Medienmitteilungen
11. März 2013
Projekt Regionale Wasserversorgung Baselland 21 ist gestartet
Mit dem Projekt «Regionale
Wasserversorgung Basel-Landschaft 21» werden bestehende Belastungen und
Gefährdungen des Grund- und Trinkwassers sowie strukturelle Defizite in
Wasserversorgungen in Modellgebieten untersucht. An einer Medienkonferenz von
heute Montag zeigten das Amt für Umweltschutz und Energie und die Eawag auf,
wie spezifisch für den Kanton angepasste Lösungen zur Sicherung der
Trinkwasserqualität erarbeitet werden. [...]
11. März 2013
Chriesbach Dübendorf: Aufwertung für Natur und Erholung
Im letzten
Jahrhundert stark verbaut, findet der Chriesbach in Dübendorf bald zu einer
natürlichen Form zurück. Von der Revitalisierung profitiert die Vielfalt an
Tieren und Pflanzen. Aber auch Erholungssuchende werden sich am wiederbelebten
Bachlauf wohl fühlen. Die am Chriesbach liegende Eawag nutzt das
Aufwertungsprojekt, um ihren «Hausbach» verstärkt in Ausbildung und Forschung
zu integrieren. [...]
5. März 2013
Ein Gesetz für alle – die Mathematik komplexer Ökosysteme
Forscher
der Eawag und der EPFL haben eine Entdeckung gemacht, bei der es sich
um eine universelle Gesetzmässigkeit für Grössenverteilungen in lebenden
Systemen handeln könnte.
Sollte dieses Gesetz tatsächlich für das gesamte Tierreich gültig sein,
könnte es unser Verständnis für Populationsdynamiken in grossen
Ökosystemen stark erweitern.
Neuere
Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass sich Vogelschwärme,
Fischschulen und jede andere Gruppe lebender Organismen möglicherweise
eine gemeinsame mathematische Funktion teilen. Mit
seinen Untersuchungen an aquatischen Mikroorganismen hat Andrea
Giometto, Doktorand an der EPFL und der Eawag gezeigt, dass bei jeder
untersuchten Art die Körpergrössen entsprechend derselben mathematischen
Formel verteilt sind, wobei die einzige Unbekannte
die Durchschnittsgrösse einer Art in einem Ökosystem ist. Diese Woche
erscheint sein Artikel im Fachjournal PNAS. [...]
21. Februar 2013
Mit Teamarbeit gegen mutierte Trittbrettfahrer
Die
krankmachenden Salmonellen setzen auf Arbeitsteilung. Ein Teil von ihnen sorgt für
das Gemeinwohl der Population, ein anderer Teil kann sich besser gegen Trittbrettfahrer
der eigenen Art behaupten. Dieses Teamwork hat Ähnlichkeiten mit jenem von
Bienen- und Ameisenvölkern und ist das Erfolgsrezept der Salmonellen bei der
Besiedlung des Darms. [...]
13. Februar 2013
Partnerschaften am Kivu-See
Zusammen mit dem Kigali Institute of Science and Technology (Ruanda) und dem
Institut Supérieur Pédagogique Bukavu (Kongo) hat die Eawag vom 17.-22. Januar
in Kigali und Bukavu zwei Workshops organisiert zu den jüngsten
Forschungsresultaten aus dem Kivusee. „Lake Kivu: Learning from the past for
managing its future“ hiess das gemeinsame Forschungsprojekt der letzten drei
Jahre. [...]
24. Januar 2013
Im Trinkwasser lebt viel mehr als bisher angenommen
Wie viele Zellen von Mikroorganismen sich im
Trinkwasser befinden, darf jetzt offiziell mit Hilfe der Durchflusszytometrie (DFZ)
ermittelt werden. Das Bundesamt für Gesundheit hat die an der Eawag entwickelte
sowie im In- und Ausland aufwendig getestete Methode ins Schweizerische
Lebensmittelbuch (SLMB) aufgenommen. Das Verfahren liefert viel realitätsnähere
Ergebnisse als die bisher gängige Methode, bei der Bakterienkolonien auf
Nährböden kultiviert werden. Die Resultate machen deutlich: Auch in
einwandfreiem Trinkwasser leben zwischen 100- und 10‘000mal mehr Zellen als die
heute angewendete Kultivierungsmethode glauben macht. [...]
3. Dezember 2012
5 Millionen an neuen Eawag-EPFL-Lehrstuhl für Limnologie
Das internationale Pharmaunternehmen Ferring mit
Sitz im waadtländischen Saint-Prex unterstützt einen Lehrstuhl für
Seenforschung. Die neue Forschungsgruppe hat ihren Sitz an der ETH-Lausanne und
wird gemeinsam von der Eawag und der EPFL betrieben. Geführt wird die Gruppe
von Prof. Alfred Johny Wüest, der an der Eawag die Gruppe für aquatische Physik
leitet. Der Lehrstuhl ist benannt nach der verstorbenen Frau des Ikea-Gründers
Ingvar Kamprad. In Anwesenheit von Ferring-CEO Frederik Paulsen und Ingvar
Kamprad ist der Lehrstuhl heute in Lausanne eingeweiht worden. [...]
29. November 2012
Martin Wegeln spendet ganzes Preisgeld
Er hat es schon angedeutet, als die Stiftung J. E. Brandenberger ihn im Oktober als Preisträger
für 2012 bekanntgab. An der feierlichen Preisverleihung vom Samstag, 24.
November in Chur hat Martin Wegelin nun bestätigt, dass er das gesamte Preisgeld
von 200'000 Franken für das Sodis Projekt (150'000.-) und für die Organisation Terres des femmes
(50'000.-) zur Verfügung stellt. [...]
28. November 2012
Klimaprognosen für das All rücken näher
Die Sonne bestimmt
den Lauf der Planeten. Doch auch die Planeten haben wohl mehr Einfluss auf die Sonne
als bisher angenommen. Ihre Konstellation scheint verantwortlich für die
langfristigen Zyklen erhöhter Sonnenaktivität. Forscher der Eawag und der ETH
Zürich haben zusammen mit Kollegen aus Spanien und Australien für die letzten
10‘000 Jahre die Zyklen der Sonnenmagnetfelder – rekonstruiert aus
Eisbohrkernen – mit der Wirkung der Planeten verglichen. Die Übereinstimmung
ist verblüffend und lässt hoffen, dass die Vorhersage von Zeiten mit erhöhter
Sonnenaktivität näher rückt. Dies wird immer wichtiger, weil unsere
Gesellschaft immer stärker von Technik wie Stromnetzen, Kommunikations- und
Navigationssatelliten abhängig ist, welche durch grosse solare Eruptionen
lahmgelegt werden können. [...]
23. November 2012
Invasion unter Wasser: Ballenberg oder McDonalds?
Auf Einladung der Abteilung aquatische Ökologie
nahmen 40 Expertinnen und Experten aus Kantonen, Bund, Ökobüros und der
Forschung am 31.10. am ersten Workshop über aquatische invasive Arten teil. Allzu
oft wird „nur“ über Goldruten oder Grauhörnchen diskutiert – was sich jedoch unter
der Wasseroberfläche einschleicht oder dort eingeschleppt wird, geht vergessen. [...]
