Abwasserentsorgung im Klettgau strategisch planen
13. April 2007
Abwasserentsorgung im Klettgau strategisch planen
Der Abwasserverband Klettgau geht neue Wege bei der Entwicklung von Strategien für die künftige Abwasserentsorgung. In einem Projekt des Schweizer Wasserforschungsinstituts Eawag sind Vertreter aus den Gemeinden, vom Landratsamt Waldshut, vom Kanton Schaffhausen sowie Gewerbetreibende jetzt ein erstes Mal zusammengekommen und haben Zukunftsszenarien entwickelt.
Rund 100 Milliarden Franken beträgt der Wert der schweizerischen Abwasserentsorgung – viel Geld, das in Kanälen und Kläranlagen verbaut ist, welche alle unterhalten und erneuert werden wollen. Das ist im Klettgau nicht anders. Investitionen müssen daher gut überlegt sein. Ausserdem verlangen sowohl auf Schweizer wie auf Deutscher Seite die gesetzlichen Regelungen im Gewässerschutz, u.a. die EU-Wasserrahmenrichtlinie, dass die Einzelfallbetrachtung abgelöst wird durch ein ganzheitliches Management eines Wassereinzugsgebietes.
Am 16./17. März trafen sich in Wilchingen 16 Vertreter der schweizerischen Klettgau-Gemeinden, von Gewerbetreibenden sowie des Kantons Schaffhausen und dem Landratsamt Waldshut zu einem ersten Workshop, um Zukunftsbilder des Klettgaus als Rahmenbedingung für die künftige Abwasserentsorgung zu entwerfen. Der Abwasserverband Klettgau beteiligt sich seit November letzten Jahres am Projekt «Nachhaltige Strategieentwicklung der Abwasserentsorgung im Klettgau», das von der Eawag, dem Wasserforschungsinstitut des schweizerischen ETH-Bereichs im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms 54 «Nachhaltige Siedlungs- und Infrastrukturentwicklung» durchgeführt wird.
Nachhaltig in jeder Hinsicht
Die Präsidentin der Delegiertenversammlung des Abwasserverbandes, Annegreth Steinegger, betonte die Bedeutung einer breit abgestützten Vorbereitung eines strategischen Entscheids zur Zukunft der Abwasserentsorgung. Zentrales Anliegen des Projekts ist es, eine Vision auszuarbeiten, die den Herausforderungen der Zukunft gewachsen ist. Sie soll aufzeigen, wie eine Abwasserwirtschaft im Klettgau aussehen könnte, die sowohl für die Umwelt als auch für die Entwicklungsmöglichkeiten der Region und das Portemonnaie der Bewohner nachhaltig ist. Es sei notwendig, breit über verschiedene Möglichkeiten nachzudenken, sagte Steinegger. Dazu gehört unter anderem auch eine verstärkte Kooperation mit den deutschen Gemeinden im Wassereinzugsgebiet des Klettgaus. Denn als Unterlieger übernehmen sie schliesslich alles Wasser aus dem Klettgau. Endgültige Lösungen werden im Rahmen des Eawag-Projekts nicht festgelegt. Vielmehr wird eine Auslegeordnung von geeigneten Lösungsmöglichkeiten erarbeitet.
Ganzheitliche Betrachtung nötig
Bernhard Truffer, Abteilungsleiter an der Eawag, wies darauf hin, dass man bei der Planung von langlebigen Infrastrukturen neue Methoden anwenden muss, um die Unsicherheiten der Entwicklung über die gesamte Lebensdauer der Anlagen in den Griff zu bekommen. Zudem ist es wichtig, dass nicht nur die Zukunft eines Teilelements, wie der Kläranlage, sondern die gesamte Infrastruktur in die Betrachtung einbezogen werden muss – also das System von der Toilette oder anderen Abwasserquellen bis zum Transport und zur Reinigung des verschmutzten Wassers.
In dem ersten Workshop entwickelten die Teilnehmer mit Offenheit, konstruktiver Diskussionskultur und Engagement verschiedene Zukunftsszenarien, wie das Klettgau im Jahr 2031 aussehen könnte. Mitte Juni werden sie sich für einen zweiten Workshop treffen, bei dem Lösungsoptionen für die Abwasserentsorgung entwickelt und bewertet werden. Im September wird das Projekt mit der Vorstellung eines Strategieplans beendet. Anschliessend wird das weitere Vorgehen für die notwendigen Erneuerungsmassnahmen für die Abwasserwirtschaft in den politischen Gremien beraten.
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Weitere Auskünfte:
Projektleiter:
Eckhard Störmer, Eawag, Überlandstrasse 133, Postfach 611, CH-8600 Dübendorf,
Tel +41 (0)44 823 56 73; eckhard.stoermer@eawag.ch
Bilder:
Folgende Bilder können bei der
Medienstelle der Eawag bezogen werden:
medien@eawag.ch / 044 823 51 04
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