Grosse Ehre für Walter Giger
05. September 2008
Quelle: ACS, A. Buschor |
Die renommierte Zeitschrift Environmental Science and Technology (ES&T) der American Chemical Society widmet dem Eawag Forscher Prof. Walter Giger eine ganze Ausgabe (Environ. Sci. Technol., September 1, 2008 / Volume 42 / Issue 17). Als junger Chemiker hat Walter Giger bereits 1972 an der Eawag begonnen, neue Methoden zu entwickeln, um organische Einzelstoffe zu analysieren. Die damit erzielten Ergebnisse hatten oft entscheidenden Einfluss auf die |
Umweltschutzpraxis. An vorderster Front hat Giger 1986 mitgeholfen, die Auswirkungen der Brandkatastrophe von Schweizerhalle und die Verunreinigung des Rheins zu untersuchen. Giger – seit 2005 offiziell im Ruhestand – hat sich aber nie auf die blosse Analytik beschränkt. Er hat auch wissen wollen, woher die festgestellten Substanzen kommen, ob und wie sie umgewandelt werden und welche Effekte sie in der aquatischen Umwelt haben. Er hat dazu Labor- und Feldarbeit kombiniert und rund um die Welt ein Netz von engagierten Forschenden aufgebaut. Immer hat sich Giger zudem bemüht, die Forschungsresultate aus seiner Gruppe auch aktiv zu kommunizieren, namentlich den Behörden und den Industrievertretern, oft mit sichtbaren Folgen: So geht zum Beispiel das Verbot von Nonylphenolethoxylaten (in Reinigungsmitteln eingesetzte Tenside) in der EU und der Schweiz auf Publikationen von Giger zurück.
Bis Ende 2007, 16 Jahre lang, war Walter Giger „associate editor“ bei ES&T. Zusammen mit der Betreuung einer ganzen Schar von Studenten, Doktoranden und Postdoktoranden hat er mit seiner Arbeit viel dazu beigetragen, dass weltweit in führenden Labors gut ausgebildete Umweltchemikerinnen und -chemiker an den von ihm aufgegriffenen Themen weiter arbeiten. In der jüngsten ES&T-Ausgabe danken daher verschiedene Autorinnen und Autoren Walter Giger für sein grosses Werk. Ein Feature-Artikel beleuchtet zudem Gigers Art, wie er nicht nur komplexe chemisch-analytische Probleme, sondern auch die höchsten Berggipfel gemeistert hat – meist zusammen mit Forscherkollegen. Die Eawag bleibt mit Prof. Laura Sigg als associate editor weiterhin mit ES&T verbunden.