29. Oktober 2012
Hong Yang erhält Titularprofessur an der Uni Basel
Im September 2012 wurde Hong Yang (Siam) der Titel der «Titularprofessorin für nachhaltige
Wassernutzung» der Universität Basel verliehen. Hong Yang ist seit 1999
Forscherin an der Eawag in Dübendorf und leitet die Forschungsgruppe für
Wasser, Umwelt und Ernährungssicherheit. Ihr Forschungsinteresse liegt in den
Auswirkungen wachsender Wasserknappheit und des Nahrungsmittelhandel in
Hinblick auf die Ernährungssicherheit in der Welt. Hong Yang ist bekannt für
ihre Untersuchungen über «virtuelles Wasser» und hat das Konzept weiter
verbreitet. [...]
25. Oktober 2012
Grosse Ehre für Sodis Begründer Martin Wegelin
Martin Wegelin, der bis 2007 über 25 Jahre an
der Eawag geforscht hat, wird mit dem Preis der Stiftung Dr. J.E. Brandenberger geehrt.
Wegelin erhält die mit CHF 200‘000.- dotierte Auszeichnung für seine
Leistungen in der solaren Wasserdesinfektion, speziell im Projekt Sodis. Wegelins Einsatz und seiner Hartnäckigkeit, so die
Medieninformation von Stiftungspräsident und alt Ständerat Carlo Schmid, sei es
zu verdanken, dass Sodis heute von
verschiedensten Seiten unterstützt werde und immer grössere Kreise für das
Projekt gewonnen werden konnten. [...]
12. Oktober 2012
Erste Ozonungsanlage wird in Dübendorf gebaut
Am 2. Oktober 2012 wurde in der Kläranlage Neugut in Dübendorf der Grundstein
für die erste Ozonungsanlage in der
Schweiz [pdf] gelegt. Aufgrund der Erkenntnisse aus dem Projekt
Micropoll des Bundesamtes für Umwelt (BAFU), an welchem die Eawag intensiv
beteiligt war, wurde im April eine Änderung der Gewässerschutzgesetzes in die
Vernehmlassung geschickt. Diese sieht vor, dass ca. 100 der 700 Kläranlagen in
der Schweiz mit speziellen Reinigungsverfahren für Mikroverunreinigungen
ausgerüstet werden. [...]
28. September 2012
Eawag Forscher wird ordentlicher Professor an der ETH Zürich
Am Mittwoch, den 26. September 2012, hat der ETH-Rat den Eawag-Forscher
Dr. Max Maurer zum ordentlichen Professor für Systeme in der
Siedlungswasserwirtschaft an der ETH Zürich gewählt. Max Maurer ist Leiter der
Abteilung Siedlungswasserwirtschaft (SWW) an der Eawag. Aktuell beschäftigt er
sich mit dem ingenieurwissenschaftlichen Potenzial von innovativen
siedlungswasserwirtschaftlichen Ansätzen sowie von neuen Management- und
Planungsverfahren für die Wasserinfrastrukturen. Mit der Berufung von Max
Maurer gewinnt das Departement laut Mitteilung des ETH-Rats [pdf] einen renommierten Wissenschafter, der das international relevante Thema Siedlungswasserwirtschaft
inter- und transdisziplinär vorantreiben wird.
15. August 2012
Schweizer Forscher erfinden eine neue Toilette
Weltweit haben 2,6
Milliarden Menschen keinen Zugang zu einer anständigen Toilette. Ein Team aus
Schweizer Wasserforschenden und Designern aus Österreich hat im Wettbewerb «Re-Invent
the Toilet» einen Anerkennungspreis gewonnen. Ausgeschrieben hat den Preis die Bill
and Melinda Gates Foundation. Für weniger als fünf Rappen pro Tag und Person
soll das neue Toilettenmodell eine menschenwürdige, hygienische,
umweltfreundliche und auch wirtschaftlich interessante Sanitärversorgung
sicherstellen. [...]
10. August 2012
Ehrenleopard für Eawag-Filmer
Filmproduzent Peter-Christian Fueter hat
am 10. August 2012 in Locarno einen Ehrenleoparden für sein Lebenswerk erhalten
(u.a. Reise der Hoffnung, Klassezämekunft, Mein Name ist Eugen). Eine seiner frühesten
Produktionen war 1969 der Film «Abfall – Schattenseiten des Überflusses» sowie
dessen halb so lange Kinofassung «Nur so weiter…». Idee und Auftrag zu diesem
Film kamen vom damaligen Eawag-Direktor Prof. Otto Jaag, der gleichzeitig auch
Präsident war der Vereinigung für Gewässerschutz und Lufthygiene VGL. [...]
6. August 2012
Schweizer Städte nehmen beim Kokainkonsum im europäischen Vergleich einen Spitzenplatz ein
Rund 360 Kilogramm Kokain werden in Europa täglich konsumiert. Das berichtet ein internationales Wissenschafter-Team mit Beteiligung des Wasserforschungsinstituts Eawag in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift «Science of the Total Environment». Die Forschenden untersuchten das Abwasser von rund 15 Millionen Personen in 19 europäischen Städten auf verschiedene Drogen. Vergleichbare Analysen in der Schweiz deuten auf einen im europäischen Vergleich erhöhten Kokainkonsum hierzulande hin. [...]
22. Juni 2012
Wasser stellt Ansprüche
Gewässer
liefern zahlreiche Dienstleistungen, zum Beispiel für die
Trinkwasserversorgung, den Tourismus oder die Fischerei. Müsste die
Gesellschaft diese Leistungen mit technischen Massnahmen bereitstellen, wäre
das sehr teuer, in zahlreichen Fällen wohl gar nicht möglich. Doch der
Lebensraum Wasser stellt auch Ansprüche: zum Beispiel, dass der Mensch den
Gewässern auch nach Ableitungen ausreichend Wasser belässt, oder dass sie von
Schadstoffen und übermässigem Nährstoffeintrag bewahrt werden.
Rund 250 Fachleute aus Wissenschaft,
Wasserwirtschaft, Verwaltung und Politik lassen sich heute Freitag, 22. Juni,
von der Eawag über neue Forschungsergebnisse zum Thema «Lebensraum Wasser – was er leistet, was er
braucht» informieren. [...]
14. Juni 2012
Gesundheitscheck für Fliessgewässer in Europa
In einem einmaligen Feldexperiment untersuchten zehn
Forscherteams aus neun Ländern unter Leitung der Eawag den ökologischen Zustand
von einhundert Fliessgewässern in ganz Europa. Sie setzten dabei zum ersten Mal
in grossem Massstab den Abbau von Laub als Bewertungsmethode ein. Über die
Studie berichten sie in der aktuellen Ausgabe von Science. [...]
