Siedlungswasserwirtschaft und Verfahrenstechnik: Neues Profil für die Ingenieurabteilungen
25. August 2008
Der anstehende Abgang von zwei verdienten Eawag-Ingenieuren aber auch das zunehmend kompetitiver werdende Umfeld in den Umweltingenieurwissenschaften weltweite lösten vor fast zwei Jahren in den Ingenieurabteilungen der Eawag einen intensiven strategischen Planungsprozess aus. Am Ende dieser breit geführten Diskussionen, steht jetzt ein Strategiepapier, das Anfang Woche von der Direktion verabschiedet wurde. In Zukunft fokussieren sich die Ingenieur Aktivitäten an der Eawag auf zwei Themenschwerpunkte: Verfahrenstechnik und Siedlungswasserwirtschaft. Es formieren sich zwei Abteilungen mit klar umrissenen und unterschiedlichen Forschungsinhalten.
Die Abteilung Verfahrenstechnik (abgekürzt Eng) wird sich unter der Leitung von Hansruedi Siegrist mit der Entwicklung, Dimensionierung, Modellierung und Optimierung von neuen und bestehenden Prozessen im Abwasser- und – zusammen mit der Abteilung Wasserressourcen & Trinkwasser – im Trinkwasserbereich auseinandersetzen. In der Vergangenheit wurden die Trinkwasseraufbereitungsprozesse klar von den Abwasserreinigungsprozessen getrennt. In Zukunft wird die Wiederverwertung von Abwasser jedoch einen viel grösseren Stellenwert erhalten, so dass die Aufbereitungsprozesse nicht mehr so klar voneinander getrennte werden können. Die Herausforderung wird es sein, zu entscheiden in welcher Situation -- zentrale grosse Anlagen oder dezentrale kleine Anlagen, Industrieland oder Entwicklungsland -- welcher Prozess optimal zum Einsatz kommen kann. In diesem äusserst dynamischen Feld, mit einer wachsenden Anzahl neuer Technologien, fokussiert sich die Abteilung auf ihre international anerkannte Stärke.
Die zweite Abteilung Siedlungswasserwirtschaft (abgekürzt SWW) erhält ab 1. September 2008 mit Max Maurer eine neue Leitung. Sie wird sich auf die nachhaltige Weiterentwicklung des urbanen Wassermanagements fokussieren. Dabei sollen neue Konzepte für das Management von Trinkwasser- und Abwassersystemen erarbeitet werden, aber auch die Schadstoffflüsse in urbanen Einzugsgebieten näher untersucht werden. Der Zeithorizont für die Umsetzung solcher Managementkonzepte ist wesentlich länger, werden doch Infrastrukturentscheide für mehrere Jahrzehnte gefällt.
«Wir erhoffen uns von dieser neuen Ausrichtung nicht nur eine bessere Wahrnehmbarkeit, sondern auch eine stärkere Fokussierung auf hochstehende, praxisrelevante Forschung», sagt Max Maurer. «Ausserdem sind inhaltlich wesentliche neue Akzente gesetzt worden, die in den nächsten Jahren vermehrt sichtbar werden.»
Auf organisatorischer Ebene hat diese neue Ausrichtung nur wenige Auswirkungen - einige Leute werden formell die Abteilung wechseln. Die offenen Diskussionen im Vorfeld der Entscheidung und der thematische Fokus helfen mit, dass diese Neuorganisation breit abgestützt ist.

