Eawag verhilft Dakar zu neuem Forschungszentrum
17. August 2007
Schätzungsweise 170’000 m3 Fäkalschlamm aus Latrinen fallen in der Region Dakar pro Jahr an. Schlamm, der behandelt und schliesslich fachgerecht entsorgt werden muss, damit er für die Bevölkerung der Millionenstadt kein gesundheitliches Risiko darstellt. Leider hapert es jedoch mit dieser Aufbereitung: Obwohl es in Dakar eine Aufbereitungsanlage gibt, verhindert das Verkehrschaos, dass die Trucks mit dem Fäkalschlamm zur Anlage gelangen. So endet ihre Ladung oft auf Brachflächen, im Meer oder in Löchern entlang der Strasse. Wenn jedoch die Trucks ihre Ladung so willkürlich loswerden, machen sie die Bestrebungen der Regierung zunichte, möglichst viele Haushalte mit minimalen sanitären Einrichtungen auszustatten. Ein besseres Management des Fäkalschlamms ist deshalb dringend vonnöten.
Die Regierung von Senegal hat dieses Problem bereits vor ein paar Jahren erkannt und bei Sandec um Unterstützung angefragt. Seit 2004 arbeitet darum ein Team um Doulaye Koné im senegalesischen Projekt „Projet Eau à Longue Terme“ mit. Im Rahmen dieses Projektes konnte Mitte Juli unter Eawag-Leitung und finanziert durch die Velux Stiftung eine erste Pilot- und Versuchsanlage zur Behandlung von Fäkalschlamm in Dakar eröffnet werden. Dies wirft hohe Wellen, ist sich die Regierung in Senegal doch bewusst, dass der Erfolg ihrer Bestrebungen zur Verbesserung des sanitären Systems der Stadt Dakar nur Früchte tragen kann, wenn über kurz oder lang im Land selbst Experten des Fäkalschlamm-Managements heranreifen.
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In dieser neuen Anlage können darum nicht nur Methoden
zur Fäkalschlammbehandlung weiter entwickelt und den lokalen Verhältnissen
angepasst werden, sondern auch die Exponenten der senegalesischen Wasseraufbereitung
laufend aus- und weitergebildet werden. Ausserdem ist geplant, die Universität
Cheikh Anta Diop in Dakar in dieses Projekt mit einzubeziehen und längerfristig
MSc und PhD Studentinnen und Studenten in angewandter Fäkalschlamm-Feldforschung
auszubilden. Von diesem |
Wissen werden dann nicht nur die Universität und
Senegal selbst profitieren, sondern auch andere Westafrikanische Staaten,
welche Studenten an diese Universität entsenden.
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„Obwohl wir zu Beginn des Projekts um das Vertrauen
und die guten Beziehungen zu unseren Partnern in Dakar kämpfen mussten, haben
sie mittlerweile das Projekt mit Enthusiasmus angenommen“, sagt Doulaye Koné.
„Es hat sicher geholfen, dass ONAS (Office national de l’assainissement du
Sénégal) der Bevölkerung und den anderen Partnern immer wieder versicherte, wie
ernst es |
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die sanitären Probleme der ‘Latrinenstadt’ Dakar nimmt. Ich bin natürlich stolz, dass die Versuchsanlage jetzt in Betrieb geht. Die grösste Herausforderung steht jedoch noch bevor: Eine Gruppe von Experten und eine Palette von technischen Lösungen zu entwickeln, die die sanitären Probleme in Dakar nachhaltig lösen können.“
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