11. Juni 2012
Langer Weg bis zu einem effektiven Wassermanagement
Eawag Direktorin Janet G. Hering, auch Professorin an der
EPFL und der ETHZ, hat zusammen mit Prof. Karin Ingold (Eawag und Universität
Bern) in der jüngsten Ausgabe von Science einen Kommentar publiziert. Die beiden
fordern darin einen pragmatischeren Weg zu einem integrierten Management von
Gewässern und Wasserressourcen. [...]
10. Juni 2012
Artenbildung wird prognostizierbar
Wenn Tiere oder
Pflanzen neue Lebensräume kolonisieren, können sich aus einer einzelnen Art im
Laufe der Evolution mehrere neue Arten entwickeln. Ob und in welchem Masse dies
geschieht, lässt sich weder mit den Umweltbedingungen noch mit artspezifischen
Merkmalen allein beantworten. Eine neue Studie der Eawag weist nun bei
afrikanischen Buntbarschen nach, welche Kombination von Faktoren und
Artmerkmalen zu einer hohen Artneubildungsrate führt und damit für die Entstehung
von Artenvielfalt ausschlaggebend ist. [...]
25. Mai 2012
Eawag-Forscher wird Professor der EPF Lausanne
Der ETH Rat hat an seiner Sitzung am 23./24.5.2012 Alfred (Johny) Wüest zum ordentlichen Professor für Physik Aquatischer Systeme an der ETH Lausanne gewählt. Wüest ist Leiter der Abteilung Oberflächengewässer und Titularprofessor an der ETH Zürich. An der gleichen Sitzung hat der ETH-Rat auf Antrag der Direktorin der Eawag Prof. Dr. Hansruedi Siegrist zum Mitglied der Direktion der Eawag ernannt. [...]
3. Mai 2012
Eawag-Jahresbericht 2011
Im neuen Jahresbericht der Eawag erfahren Sie unter anderem,
was Seesedimente über die Hochwasser der letzten 12 000 Jahre im Alpenraum
verraten und wie sich mit einem einfachen Membranfilter auch in
Entwicklungsländern leicht sauberes Trinkwasser gewinnen lässt. Oder lesen Sie,
warum es im Schweizer Hahnenwasser so viele Bakterien hat, wie Kläranlagen
Dünger produzieren können und was kryptische Arten sind. Wie gewohnt vermittelt
der Jahresbericht jenseits von Zahlen und Fakten aktuelle Einblicke in die
vielfältigen Aktivitäten der Eawag-Wissenschafterinnen und -wissenschafter in
Forschung, Lehre und Beratung. Die Texte im Jahresbericht sind frei zum Abdruck mit
Quellenangabe (Eawag – aquatic research, Jahresbericht 2011). [...]
25. April 2012
Mikroschadstoffe: Bund regelt Finanzierung für ARA-Ausbau
Der Bundesrat hat heute die
Vernehmlassung für eine Änderung des Gewässerschutzgesetzes eröffnet. Die
Neuerung sieht vor, den Ausbau ausgewählter Abwasserreinigungsanlagen gegen Mikroverunreinigungen über eine
gesamtschweizerische Lösung verursachergerecht zu finanzieren. Die Eawag hat massgeblich
an der Entwicklung und der Evaluation des Konzepts und der Massnahmen zur
Reduktion dieser Spurenstoffe aus Medikamenten und Chemikalien mitgewirkt. [...]
26. März 2012
Vernetzung entscheidet über Biodiversität
Fliessgewässer gehören
zu den artenreichsten Lebensräumen weltweit. Für einen wirksamen Schutz der
Biodiversität in Flussnetzwerken müssen die Faktoren verstanden werden, welche
die Diversität beeinflussen. Viele Arten sind direkt an das Wasser gebunden,
und die Struktur des Flussnetzwerkes bestimmt wie sie sich ausbreiten können.
In der Vergangenheit wurde das Vorkommen von Arten vor allem mit lokalen
Umweltbedingungen erklärt. Neue theoretische Modelle zeigen, dass charakteristische
Diversitätsmuster allein durch die beschränkte Ausbreitung entlang von
Flussnetzwerken entstehen können. [...]
22. März 2012
UN-Wasserpreis für SODIS
Der «Water for Life Award» der Vereinten Nationen geht dieses Jahr
an die Fundación SODIS in Bolivien. Die Non-Profit-Organisation,
welche im Jahr 2001 von Mitarbeitenden der Eawag und der DEZA gegründet wurde,
verbreitet einfache und angepasste Lösungen im Wasser- und Abwasserbereich in
Lateinamerika. In den letzten 11 Jahren hat die Fundación SODIS mehr als 1.2 Millionen
Menschen in der Methode der Solaren Wasserdesinfektion (SODIS) ausgebildet, und
inzwischen hat sie ihre Arbeit auch auf weitere Themen wie Hygiene und
Sanitärlösungen ausgedehnt. Der Preis wird heute, am 22. März 2012, anlässlich
des Weltwassertages während einer Zeremonie im Hauptgebäude der FAO in Rom überreicht. [...]
22. März 2012
Genfersee: Antibiotikaresistenzen auf dem Vormarsch
Mit dem Siedlungsabwasser, speziell mit dem
Abwasser aus Spitälern, gelangen grosse Mengen an Bakterien in die Umwelt, die
gegen Antibiotika resistent sind. Kläranlagen reduzieren zwar die Gesamtzahl
der Keime. Gerade die gefährlichsten unter ihnen, solche mit
Mehrfach-Resistenzen, scheinen aber die Abwasserbehandlung unbeschadet zu
überstehen oder von ihr sogar gefördert zu werden. Das haben
Wissenschafterinnen und Wissenschafter der
Eawag im Genfersee vor Lausanne nachgewiesen. [...]
16. Februar 2012
Seendüngung bringt Fischarten zum Verschwinden
Die Überdüngung der Schweizer Seen hat die Zahl der
einzigartigen einheimischen Felchenarten innert kurzer Zeit um fast 40%
reduziert. Nur in tiefen und von der übermässigen Nährstoffzufuhr weniger
betroffenen Alpenrandseen, wie dem Thuner-, dem Brienzer- oder dem
Vierwaldstättersee konnten sich die historisch belegten Arten halten. Doch auch
sie sind genetisch gesehen näher zusammengerückt. Das weist eine heute in Nature publizierte Studie der Eawag und
der Universität Bern nach. [...]
25. Januar 2012
Keine Seen-Düngung für grössere Fische
Eawag-Experten lehnen ein «Phosphatmanagement»
für den Brienzersee ab, wie es die Fischer zur Zeit mit politischen Vorstössen
im Kanton Bern und auf Bundesebene fordern. Das aktive oder passive Düngen
eines Sees – des von Natur aus sehr nährstoffarmen Brienzersees ganz besonders
– degradiert diesen zu einer Fischzucht und gefährdet das Gleichgewicht der
Interessen. Die Fischerei ist nur eine
Nutzung unter vielen. Eine Reduktion oder eine Aufgabe der weitergehenden
Phosphorelimination in den Kläranlagen würde das bewährte Vorsorgeprinzip in
Frage stellen und einen der grossen Erfolge des Schweizer Gewässerschutzes aufs
Spiel setzen. [...]
