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Preis für Europas höchstgelegene Kläranlage

Preis für Europas höchstgelegene Kläranlage

15. Januar 2007

Entwicklung und Optimierung einer biologischen Kleinkläranlage auf der Bergstation Hohtälli ob Zermatt werden mit dem Muelheim Water Award 2006 ausgezeichnet. Das innovative System, welches Wasser in einem nahezu geschlossenen Kreislauf verwendet hat sowohl für Gebirgsregionen als auch weltweit für aride Gebiete grosse Bedeutung.

Bis 2003 war auf der Bergstation Hohtälli/Zermatt (3286 müM) eine Trockentoilettenanlage installiert. Sie hat aber Geruchsprobleme und grossen Personalaufwand verursacht und gleichwohl den Komfortansprüchen der Gäste kaum genügt. Nun hat die Eawag zusammen mit der Zürcher Firma terraLink und den Zermatt Bergbahnen eine Kleinkläranlage zur Aufbereitung und Wiederverwendung von Toilettenabwasser entwickelt und deren Betrieb optimiert. Die Reinigung funktioniert mit Hilfe einer biologischen Klärung und einer Membranfiltration mit Poren von 0,35 Mikrometern. Die Nährstoffelimination beträgt heute für Stickstoff 100%, für Phosphor 85%. Die hygienisch zwar unbedenkliche, aber unangenehme gelbe Färbung des Wassers wird mit angepasster Zugabe von Pulveraktivkohle ausgemerzt. Finanziell unterstützt wurde das Projekt durch das Technologieförderprogramm des Bundesamts für Umwelt.

Der Anlage kommt besondere Bedeutung zu, da allein in den Gebirgsregionen die aufgezeigte Problematik hundertfach auftritt und zudem in ariden Gebieten einer Wiederverwendung von Abwasser weltweit immer wichtiger wird. Das Projekt schont nicht nur die sensible alpine Umwelt, es zeigt auch, dass eine effiziente und wirtschaftliche Reinigung des Abwassers im nahezu geschlossenen Kreislauf möglich ist.

Am 6. Februar 2007 werden terraLink und Eawag in Essen (D) für ihre innovative, lokale Abwasserentsorgungslösung mit dem erstmals verliehenen «Muelheim Water Award» ausgezeichnet. Der mit 20'000 Euro dotierte Preis wird getragen vom deutschen Energiekonzern RWE. Prämiert werden Projekte zur praxisorientierten Forschung und Entwicklung innovativer Konzepte in der Wasser- und Abwasserwirtschaft. Der Preis wird künftig alle zwei Jahre vergeben.

Medienmitteilung [pdf, 129.7 KB]

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