Hochwasserschutz und Revitalisierung - Neue Wege für unsere Flüsse
Eawag News 61, März 2006
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Editorial: Rhone-Thur-Projekt: Hin zur integralen Gewässerentwicklung
Bruno Schädler, BAFU
Revitalisieren – warum und in welchem Rahmen?
Armin Peter, Eawag
Weltweit sind Fliessgewässer stark verbaut. Intakte Flüsse und Bäche
sind jedoch für die Gesellschaft von grossem Nutzen. Deshalb will man
sie in einen naturnahen Zustand zurückführen. Das Rhone-Thur-Projekt
liefert Grundlagen und Werkzeuge für die nachhaltige Entwicklung von
Fliessgewässern. [...]
Hochwasserschutz – eine Herausforderung
Hans Peter Willi, BAFU
Seit der Unwetterkatastrophe von 1987 ist die Schweiz dem nachhaltigen
Hochwasserschutz verpflichtet. Erste Erfolge wurden verbucht. Doch der
Hochwasserschutz wird durch mögliche Klima- und Nutzungsänderungen
immer komplexer. Vorausdenken ist gefragt. [...]
Vom Expertenentscheid zum Risikodialog
Marc Zaugg Stern, Universität Zürich
Die Umsetzung nachhaltiger Hochwasserschutzprojekte ist ein äusserst
komplexer Prozess. Er erfordert eine detaillierte Analyse des
Projektkontexts und den Einbezug aller Akteure. Als Entscheidungshilfe
dient das im Rhone-Thur-Projekt erarbeitete Handbuch «Wasserbauprojekte
gemeinsam planen». [...]
Revitalisierungen mit ökologischen Indikatoren bewerten
Klement Tockner, Eawag
Fliessgewässerrevitalisierungen liegen weltweit im Trend und sind
derzeit ein boomendes Geschäft. Doch tragen Revitalisierungen überhaupt
zu einer nennenswerten ökologischen Aufwertung von Gewässern bei? Dies
wird mit Hilfe ökologischer Indikatoren beurteilt. [...]
Gewässerdynamik und Hochwasserschutz: ein Widerspruch?
Anton Schleiss, EPF Lausanne
Naturnahe Gewässer bieten dynamische, das heisst sich ständig
verändernde Lebensräume. Mit innovativen Konzepten und der Nutzung
möglicher Synergien lässt sich dieser Anspruch erfüllen, selbst wenn
der verfügbare Raum beschränkt ist und sich bauliche
Hochwasserschutzmassnahmen lokal nicht vermeiden lassen. [...]
Die Konsequenzen von Revitalisierungsmassnahmen vorhersagen
Peter Reichert, Eawag
Was bewirken vorgeschlagene Massnahmen? Eine Frage, mit der man bei
Flussrevitalisierungen konfrontiert ist. Mathematische Modelle fassen
den aktuellen Wissensstand über wichtige Wirkungen transparent
zusammen. Damit können sie substanziell zur Entscheidfindung beitragen.
[...]
Entwicklung der Landschaft in revitalisierten Auen
Christian Glenz, EPF Lausanne (jetzt Forum Umwelt AG, Visp)
Auen sind dynamische und komplexe Lebensräume. Wie sie sich nach einer
Revitalisierung langfristig entwickeln, ist jedoch schwer zu
prognostizieren. Die Folge: Akzeptanz und praktische Umsetzung von
Revitalisierungsprojekten können erschwert werden. Prozessbasierte
Sukzessionsmodelle für den Auenwald bieten erste Lösungsansätze. [...]
Revitalisieren durch Aufweiten
Sigrun Rhode, WSL (jetzt Kanton Aargau)
Flussaufweitungen sind bevorzugte Revitalisierungsmassnahmen. Ihr
«ökologischer» Erfolg hängt stark von Bauweise und gewähltem Ort ab.
Die Ergebnisse einer Wirkungskontrolle geben wertvolle Hinweise für
Planung und Bau künftiger Aufweitungen. [...]
Schwall und Sunk in Fliessgewässern
Tobias Meile, EPF Lausanne
Der Betrieb der Speicherkraftwerke führt zu schnell und häufig
wechselnden Abflussbedingungen. Dies kann sich negativ auf die
ökologische Integrität von Fliessgewässern auswirken. Zur
Schwalldämpfung sind grundsätzlich bauliche und betriebliche Massnahmen
denkbar. [...]
Schwall und Sunk: Effekte auf das Grundwasser
Markus Fette, Eawag (jetzt Meier & Partner AG, St. Gallen)
Im Rahmen der dritten Rhonekorrektion sind Aufweitungen des
Gewässerbettes vorgesehen. Diese Eingriffe können die oft geringe
Austauschdynamik zwischen Oberflächen- und Grundwasser beleben –
möglicherweise mit negativen Folgen für die Grundwassernutzung. [...]
Ende gut, alles gut? Ein Werkzeug für die Erfolgskontrolle
Christine Weber, Eawag
Der Bagger ist weg, der Regenpfeifer zurück und die lokale Bevölkerung
begeistert. Ist das Revitalisierungsprojekt also ein Erfolg? Das
«Handbuch für die Erfolgskontrolle bei Fliessgewässerrevitalisierungen»
hilft, diese Frage zu beantworten. [...]
Fazit
Marco Baumann, Amt für Umwelt, Kanton Thurgau
Ion Karagounis, Praktischer Umweltschutz Schweiz PUSCH
Ueli Bundi, Eawag
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