18. Januar 2012
Anerkennungspreis für Eawag und Kläranlage Opfikon
Wie sich aus Abwasser ein Dünger produzieren lässt und damit Rohstoffe
und Energie geschont werden, zeigen Eawag-Forschende zusammen mit der
Kläranlage Kloten/Opfikon. Das innovative Projekt erhielt gestern Abend einen
Anerkennungspreis. Es war eines von drei für den Umweltpreis Schweiz
nominierten Projekte. Gewonnen hat die Firma Neurobat mit der Entwicklung eines
intelligenten Energiereglers für die Haustechnik. [...]
16. Dezember 2011
Strassensalzung: Neues Faktenblatt
71000 Kilometer umfasst das Schweizer Strassennetz.
Jetzt steht die Zeit bevor, wo die Salzfahrzeuge des Strassenunterhalts wieder
ausrücken. Bis zu 350‘000 Tonnen Streusalz werden jeden Winter in der Schweiz
ausgebracht. Ist das problematisch für die Gewässer? Ein neues Faktenblatt der
Eawag gibt Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Strassensalzung. [...]
5. Dezember 2011
Eawag News 71: Geoinformationssysteme in der Umweltbeobachtung
Geografische
Informationssysteme (GIS) sind aus der Umweltforschung und -beobachtung nicht
mehr wegzudenken. Sie sind ein wirkungsvolles Werkzeug, um abstrakte
Sachverhalte verständlich darzustellen, und helfen im interdisziplinären
Austausch sowie bei der Kommunikation mit der Öffentlichkeit. Weitere Themen:
das Potenzial der Wasserkraftnutzung im Hinblick auf einen Atomausstieg, Kröten
brauchen mehr Raum und Altholz, Klimageschichte anhand von Eisbohrkernen. [...]
1. Dezember 2011
Den Kleinsten gefällts wieder im Zürichsee
Während andernorts das Artensterben beschleunigt abläuft,
begünstigen die erfolgreiche Bekämpfung der Überdüngung und steigende
Temperaturen im Zürichsee seit den 1970er Jahren offenbar eine wachsende
Biodiversität beim Plankton. Ob sich das langfristig auch positiv auf die
Fischvielfalt auswirken wird, ist offen. Genau unter Beobachtung stehen die
neuen Arten bei der Wasserversorgung, denn unter ihnen sind auch Organismen, die
giftige Stoffe produzieren können. [...]
24. November 2011
IWA Development Solutions Award 2011 geht an
Sandec
Am 2. IWA
Development Congress in Kuala Lumpur, Malaysia am 21. November 2011
wurde die Abteilung Sandec der Eawag www.sandec.ch
mit dem IWA Development Solutions Award ausgezeichnet. Die IWA Development
Solutions Award wird an Unternehmen vergeben, deren herausragende Innovationen
und Beiträge in Wissenschaft und Praxis nachweislich zu Aufnahme, Wirkung und
Einfluss auf nationaler, regionaler oder internationaler Ebene in Ländern mit
niedrigen und mittleren Einkommen geführt haben. [...]
1. September 2011
Damit die Schweizer Seen keine schwarzen Löcher bleiben
Ein
internationales Forscherteam, unter Leitung des Wasserforschungsinstituts Eawag
und des Naturhistorischen Museums Bern geht den Alpen- und Alpenrand-Seen im
wahrsten Sinne auf den Grund. Systematisch wie nie zuvor werden im «Projet
Lac» die Fischbestände wissenschaftlich erfasst. Bereits die ersten
Untersuchungen – im Murtensee – haben Resultate zu Tage gefördert, die aus den
bisher verwendeten Statistiken der Fischer nicht abgelesen werden konnten. [...]
19. Juli 2011
Die Toilette soll auch Wasserwerk sein
Die Toilette neu erfinden - kein geringeres Ziel hat sich ein interdisziplinäres Team unter Leitung der Eawag gesetzt. Produkt des Projektes soll eine Toilette sein, die Urin und Fäkalien für die weitere Behandlung separat sammelt und gleichzeitig Brauchwasser lokal recycelt. Das ehrgeizige Vorhaben wird nun von der Bill und Melinda Gates Foundation mit rund 400'000 US$ unterstützt. [...]
21. Juni 2011
Gesundes Wasser- Balanceakt zwischen Mensch und Umwelt
Welchen Aufwand will oder muss die Gesellschaft betreiben für sauberes Wasser
und intakte Gewässer? Seit 75 Jahren leistet die Wasserforschung der Eawag in
den Bereichen Trinkwasser, Abwasser und Gewässerökologie wichtige Beiträge, um
Antworten auf diese Frage zu finden und wissenschaftlich abzustützen – sowohl im
Wasserschloss Schweiz als auch international. Am Mittwoch, 22. Juni 2011 feiert
die Eawag ihr 75-jähriges Bestehen mit einem Infotag unter dem Titel «Gesundes
Wasser – ein Balanceakt zwischen Mensch und Umwelt». [...]
31. Mai 2011
U-Boote unterstützen Forschung im Genfersee
Heute
sind zwei russische MIR U-Boote in Le Bouveret am Genfersee angekommen. Ein
internationales Team von Wissenschafterinnen und Wissenschaftern, angeführt von
der ETH Lausanne, wird dieses in den nächsten Monaten nutzen, um damit dem «Lac
Léman» im wahrsten Sinne des Wortes auf den Grund zu gehen. Vier der Projekte
stehen unter Federführung der Eawag. Ihr Fokus liegt auf dem Delta der Rhone.
Hier haben sich über die Jahrtausende gigantische Kubaturen von Sedimenten
abgelagert und unterseeische Canyons gebildet. [...]
29. April 2011
Neue Daten zur zunehmenden Sauerstoff-Verknappung in europäischen Gewässern
Die Klimaerwärmung trägt dazu bei, dass sich
der Sauerstoffmangel in europäischen Gewässern verstärkt. Um einen Überblick
über die Prozesse in den europäischen Binnengewässern und Meeren zu erhalten, sammeln
Wissenschafter und Wissenschafterinnen aus 20 europäischen
Forschungsinstitutionen und elf Ländern seit zwei Jahren Daten im Rahmen des
EU-Projektes «HYPOX». Vom 3. bis 6. Mai treffen sie sich nun in der Schweiz am Standort der
Eawag Kastanienbaum, um sich über die Erkenntnisse der verschiedenen
Messstandorte auszutauschen. [...]
8. April 2011
Jubiläumsbroschüre 75 Jahre Eawag
Die Broschüre «Streiflichter auf die Eawag» gibt in sechs Kapiteln
Einblick in die Wasserforschung von gestern, heute und morgen. Denn, wie
Direktorin Janet Hering im Editorial schreibt, es war immer eine Stärke der
Eawag, vom Gestern zu lernen, im Heute aktiv zu sein und für das Morgen zu
planen. Die Broschüre in Deutsch, Französisch und Englisch kann direkt durchgeblättert (Flash-Version) oder als pdf-File (6.5 MB) heruntergeladen
werden. Gedruckte Exemplare können unter info@eawag.ch gratis bestellt werden. [...]
