, das besser auf Schwankungen der Abwasserzusammensetzung reagieren kann? Ist Biodiversität also auch in der Kläranlage wertvoll?
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12.00 - 12.25
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Diskussion Leitung Prof. Dr. Martin Ackermann, Umweltmikrobiologie
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12.25 - 13.45
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Stehlunch
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13.45 - 14.20
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Wie Artenvielfalt entsteht und vergeht Prof. Dr. Ole Seehausen, Leiter Abteilung Fischökologie und Evolution Voraussetzung für den Erhalt der Artenvielfalt ist ein dynamisches Gleichgewicht, bei dem sich Artbildung und Artensterben die Waage halten. Folglich geht die Vielfalt zurück, wenn in einem Zeitraum mehr Arten verschwinden als neu gebildet werden. Doch wird im Naturschutz häufig ignoriert, dass viele Arten erst im Entstehen sind und dass dieser evolutionäre Prozess durch Veränderungen in der Umwelt rückgängig gemacht werden kann. Dadurch wird der Verlust der Artenvielfalt stark unterschätzt. Als Beispiele dienen Fische in afrikanischen und Schweizer Seen.
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14.20 - 14.45
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Invasive Arten – Störenfriede der einheimischen Diversität Dr. Kirstin Kopp, Gewässerökologie Invasive Arten sind eine der wichtigsten Ursachen für den Rückgang der Biodiversität. Darunter versteht man gebietsfremde und durch menschlichen Einfluss eingebrachte Arten, die sich auf Kosten der einheimischen Fauna und Flora ausbreiten. Durch Schifffahrt und Kanalbau sind sie zu einer grossen Gefahr für die Artenvielfalt der Schweizer Gewässer geworden. Genetisches Monitoring könnte ein neues Werkzeug zur Früherkennung bevorstehender Invasionen sein.
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14.45 - 15.15
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Pause
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15.15 - 15.40
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Umwelteinflüsse und Planktondynamik PD Dr. Piet Spaak, Leiter Abteilung Gewässerökologie Vom Menschen verursachte Umweltveränderungen haben Einfluss auf die natürliche Artenvielfalt. Dies zeigt sich auch am Phyto- und Zooplankton in Seen, wobei Wasserflöhe (Daphnia spec.) besonders empfindlich reagieren. Ein Grund, sie als Modellorganismen in der Forschung zu nutzen. Zudem können ihre im Sediment eingelagerten Dauereier wieder zu lebendigen Tieren aufgezogen werden. Damit ist es sogar möglich, vergangene Umwelteinflüsse auf die Struktur früherer Daphnienpopulationen zu untersuchen.
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15.40 - 16.05
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Eine Biodiversitätsstrategie für die Schweiz Evelyne Marendaz Guignet, Leiterin Artenmanagement, Bundesamt für Umwelt Bafu Die Biodiversität ist unsere Lebensgrundlage. Sie zu erhalten, ist eine fundamentale gesellschaftliche Pflicht. International beteiligt sich die Schweiz darum an verschiedenen Konventionen zum Schutz der Biodiversität. Auf nationaler Ebene erarbeitet das Bundesamt für Umwelt im Auftrag des Bundesrats derzeit eine Biodiversitätsstrategie. Das langfristige Ziel ist, die Biodiversität und ihre Ökosystemleistungen dauerhaft zu sichern. Denn nur eine reichhaltige und anpassungsfähige Biodiversität kann auf zukünftige Umweltveränderungen reagieren und ihre Bedeutung für den Menschen wahrnehmen.
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16.05 - 16.30
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Diskussion Leitung Prof. Dr. Christoph Vorburger, Gewässerökologie
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18. März 2013
Eawag Dübendorf
22. März 2013
09:00 Uhr
Bern, Stade de Suisse
26. März 2013
Eawag Kastanienbaum
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