ETH-Ratspräsident Fritz Schiesser an der Eawag
10. März 2008
Am Nachmittag des 06. März besuchte Fritz Schiesser, der neue Präsident des ETH-Rats, die Eawag. Janet Hering begrüsste den ehemaligen Ständerat und betonte die Stärken der Eawag: der einmalig klare Fokus auf Wasserfragen, die exzellenten Leute, die moderne Infrastruktur und die solide finanzielle Grundlage. Anhand ausgewählter Projekte wurden dem Besucher danach die Forschungsaktivitäten der Eawag aufgezeigt.
Als erstes präsentierte Juliane Hollender, Abteilungsleiterin Umweltchemie, das Projekt «MicroPoll», mit dem eine Strategie entwickelt werden soll, wie der Eintrag von Mikroverunreinigungen aus Siedlungsabwässern in die Umwelt vermindert werden kann. Mehr als 2'000 Wirkstoffe aus der Human- und Veterinärmedizin, etwa 440 Pestizide und rund 300 Biozidwirkstoffe lassen sich in den Schweizer Gewässern nachweisen. In Zukunft muss die Siedlungswasserwirtschaft dafür sorgen, dass möglichst wenig Problemstoffe in die Umwelt gelangen.
Danach zeigte Peter Reichert, Mitglied der Direktion, anhand des Rhone-Thur Projektes auf, wie die Interaktion zwischen Forschung und Gesellschaft optimal funktionieren kann. An der Thur galt es im Rahmen des Projektes einen besseren Schutz gegen Hochwasserereignisse zu gewährleisten, die Monotonie des Flusslaufes aufzubrechen und die Eintiefung des Flussbettes zu vermindern. Um die Entscheidungsfindung zu unterstützen wurden zu Beginn des Projektes Vertreter aus verschiedenen Interessengruppen vom Bauern bis zur Kiesindustrie detailliert zu ihren Zielvorstellungen befragt. Dabei kristallisierte sich eine Kompromisslösung heraus, die schliesslich von allen Partien gleichermassen getragen wurde. Fritz Schiesser, als Glarnern, kennt diese Situation gut, da er die Diskussionen um die Sanierung des Linth-Korrektionswerks nahe mitverfolgt hat.
Auf einem Laborrundgang orientierte sich Fritz Schiesser bei Jukka Jokela, Leiter der Abteilung Gewässerökologie, über die Artenvielfalt in unseren Gewässern und die Auswirkungen von Umweltveränderungen auf diese Systeme. Dabei zeigte Jokela auf, wie die Eawag im Rahmen Projekten wie BioChange und GEDIHAP im CCES eine führende Rolle übernehmen konnte. Am Mikroskop konnte der ETH-Rats-Präsident danach selbst eine kleine Tour d’Horizon durch die aquatische Artenvielfalt machen.
Am Ende des Besuchs zeigte sich Fritz Schiesser beeindruckt von der Wichtigkeit der Eawag Themen, der ausgezeichneten Qualität der Forschung und den Eawag Aktivitäten mit Link zur Praxis. Für Schiesser belegen diese Beispiele auch die Wichtigkeit der Forschungsanstalten im ETH-Bereich. Hier könnten Projekt vorangetrieben und mit Erfolg abgeschlossen werden, die an den beiden Hochschulen in Zürich und Lausanne nur schwer möglich seien. Insofern können nur alle Institutionen im ETH-Bereich zusammen den Auftrag des Bundes erfüllen.
Der Besuch an der Eawag ist einer in einer Reihe von Antrittsbesuchen in den verschiedenen Institutionen des ETH-Bereichs. Am Morgen des 06. März besuchte Schiesser bereits die Empa.