31. März 2011
Auszeichnung für klimafreundliches Eawag-Projekt
Die Zurich Versicherung hat das Projekt «Stickstoffrecycling mittels
Luftstrippung auf der Kläranlage Kloten/Opfikon» der Eawag ausgezeichnet. Das
Projekt, welches von der ARA Kloten/Opfikon und dem Team von Marc Böhler
umgesetzt und vom Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft des Kantons Zürich
(AWEL) finanziert wurde, erhielt einen Sonderpreis im Rahmen der Verleihung des
Zurich Klimapreises. [...]
25. Februar 2011
Was Wespen über Sex aussagen
Ob sich eine bestimmte Blattlauswespe sexuell
oder asexuell vermehrt, darüber entscheidet ein einziges Gen. Diese neue Erkenntnis
eines Forschungsteams für Evolutionäre Ökologie von Eawag, Universität und ETH
Zürich, kann nicht nur helfen, eine zentrale Frage der Evolutionsbiologie zu
beantworten, sondern ist auch für die biologische Schädlingsbekämpfung
interessant. [...]
15. Februar 2011
Neuer Studiengang im Bereich Management von Wasserressourcen
In Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Bern und weiteren Hochschulen sowie Non-Profit-Organisationen bietet die Eawag ab August 2011 den CAS Studiengang «Integrated Water Resource Management in the context of Developing and Transition Countries» an. [...]
17. Januar 2011
Millionen von Vietnamesen trinken arsenverseuchtes Trinkwasser
Gesundheitsgefährdende Konzentrationen von Arsen
und anderen toxischen Elementen könnten laut einer Studie das Trinkwasser von
sieben Millionen Bewohnern des Delta des Roten Flusses in Vietnam
kontaminieren. Forschern ist seit über zehn Jahren bekannt, dass das
Grundwasser in Teilen Südostasiens natürlich vorkommendes Arsen enthält, und zwar
in Konzentrationen, die über dem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO)
festgelegten unbedenklichen Maximalwert liegen. [...]
4. Januar 2011
Korallen belegen Veränderung der Meeresströmung durch Klimaerwärmung
Dank ihrer
Jahrringe erlauben Tiefseekorallen Rückschlüsse auf die frühere Zusammensetzung
ihrer Nahrung und somit auf die damaligen Wassertemperaturen. Ein Team von
Forschenden von Eawag, Uni Basel und der Universität Neufundland (Kanada) hat sich
dieses «Klima-Archiv» zu Nutze gemacht und einschneidende Veränderungen der
Meeresströmung im Nordatlantik sei den 1970er Jahren nachgewiesen. Der Einfluss
des kalten Labradorstroms nimmt gegenüber dem warmen Golfstrom kontinuierlich
ab. Diese Änderung ist einzigartig für die letzten 2000 Jahre. Das belegt der
Vergleich mit fossilen Tiefseekorallen, beschreiben die Wissenschafter in der
aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift «PNAS». [...]
8. Dezember 2010
Impulse für den Gewässerschutz
An einer Fachtagung
in Bern haben Wasserbauer und Ökologen neue Perspektiven für die
Revitalisierung von Bächen und Flüssen vorgestellt. Hintergrund der
Veranstaltung ist ein grossangelegtes Forschungsprojekt und das revidierte
Gewässerschutzgesetz, das am 1. Januar 2011 in Kraft tritt. [...]
22. November 2010
Zwei Auszeichnungen für Eawag-Wissenschafterinnen
Gleich
zwei junge Wissenschafterinnen der Eawag wurden am vergangenen Wochenende mit
Preisen für Nachwuchsforschende ausgezeichnet. Linda Roberts erhielt den
Otto-Jaag-Gewässerschutz-Preis für Ihre Dissertation über Arsenbelastung in
Reisfeldern von Bangladesh und Natacha Pasche wurde der
Hydrobiologie-Limnologie-Preis 2010 für ihre
Dissertation zum Thema Nährstoffkreislauf und Methanproduktion im Kivusee in Afrika ausgezeichnet. [...]
14. Oktober 2010
Urin als Rohstoff der Zukunft?
Die separate
Sammlung von Urin erlaubt innovative Lösungen für Verbesserungen der Siedlungshygiene
und das Recycling der Nährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium. Insbesondere
an Orten, wo eine Schwemmkanalisation nach westeuropäischem Muster keine
nachhaltige Lösung bietet, ist die Urinseparierung eine grosse Chance. Jetzt
unterstützt die Stiftung von Bill und Melinda Gates mit drei Millionen Franken ein
gemeinsames Projekt des Schweizer Wasserforschungsinstituts Eawag und der
Wasserversorgung eThekwini in Südafrika, das diesen Ansatz praxisnah
weiterentwickelt. [...]
11. Oktober 2010
Stauseen als heimliche Klimasünder?
Nicht nur die grossen Stauseen in den Tropen, sondern
auch Schweizer Fluss-Stauhaltungen produzieren beachtliche Mengen
klimawirksames Methangas, vor allem im Sommer bei warmen Temperaturen. Das
haben Forschende der Eawag am Wohlensee bei Bern nachgewiesen. Die Wasserkraft
verliert damit ein klein wenig vom Nimbus der klimaneutralen Stromproduktion. [...]
30. September 2010
Weltkarte zeigt Flüsse in der Krise
Erstmals zeigt eine Studie im globalen Massstab, wie
stark Flüsse unter Druck sind. Bedroht ist nicht nur die wohl wichtigste
Ressource der Menschheit, das Süsswasser, sondern auch die Biodiversität der Flusssysteme.
Die heute in «Nature» publizierte Arbeit macht deutlich, wie die gute Wasserver-
und Abwasserentsorgung in Mitteleuropa oder Nordamerika die Bevölkerung über
die Realität der Gewässerbiodiversität hinwegtäuschen. [...]
1. September 2010
Neue Leiterin am Oekotoxzentrum
Am 1. September hat Frau Dr. Inge Werner ihre Stelle als Leiterin des
Oekotoxzentrums Eawag-EPFL angetreten. Inge Werner kommt von der University of
California in Davis, USA, wo sie in den letzten 5 Jahren das Aquatic Toxicology
Laboratory (ATL) leitete und sich als Adjunct Professor in der Lehre engagierte.
Das ATL ist ein staatlich zertifiziertes Labor, das die Gewässerqualität und die
Gesundheit der aquatischen Ökosysteme in ganz Kalifornien untersucht. [...]
26. August 2010
Internationaler Preis für Eawag und Wasserversorgung Zürich
Ein interdisziplinäres Team des Schweizer
Wasserforschungsinstituts Eawag und der Wasserversorgung Zürich hat den
Muelheim Water Award gewonnen. Die international besetzte Jury hat unter 23 Bewerbungen
das Projekt aus der Schweiz ausgewählt, weil mit ihm eine neue praxistaugliche
Methode zur Bewertung von Trinkwasser erarbeitet wurde. [...]
