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Wasserforschung mit Künstleraugen gesehen

Wasserforschung mit Künstleraugen gesehen

01. Dezember 2008

Mit einer internen Präsentation für Eawag Mitarbeitende geht heute der Stage von Ping Qiu, Künstlerin und Stipendiatin des Programms «Swiss artists-in-labs» an der Eawag zu Ende. In neun intensiven Monaten hat sich die Künstlerin vertieft mit den Forschungsinhalten und -methoden an der Eawag auseinander gesetzt und hat versucht diese künstlerisch und spielerisch in neue Zusammenhänge zu stellen. Ping Qiu und die Eawag schaffen so bildhafte und gelegentlich überraschende Zugänge zur Forschung zu drängenden Wasserproblemen.

Obwohl viele ein Bewusstsein für den Wert des Wassers haben, sind die wissenschaftlichen und technischen Herausforderungen im Wasserbereich komplex und für viele Laien nur schwer zugänglich. Darum ist die Eawag, das Wasserforschungsinstitut des ETH-Bereichs, sehr daran interessiert, den Dialog zu diesen Themen zu erweitern. Ping Qiu, Künstlerin und Stipendiatin des «Swiss artists-in-labs» Programms, versuchte mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Eawag in den letzten neun Monaten, Kunst und Wissenschaft zu verbinden, und mit Installationen einen anderen Zugang zu den drängenden Problemen im Wasserbereich zu schaffen.

Während ihrer Zeit an der Eawag setzte sich Qiu mit einer Vielfalt von Themen auseinander, welche auch in ihren Installationen widerspiegelt werden. Bei der Installation «Wasserkreislauf» im Wassergarten vor dem Forum Chriesbach, dem Hauptgebäude der Eawag, schiesst ein Wasserstrahl von einer Toilettenschüssel in die nächste. Das Kunstwerk interpretiert, wie sich die Eawag für einen nachhaltigen Umgang mit dem Wasser einsetzt und im eigenen Gebäude zeigt, wie man Wasser sinnvoll wiederverwerten kann. Die Installation „Atmen“ entstand nachdem Qiu unter dem Mikroskop verschiedene Wasserkleinstlebewesen studiert und beobachtet hat. Die Wasserflöhe, Bakterien, Algen und Insektenlarven erwachen in drei riesigen, mit Luft gefüllten Plastik-Eiern zum Leben. Und schliesslich vereint die Installation „Toilettenspiegel“ die Themen Wasserverschmutzung, Lebewesen im Wasser und Wasserqualität: In der Schüssel eines überdimensionierten WCs zeigt Qiu einen Kunstfilm. «Ich versuche möglichst viel Wissen aufzunehmen und aus diesem bestimmte Aspekte auszuwählen und künstlerisch umzusetzen,» erklärt Qiu ihre Vorgehensweise bei der Entstehung der Installationen.

Von dieser unkonventionellen Zusammenarbeit profitieren beide Seiten: Chris Robinson ist Spezialist für Fliessgewässer an der Eawag. Er hat eng mit Qiu zusammengearbeitet. «Ping Qiu interagierte sehr intensiv mit uns Forschenden. Durch ihre Fragen, verstehen wir jetzt viel besser, wie andere unsere Arbeit sehen und lernten so selbst dazu», beschreibt Chris Robinson die gute Zusammenarbeit.

Ping Qiu

Ping Qiu begann ihr Studium an der Zhejiang Kunstakademie in Hangzhou, China, bevor sie 1988 an die Hochschule der Künste in Berlin wechselte. Seit 1994 stellt Qiu in verschiedenen Einzelausstellungen ihre Werke aus. Als Plastikerin und Installationskünstlerin arbeite Qiu mit verschiedenen Materialien, sei es Kunststoff, Gips oder auch Schokolade. Von März bis Dezember 08 war Qiu im Rahmen des Programms «Swiss artists-in-labs» an der Eawag, dem Wasserforschungsinstitut des ETH-Bereichs.

«Swiss artist-in-labs» Program

«Swiss artists-in-labs» ist ein Programm des Instituts for Cultural Studies in the Arts der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK. Es wird unterstützt durch das Bundesamt für Kultur im Rahmen seiner Medienkunstförderung. Es ermöglicht Schweizer KünstlerInnen einen Projektplatz in Schweizer Wissenschaftslabors und sponsert jährlich vier Stipendien. «Swiss artists-in-labs» soll Brücken schlagen zwischen Kunst und Wissenschaft. Die Eawag hat sich zum zweiten Mal an diesem Programm beteiligt.

Pressebilder

Weitere Auskünfte

Ping Qiu, Künsterlin und «Artist-in-Lab», Eawag, Ueberlandstr. 133, 8600 Dübendorf,
+ 41 (0)44 823 50 30

Chris Robinson, Fliessgewässerspezialist, Eawag, Ueberlandstr. 133, 8600 Dübendorf,
+ 41 (0)44 823 53 17

Irène Hediger, Co-Leiterin «Swiss artist-in-labs» Programm, Zürcher Hochschule der Künste, ZHdK, Hafnerstrasse 31, 8005 Zürich, + 41 (0)43 446 61 10, www.artistsinlabs.ch
Symposium «Trespassing Allowed» mit den Stipendiaten 2008/2009 sowie Referat von Philip Ursprung. Vortragssaal ZHdK, Zürich, 19.12., ab 9.30 Uhr