Verteilung

Trinkwassertransport
Ein verschachteltes Verteilnetz von mehreren Kilometern Länge liefert Trinkwasser direkt an die Haushalte. Das Leitungssystem erfüllt die Aufgabe, jederzeit quantitativ genügend und qualitativ einwandfreies Wasser mit ausreichendem Druck an die Verbraucherinnen und Verbraucher zu liefern. In weiten Teilen Europas und in der Schweiz ist das sogenannte Einheitsnetz üblich: Trinkwasser für die Haushalte, Betriebswasser für Industrie und Gewerbe und Löschwasser zur Brandbekämpfung wird durch dasselbe Leitungssystem transportiert.
Folgende Probleme können beim Transport von Trinkwasser auftreten:

• Nicht genügend aufbereitetes Trinkwasser kann zu Wiederverkeimungen (Bakterienwachstum) führen.
  Dies beeinträchtigt Geruch, Geschmack und Hygiene des Trinkwassers. Im Leitungsrohr können
  Bakterien wachsen und Schäden verursachen (Biokorrosion).
• Leckagen in den Leitungen können zu Trinkwasserverlusten (Exfiltration) oder Einträgen von
  Grundwasser (Infiltration) führen.
  Um grosse Verluste zu vermeiden ist es wichtig, dass in den Trinkwasserleitungen der Druck genügend
  hoch ist. In Gegenden m
it Trinkwassermangel geht so viel Wasser verloren – manchmal mehr als 50%.

Unterhalt und Erneuerung
Trinkwasserverteilsysteme in der Schweiz weisen ein beträchtliches Alter auf. Die Werterhaltung und der Unterhalt der Installationen im Untergrund sind heute Hauptaufgaben der Wasserwerke. Um das einwandfreie Funktionieren des gesamten Leitungssystems zu gewährleisten, müssen jährlich rund 3-4% der Leitungen erneuert werden, so dass alle 30 Jahre das Leitungssytem vollständig ersetzt wird. Die durchschnittliche Lebensdauer von Trinkwasserleitungen beträgt ca. 50 Jahre (für Gusseisenrohre 63 Jahre, für Kunststoffleitungen 37 Jahre).
Die Leitungssysteme machen bei weitem den Hauptanteil der Kosten einer Wasserversorgung aus und bilden rund 16% der Anlagekosten aller kommunalen Versorgungssysteme (Abwasserreinigung, Spitäler, Strassen, Hochbauten etc.). In einer Gemeinde mit 2‘500 EinwohnerInnen kostet der Unterhalt des Leitungsnetzes je EinwohnerIn und Jahr rund 675 CHF, die alleine für die Werterhaltung des Systems eingesetzt werden müssten. (vgl. [
Lehmann, M. (1994) „Volkswirtschaftliche Bedeutung der Siedlungswasserwirtschaft“. GWA 6, S. 442-447.])

EAWAG Forschung
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©EAWAG, last update 17.10.2002, Manuela Frei, back to top