28. Juli 2010
Geld und Energie sparen in der Abwasserreinigung
Die Kläranlagen haben in der Schweiz einen sehr guten Standard. Nach wie vor ist aber die Entfernung der Nährstoffe aus dem Abwasser ein energie- und kostenintensives Unterfangen. Nun hat das Schweizer Wasserforschungsinstitut Eawag ein biologisches Verfahren weiterentwickelt, welches die Stickstoffelimination aus dem Klärschlammwasser deutlich vereinfacht und in diesem Teilbereich des Reinigungsprozesses die Kosten halbiert. [...]
22. Juni 2010
Artenschwund ist Kapitalverlust
Der Verlust an
Biodiversität ist ein Kapitalverlust für die kommenden Generationen. Gewässerökosysteme
sind davon besonders betroffen. Unterschätzt wurde – so orientiert die Eawag an
ihrem heutigen Infotag – dass die reduzierte Lebensraumvielfalt in Seen,
Flüssen und Feuchtgebieten auch die Artneubildung unterbindet. Das beschleunigt
die Negativspirale. [...]
15. Juni 2010
Eawag-Forscherin gewinnt Niederländischen Zoologie Preis
Die Eawag-Forscherin Martine Maan hat in der vergangenen Woche den Dutch Zoology Prize der Königlich-Niederländischen Gesellschaft für Zoologie (KNDV) erhalten. Der Preis zeichnet die besten Arbeiten im Bereich der integrativen Zoologie aus. Martine Maan wird damit für ihre hochstehende Forschung über Artbildung und sexuelle Selektion in Dendrobatidae und Cichliden geehrt. Ihre wissenschaftliche Publikation trägt den Titel «On the selective forces that drive the origin, maintenance and evolutionary consequences of animal colour diversity». [...]
7. Juni 2010
Sieben erfolreiche Doktorandinnen und Doktoranden
Im Mai 2010 konnten sieben Doktorandinnen und Doktoranden, welche an der Eawag
den grössten Teil ihrer Doktorarbeiten gemacht haben, ihre Promotionsurkunde an
der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) entgegen nehmen. Die
Ausbildung der jungen Wissenschafter- innen basiert auf der engen Zusammenarbeit
zwischen der Eawag und der ETH in Forschung und Lehre. [...]
25. Mai 2010
Einsichten in die Eawag-Forschung: Jahresbericht 2009
Als Kombination aus Geschäfts- und Forschungsbericht informiert der neueste Eawag Jahresbericht über die vielfältigen Arbeiten, die 2009 am Wasserforschungs-Institut des ETH-Bereichs in Angriff genommen oder abgeschlossen wurden. [...]
20. Mai 2010
Zwei Eawag-Forscherinnen erhalten Professuren an der EPF Lausanne
Der ETH Rat hat an seiner Sitzung vom 19. Mai 2010 zwei Forscherinnen der Eawag
als ordentliche Professorin resp. Titularprofessorin an der EPF Lausanne
ernannt. Dr. Janet Hering, Direktorin der Eawag und ordentliche Professorin der
ETH Zürich, wurde zur ordentlichen Professorin für Umweltchemie an der Fakultät
für Architektur, Bau- und Umweltingenieurwissenschaften (ENAC) der EPF Lausanne
ernannt. Und Dr. Kristin Schirmer, Leiterin der Abteilung der Umwelttoxikologie
an der Eawag, wurde an der gleichen Fakultät Titularprofessorin. [...]
17. Mai 2010
Eawag-Forscher Eberhard Morgenroth hat Einführungsvorlesung an der ETH Zürich gehalten
Eawag-Forscher Eberhard Morgenroth, der designierte Nachfolger von Willi Gujer
für die ETH-Professur Siedlungswasserwirtschaft, hat seine öffentliche
Einführungsvorlesung im Auditorium Maximum der ETH gehalten. Das Video der Vorlesung findet sich hier. Im Interview erklärt
er, warum er sich für diese Stelle entschieden hat, was er an der Eawag schätzt
und warum er den ehemaligen Direktor der Eawag Professor Werner Stumm gerne
kennen gelernt hätte. [...]
03. April 2010
Self Container durch Brand zerstört
Am Karfreitag, 2. April,
nachmittags kurz nach 14.15 Uhr, ist der autonome Wohn- und Arbeitscontainer «Self» niedergebrannt. Das von Wasser- und Energieanschlüssen unabhängige Haus
ist ein Gemeinschaftsprojekt von Empa, Eawag, Zürcher Hochschule der Künste
ZHdK und der Fachhochschule Nordwestschweiz. Der Container stand aktuell auf
einer Wiese im Zürcher Kreis 5 vor dem Museum für Gestaltung. Die
Rettungskräfte konnten den Brand zwar löschen, doch nicht mehr verhindern, dass
der Container vollständig zerstört wurde. [...]
26. Januar 2010
Regen messen mit Mobilfunkantennen
Weil Regen das Mobilfunknetz
stört, können Eawag-Forscher aufgrund von Daten des Telekomunternehmens Orange Regenfälle
messen. Die neue Methode ist räumlich deutlich exakter als die traditionelle
Regenmessung mit einzelnen Regensammlern. Kombiniert mit intelligenten
Steuerungen im Kanalisationssystem soll sie künftig den Gewässerschutz in
Siedlungsgebieten verbessern. [...]
11. Januar 2010
Dachwasser trinken und mit Abwasser duschen
Self ist eine energie- und wasserunabhängige Raumzelle zum Wohnen und
Arbeiten. Das gemeinsame Projekt von Empa, Eawag und der Zürcher Hochschule der
Künste wird morgen Dienstag, 12. Januar 2010, das erste Mal der Öffentlichkeit
vorgestellt – an der Swissbau in Basel. [...]
07. Januar 2010
Energiepreis Watt d'Or für Eawag
Ein nachhaltiger Umgang mit Wasser spart
Energie. Mit dieser Botschaft hat die Wasserversorgung der Tessiner Gemeinde
Gordola heute in der Kategorie «Gesellschaft» den renommierten Watt d’Or 2010
des Bundesamtes für Energie gewonnen. Mitbeteiligt an diesem Erfolg ist die
Eawag – sie hat mit verschiedenen Forschungs- und Beratungsprojekten die
Gemeinde in ihren Bestrebungen für eine moderne, dem Gedanken der
Nachhaltigkeit verpflichtete Wasserversorgung unterstützt. [...]
22. Dezember 2009
Monsun entzieht den Äckern giftiges Arsen
Als Folge der Bewässerung
mit arsenhaltigem Grundwasser kann sich das giftige Arsen im Boden von
Reisfeldern anreichern und wird – bei hohen Konzentrationen – schliesslich auch
in der Reispflanze eingebaut. Nun zeigen Forscher von Eawag und ETH Zürich in
einem gemeinsamen Projekt mit Wissenschaftern aus Bangladesch in der
renommierten Zeitschrift Nature - Geoscience, dass ein Teil des Arsens durch die
Überflutung während des Monsuns wieder aus dem Boden entfernt wird. [...]
