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Zentrum für angewandte Ökotoxikologie an der Eawag

Zentrum für angewandte Ökotoxikologie an der Eawag

05. Oktober 2007

Laufend gelangen neue Stoffe in die Umwelt und ins Wasser, von denen kaum bekannt ist, wie sie auf Lebewesen wirken. Mit dem Beschluss der eidgenössischen Räte zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation 2008-11 kann die Eawag jetzt in Dübendorf mit der EPF Lausanne ein Zentrum für angewandte Ökotoxikologie aufbauen. Es füllt die nach der Schliessung des toxikologischen Instituts in Schwerzenbach entstandene Lücke.

Medikamente, Schwermetalle, Pestizide, hormonaktive Substanzen, Nanopartikel – die Liste von Stoffen, die im Wasser gefunden werden, ist lang. Wie sie auf die Natur wirken, ist aber bei den meisten Stoffen kaum bekannt; noch weniger weiss man über die langfristigen Wirkungen des ganzen "Chemikaliencocktails". Mit dem Ja des Parlaments zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation in den Jahren 2008-2011 (Zustimmung Ständerat vom 2. Oktober im Differenzbereinigungsverfahren) und einer Grundfinanzierung von jährlich 2 Millionen Franken ist nun der Weg frei für die Schaffung eines Zentrums für angewandte Ökotoxikologie an der Eawag in Dübendorf. Entgegen dem Antrag des Bundesrats fordern die eidgenössischen Räte auch die Schaffung eines Zentrums für angewandte Humantoxikologie und haben die Finanzmittel dafür um 8 Millionen Franken aufgestockt.

Risiken frühzeitig erkennen

Die wichtigsten Aufgaben der neuen Institution sind es gemäss Bericht des Bundesrats, wissenschaftliche Grundlagen und Methoden zu erarbeiten, die es den Behörden und Dritten erlauben, die Risiken von Chemikalien zu erkennen und zu beurteilen. Zu den Kernaufgaben gehören: Sicherstellung einer praxisnahen Aus- und Weiterbildung; Entwicklung neuer ökotoxikologischer Test- und Beurteilungsmethoden; Durchführung von Untersuchungen zur Früherkennung von Umweltrisiken; Beratungsfunktion für Fragen der Ökotoxikologie; Evaluation chemischer Stoffe; Mitarbeit in nationalen und internationalen Expertengremien. Der Auftrag von Bundesrat und Parlament geht auf eine Motion von Nationalrätin Maya Graf (Grüne) zurück, welche 2002 eine unabhängige Toxikologieforschung in der Schweiz gefordert hatte.

Nahe an der Forschung

Die Eawag hat für das Ökotoxikologie-Zentrum bereits die notwendigen Räume reserviert; im Ende Jahr fertig sanierten Bürogebäude (Bild) und auch im Laborgebäude. Unter Federführung von Prof. Rik Eggen, stellvertretender Direktor der Eawag, konzipiert und begleitet eine Taskforce den Aufbau des Zentrums. Die Grundfinanzierung erlaubt die Bildung einer Gruppe von 7-10 Personen, welche eng mit den Wissenschaftern der Eawag, insbesondere mit der Forschungsabteilung Umwelttoxikologie, und der EPF Lausanne zusammenarbeiten. Die Nähe zur Forschung bringt Synergien und stellt sicher, dass das Zentrum auf dem neuesten Stand des Wissens bleibt. Die neue Institution soll die Privatwirtschaft nicht konkurrenzieren, aber dort Dienstleistungen anbieten, wo eine neutrale Expertise oder spezifische Kompetenzen sonst nicht verfügbar sind.

Diese Medienmitteilung [pdf, 21 KB]
Bericht des Bundesrates über die unabhängige Toxikologieforschung in der Schweiz [pdf, 627 kB]

Pressebild [Abdruck nur im Zusammenhang mit dieser Mitteilung honorarfrei, keine Archivierung]

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Das zurzeit in der Sanierung stehende Bürogebäude der Eawag in Dübendorf. Rechts davon der Labortrakt, dessen Umbau noch bevorsteht. [© Eawag]