Erste Jahrestagung des North-South Centre der ETH Zürich: Starke Eawag Präsenz
Dass sich die Eawag seit langem in Entwicklungs- und Schwellenländern engagiert, darüber berichtete Eawag-Direktorin Janet Hering in ihrem Vortrag an der ersten Jahrestagung des North-South Centre. Gerade diese Länder stehen grossen Herausforderungen auf sozialer, ökologischer und ökonomischer Ebene gegenüber. Das 2007 gegründete North-South-Kompetenzzentrum der ETH Zürich, dem auch die Eawag angegliedert ist, möchte daher zum Wissenstransfer und zur Erarbeitung nachhaltiger Lösungen beitragen.
Thema der Konferenz war «Wasser», beleuchtet aus verschiedenen Blickwickeln: «Water for people», «Water for food», «Water for nature» und «Multi-stakeholder approaches to water management». Besonders stark vertreten war die Eawag in der Sektion «Water for people». Kein Wunder, denn schliesslich stände die Siedlungshygiene in Entwicklungsländern bereits seit 1980 auf dem Eawag-Programm und diese Aktivitäten liefen seit 1995 vor allem in der Abteilung Wasser und Siedlungshygiene in Entwicklungsländern Sandec zusammen, unterstrich Janet Hering. Aus der breiten Palette der Sandec-Forschung griff sie etwa die Projekte in den Bereichen Sodis («Solar Disinfection of Drinking Water»), Fäkalschlammbewirtschaftung und Abfallmanagement hervor.
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Doch auch andere Abteilungen der Eawag setzen sich in Entwicklungsländern ein. So sprach die Eawag-Direktorin beispielsweise das Projekt der Abteilung Oberflächengewässer am afrikanischen Kivu-See an. In den Tiefen dieses Sees lagern enorme Methanmengen, die man zur Stromproduktion verwenden möchte. Um abzuschätzen, wie sich diese Methanausbeute auf das Ökosystem auswirkt, hat die Eawag ein numerisches Simulationsmodell erstellt und untersucht gemeinsam mit Partnern vor Ort die seeinternen Nährstoffflüsse. |
Am Ende ihres Referats stellte Janet Hering noch das neue «Eawag Partnership Program» vor, das u.a. jährlich 6 Studenten aus Entwicklungsländern eine Forschungszusammenarbeit mit der Eawag bietet.
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Übrigens kamen gut ein Viertel aller Poster, die an der North-South-Jahrestagung präsentiert wurden, von der Eawag. So auch das Poster zur Fluoridproblematik, für das die Eawag-Forschenden Lars Osterwalder, Michael Mattle, Francis Kage, Ester Wanja, Kim Müller, Regula Meierhofer, Chris Zurbrügg und Annette Johnson verantwortlich zeichneten. Weltweit leiden mehr als 200 Millionen Menschen an der Flourose − eine Krankheit, die durch zu hohe Konzentrationen von Fluorid im Trinkwasser ausgelöst wird und Zähne (verfärbte und brüchiger |
Zahnschmelz) und Skelett (verformte und brüchige Knochen und Gelenke) befällt. Gemeinsam mit Partnern in Kenia hat die Eawag eine neue Methode erforscht, um die Lebensdauer von Fluoridfiltern zu verlängern. Bei diesem Verfahren werden dem aus Knochenkohle bestehenden Filtermaterial Phosphat und Kalzium zugesetzt. Erste Versuche waren äusserst erfolgversprechend, sodass die Methode nun im Detail untersucht werden soll.

