Geoinformationssysteme in der Umweltbeobachtung
Eawag News 71d, November 2011
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Editorial
Die Wichtigkeit der räumlichen Dimension
Peter Reichert
Im Fokus
«GIS ist ein Kommunikationsmittel»
Interview mit Rosi Siber
Ein
geografisches Informationssystem sei ein wirkungsvolles Werkzeug, um abstrakte
Sachverhalte auf einfach verständliche Weise grafisch darzustellen, ist
GIS-Spezialistin Rosi Siber von der Eawag überzeugt. Dies helfe dem
interdisziplinären Austausch und bei der Kommunikation mit der Öffentlichkeit.
Eine gute Karte zu erstellen, setzt aber kartografischen Sachverstand voraus. [...]
Online-GIS für geogene Verunreinigungen
Manouchehr Amini
Natürlich
auftretende geogene Verunreinigungen des Grundwassers durch Arsen und Fluorid
bedrohen die Gesundheit von Millionen von Menschen. Eine internetbasierte
GIS-Applikation soll die Problematik einer breiteren Öffentlichkeit bewusst
machen und Entscheidungsträgerinnen und trägern helfen, Risikogebiete besser
lokalisieren zu können. [...]
Klimawandel in der sub-saharischen Landwirtschaft
Christian Folberth
Die Veränderungen des globalen Klimas lassen grosse Auswirkungen auf die
Landwirtschaft erwarten. So wird das subsaharische Afrika besonders von
Ernteeinbussen betroffen sein. Mittels GIS-Modellen untersucht die Eawag, wie
sich der Klimawandel dort auf die landwirtschaftliche Produktion auswirkt und
wie die Bauern ihre Produktion generell und unter veränderten Klimabedingungen
erhöhen können. [...]
Wo sind Herbizide besonders kritisch?
Rosi Siber
Pflanzenschutzmittel können in der ganzen Schweiz in den Gewässern
nachgewiesen werden. Die Landwirtschaft baut herbizidintensive Kulturen
regional aber in der Regel auf Gebieten mit geringem Risiko an. Das zeigt eine
Abschätzung mithilfe einer GIS-gestützten Modellierung der Abflussprozesse im Mittelland.
Damit lassen sich auch die kritischen Gebiete identifizieren. [...]
Forum
Gewässer unter Strom
Andres Jordi
Die Schweiz hat den Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen. Neben
erneuerbaren Energiequellen wie der Fotovoltaik will der Bund auch die Wasserkraft
ausbauen. Dessen Annahmen zum Potenzial der Wassernutzung halten Fachleute
jedoch für unrealistisch. So bringe der Ausbau der Kleinwasserkraft im
Vergleich zum ökologischen Schaden wenig. Neue Pumpspeicherkraftwerke seien
dagegen nötig. [...]
Kröten brauchen mehr Raum und Altholz
Lukas Indermaur
Populationen von Erd- und Wechselkröten benötigen im ihrem
Landlebensraum die Fläche mehrerer Fussballfelder und genügend Strukturen –
besonders in Form von Altholzhaufen. Diese Anforderungen erfüllen sogar Schutzgebiete
allerdings häufig nicht. Mit dem Anlegen von Altholzhaufen liesse sich die
Qualität bestehender Amphibienlebensräume jedoch einfach und kostengünstig
stark verbessern. [...]
Spuren der Sonne im Eis
Jürg Beer
Die Sonne ist unsere wichtigste Energiequelle, treibt das Klimasystem
und den Wasserkreislauf der Erde an. Sie ist aber für die technisierte Welt
auch zunehmend eine Gefahr. Ein besseres Verständnis der Sonne, insbesondere
ihres Langzeitverhaltens, ist deshalb von grosser Bedeutung. Eisbohrkerne erlauben
Einsichten in die letzten 10 000 Jahre – und einen vorsichtigen Blick in die Zukunft. [...]
Forschen und lehren für die Praxis
Markus Boller
Während fast vierzig Jahren an der Eawag hat Willi Gujer die
Siedlungswasserwirtschaft in der Schweiz und international massgeblich
mitgeprägt. Wichtig waren dem Forscher dabei immer auch der Brückenschlag in
die Praxis und die Ausbildung junger Fachleute. Ein Rückblick und eine
Würdigung aus Anlass seiner Pensionierung. [...]