11. Dezember 2009
Neues Direktionsmitglied mit Fokus auf aquatischer Evolutionsbiologie
Der ETH-Rat hat auf Antrag von
Prof. Dr. Janet Hering, der Direktorin des Wasserforschungs-Instituts Eawag und
Mitglied des ETH-Rats, Prof. Dr. Jukka Jokela per 1. Januar 2010 als Mitglied
der Direktion angestellt. [...]
19. November 2009
Fischereiberatung: Zukunft gesichert
Die Fortführung der gesamtschweizerischen Fischereiberatung
FIBER ist gesichert.
Das Bundesamt für Umwelt und das Wasserforschungsinstitut Eawag haben eine
Verlängerung des entsprechenden Zusammenarbeitsvertrages beschlossen.
Mitbeteiligt ist auch der Schweizerische Fischerei-Verband. Neuer Leiter der
FIBER ist der Biologe Jean-Martin Fierz. [...]
19. November 2009
World Toilet Day: Urin als Wertstoff behandeln
Ein aktuelles Forschungsprojekt der Eawag aus Nepal illustriert am
heutigen Welt-Toiletten-Tag (World Toilet Day), wie die Verbesserung der
Siedlungshygiene mit einem wirtschaftlichen Nutzen kombiniert werden kann. Aus
dezentral gesammeltem Urin wird ein lokal wieder verwend- barer Dünger
produziert. Das Projekt – bisher aus Eawag Eigenmitteln finanziert – hat
gezeigt, dass die Herstellung von Struvitpulver aus Urin tech- nisch machbar und
für die Beteiligten ein Erfolg ist. [...]
17. November 2009
Membrantechnologie als Schlüsseltechnologie in der Wasseraufbereitung
Die
Membrantechnologie spielt in der Trinkwasseraufbereitung eine immer wichtigere
Rolle. Experten aus dem In- und Ausland diskutierten am 16. November 2009 in
Dübendorf an einer vom Schweizerischen Verein des Gas- und Wasserfaches (SVGW)
und dem Schweizer Wasserforschungsinstitut Eawag durchgeführten Tagung über den
Stand dieser Technologie. [...]
05. Oktober 2009
Geheimnisse am Grund des Lago Maggiore
Derart
detailgetreue Geländeaufnahmen vom Grund Schweizer Seen gab es bisher nicht.
Dank eines raffinierten Sonarverfahrens zeigen neue Bilder des Schweizer
Wasserforschungsinstituts Eawag Geschiebeablagerungen, unterseeische Rinnen und
andere Strukturen auf dem Grund des Lago Maggiore in dreidimensionalen
Abbildungen, in einer Genauigkeit im Zentimeterbereich. [...]
01. Oktober 2009
Bund gibt Strategie vor gegen Mikroverunreinigungen
Das
Bundesamt für Umwelt hat heute den Medien den Synthesebericht zum Projekt
MicroPoll vorgestellt, an welchem die Eawag massgeblich beteiligt war. Die
oberste Umweltbehörde kommt darin zum Schluss, dass zum Schutz vor
Mikroverunreinigungen aus der Siedlungsentwässerung in der Umwelt eine
Nachrüstung von rund 100 Abwasserreinigungsanlagen die effizienteste Lösung
ist. Ergänzend dazu sind aber auch Massnahmen zur Verringerung von
Verschmutzungen an der Quelle nötig. [...]
29. September 2009
Arsen im Wasser - Eawag als heller Sern am Forschungshimmel
«Sternkarten» der besonderen Art erstellt ScienceWatch. Die
Wissenschafts-Monitoring-Agentur von Thomson-Reuters erfasst aus publizierten
Arbeiten und der Häufigkeit, wie sie zitiert werden Vernetzungsmuster. Daraus
geht hervor, welche Artikel den Trend setzen im jeweiligen Forschungsfeld und
wie diese untereinander zusammenhängen. Im April 2009 wurde das Thema «Arsenic
Water Pollution» erfasst. Nicht ganz überraschend sind unter den 24 „core papers“ der Periode 2003-2008 nicht weniger
als fünf an der Eawag oder mit Beteiligung von Eawag-Forschenden
entstanden. [...]
25. September 2009
Eawag an der 3. Nacht der Forschung
Am 25. September um 17Uhr startet die diesjährige Nacht der Forschung. Sie
dauert bis um Mitternacht. Eawag und Ökotoxzentrum sind mit 5 Ständen dabei.
Juliane Hollender spricht auf dem Schiff über sich als Forscherin und ihre
Arbeit. Die Zelte des Forschungsmarkts mit Ständen, Bühnen und Beizen sind um
den «Bürkliplatz» thematisch gruppiert. Der Anlass findet gleichzeitig auch in
anderen Städten Europas statt und richtet sich an ein breites Publikum jeden
Alters. In Zürich wird lebendige Forschung an über 90 Ständen gezeigt. [...]
19. August 2009
Solare Wasserdesinfektion auf dem Prüfstand
Mit ihren
negativen Aussagen über die Solare Trinkwasserdesinfektion - eine
Methode, die mit Hilfe von Sonnenlicht und PET-Flaschen verkeimtes Trinkwasser
desinfiziert - hat eine
kürzlich veröffentlichte Studie [1] des Tropeninstituts Basel eine
beträchtliche Medien-Resonanz ausgelöst. Die Forscher berichteten, dass
Durchfallerkrankungen in einer Interventionsgruppe im Vergleich zur
Kontrollgruppe nicht signifikant reduziert wurden. [...]
06. August 2009
Trinkwasser für das 21. Jahrhundert
Im Querprojekt Wave21 hat
die Eawag mit verschiedenen Partnern aus Privatwirtschaft und Wasserversorgung
an der Zukunft der Trinkwasseraufbereitung geforscht. Jetzt ist der
Schlussbericht «Wave21 - Drinking Water in the 21st Century» publiziert. Im
Zentrum des integrativen Projektes stand die Versorgung aus Oberflächenwasser, besonders
die Wechselwirkungen zwischen den Parametern des Rohwassers und den verschiedenen
Aufbereitungsschritten. [...]
04. August 2009
Abwasser als Energiequelle
Abwasser ist eine noch
wenig genutzte Wärmequelle. Doch die Wärmerückgewinnung aus Abwasser wurde in
der Forschung lange stiefmütterlich behandelt. Eines der Probleme ist die
Verschmutzung von Wärmetauschern. Sie hat dazu geführt, dass gut gemeinte
Pionieranlagen bereits nach kurzer Zeit nicht mehr oder nur noch mit einem sehr
schlechtem Wirkungsgrad funktionieren. Die Forschung, welche an der Eawag
gemeinsam mit Partnern betrieben wurde zeigt nun, dass das Problem gelöst oder
zumindest stark gemildert werden kann. [...]
31. Juli 2009
Sex hilft gegen Parasiten
Warum sich grosse Teile des Tier- und Pflanzenreichs
zur Fortpflanzung mit Sex abmühen, ist eine der spannendsten Fragen der
Biologie. Jetzt zeigt eine Arbeit unter Leitung des Wasserforschungsinstituts
Eawag, dass die sexuelle Vermehrung für eine Population langfristig einen
Vorteil bringt, um gegen Parasiten zu bestehen. [...]
23. Juni 2009
Risikostoffe im Wasser: Vermeiden - beurteilen - entfernen
Chemikalien und neuerdings
auch Nanopartikel landen irgendwann unweigerlich im Wasser, wo sie zu den
Risikofaktoren zählen. Am Informationstag des Wasserforschungsinstituts Eawag
zeigen Wissenschafterinnen und Wissenschafter heute auf, dass pauschale
Grenzwerte als Vorsorge nicht genügen und dass besonderes Gewicht auf das
Vermeiden von Schadstoffeinträgen gelegt werden muss – die Zusammenarbeit
zwischen Forschung und Praxis zeigt in diesem Bereich Erfolge. [...]
16. Juni 2009
Erfolgreiche Abwasserbehandlung mit Ozon
Wird Abwasser mit Ozon behandelt (Ozonung), kann ein breites Spektrum von
Mikroverunreinigungen entfernt werden. Ein von der Eawag im Auftrag des
Bundesamts für Umwelt (BAFU) durchgeführter Pilotversuch in der
Abwasserreinigungsanlage Regensdorf/ZH hat gezeigt, dass diese Technologie
erfolgreich in die bestehende ARA integriert werden kann. [...]
02. Juni 2009
Wasserversorgung 2025 - Schlussbericht verfügbar
Im Rahmen eines Vorprojektes für das Bundesamt für Umwelt (Bafu) haben
zahlreiche Expertinnen und Experten der Eawag eine aktuelle und sehr breite
Übersicht erarbeitet über die Schweizer Trinkwasserversorgung. Nun haben Bafu
und Eawag den Schlussbericht «Wasserversorgung 2025» publiziert. [...]
19. Mai 2009
Einsichten in die Eawag-Forschung:
Jahresbericht
Der Eawag Jahresbericht 2008 informiert als Kombination aus Geschäfts- und
Forschungsbericht aktuell und neu noch reicher bebildert als bisher über die
vielfältigen Arbeiten, die 2008 am Wasserforschungs-Institut des ETH-Bereichs in
Angriff genommen oder abgeschlossen wurden. [...]
07. Mai 2009
Druckfrisch - Eawag News Partikelanalyse
Partikel
gibt es nicht nur in der Luft, sie schweben auch im Wasser. Im Partikellabor der
Eawag macht man sich von den Winzlingen mit Hilfe modernster mikroskopischer
Techniken ein genaues Bild. Im Fokus der neuesten Eawag News stehen daher
Forschungsprojekte aus dem Partikellabor. Daneben bietet die Eawag News einen
Mix aktueller Resultate aus verschiedenen anderen Gebieten: So geht um das
Selbstreinigungspotential von Gewässern, ein neues Simulationsmodell für
Fliessgewässer, die Verbreitung der solaren Wasserdesinfektion (Sodis),
Nitrosamine in Schweizer Trinkwasserressourcen, den Abbau der hormonaktiven
Nonylphenole, und zuguterletzt um das Thema Wasserknappheit und die Strategie
des virtuellen Wassers. [...]
10. März 2009
Vietnamesische Ehren-Medaillen für Eawag-Mitarbeitende
Für ihre Verdienste im Bereich Trink- und Abwasser haben vier
Wissenschafter der Eawag heute Ehren-Medaillen von der vietnamesischen Regierung
erhalten. Ausgezeichnet wurden sie für «hervorragende
Leistungen in Lehre und Berufsbildung in Vietnam». Mit
finanzieller Unterstützung des Bundes ist es ihnen gelungen, die
Forschungskapazität von zwei Hochschulinstituten in Nordvietnam zu stärken und
die dortige Wasserversorgung sowie das Abwassermanagement zu verbessern. [...]
10. März 2009
Jurassic Park aus dem Greifensee
Vom Menschen verursachte Umweltveränderungen haben Einfluss
auf die natürliche Artenvielfalt. So hat die Überdüngung des Greifen- und
Bodensees in den 1970/80er-Jahren dazu geführt, dass eine Wasserflohart
genetisch verändert und schliesslich verdrängt wurde. Sie ist trotz der heute
deutlich besseren Wasserqualität nicht wieder zurückgekehrt. Das haben
Forschende der Eawag gemeinsam mit den deutschen Universitäten Frankfurt und
Konstanz durch Erbgutanalysen von bis zu 100 Jahre alten Eiern des Wasserflohs
nachgewiesen. [...]
09. März 2009
Schwall und Sunk - Fachtagung in Solothurn
Die bedarfsgerechte
Stromerzeugung aus Wasserkraftnutzung führt zu Abflussschwankungen in den
genutzten Fliessgewässern – dem Schwall und Sunk. Die dadurch verursachten
Probleme sind eine Herausforderung für den Gewässerschutz und die
Wasserwirtschaft. An einer Fachtagung in Solothurn haben heute Experten aus der
Wissenschaft, der Wasserkraftnutzung, dem Gewässerschutz und der Verwaltung
über die Problematik, mögliche Verbesserungsmassnahmen und Erfahrungen aus der
Praxis berichtet. [...]
23. Januar 2009
Eawag Forum Chriesbach: Ökologisch bauen zahlt sich aus
Ein
fünfstöckiges Büro- und Forschungsgebäude für 220 Personen, das kaum
mehr Energie von aussen für Wärme und Kälte benötigt als ein bis zwei
Einfamilienhäuser? Das Forum Chriesbach des Wasserforschungs-Instituts
Eawag schafft das. Gut zwei Jahre nach seiner Einweihung ziehen
Architekten, Planer und die Bauherrschaft heute an einer Tagung eine
positive Bilanz, auch in Bezug auf die Kosten. Schon heute gilt das
international beachtete Haus als Vorbild für eine neue
Gebäudegeneration, auch wenn es Optimierungspotential gibt. [...]
15. Januar 2009
Forum Chriesbach: Vision und Realität
Am
23. Januar findet im Atrium Forum Chriesbach die Veranstaltung Forum
Chriesbach: Vision und Realität statt. Zwei Jahre nach der Einweihung
wird eine Bilanz gezogen: Wie gut decken sich Planung und Ist-Zustand?
Was hat man wirklich erreicht? Wo gibt es Schwachpunkte? [...]
08. Januar 2009
Neue Ergebnisse der Klimaforschung mit Eisbohrkernen
Die Analyse eines 139 m langen Eiskerns aus dem sibirischen
Altai liefert neue Erkenntnisse zur Klimaforschung. Anhand von
Sauerstoffisotopen im Eis wurden die Temperaturen der letzten 750 Jahre im Altai
rekonstruiert. Die Forschenden fanden einen starken Zusammenhang zwischen den
regionalen Temperaturen und der Sonnenaktivität in der Zeitperiode von 1250 -
1850 und schliessen daraus, dass die Sonne eine wichtige Triebkraft für
Temperaturschwankungen im Altai war. [...]

