EAWAG news 49d (September 2000)
Grundwasserforschung für die Praxis (Gesamtes Heft)
Editorial (
en49d_bun.pdf, 50 KB)
Ueli Bundi (ulrich.bundi@eawag.ch)
Leitartikel
Grundwasser: Vom Trinkwasser-Reservoir zum Gewässer (
en49d_gun.pdf, 210 KB)
Urs von Gunten (vongunten@eawag.ch)
Grundwasser spielt in der Schweiz als Trinkwasserressource und Teil des Wasserkreislaufs eine wichtige Rolle. Das ursprüngliche Konzept zum Schutze des Trinkwassers aus Grundwasser hat sich zur Bewältigung der traditionellen Probleme bewährt, musste aber mit dem Konzept des Zuströmbereiches erweitert werden, um den Schutz auch gegenüber schwer abbaubaren Chemikalien zu gewährleisten. Eine Gegenüberstellung des Wasserverbrauchs im Mittelland mit der Grundwasserneubildung zeigt, dass auch in der Schweiz Trinkwasser nicht einfach im Überfluss vorhanden ist. Die nachhaltige Nutzung des Grundwassers bedarf deshalb eines modernen Ressourcenmanagements.
Forschungsberichte
Das Grundwasser - ein obskurer Lebensraum (
en49d_gon.pdf, 140 KB)
Tom Gonser (tom.gonser@eawag.ch)
Aus der Sicht der Ökologie fängt das Grundwasser im allgemeinen in jener Tiefe an, in die das Licht nicht mehr vordringt. Wegen dieses Mangels an Licht findet im Grundwasser keine Photosynthese statt, so dass weder organische Substanz noch Sauerstoff produziert werden. Energie und Sauerstoff, die dem Grundwasserökosystem zur Verfügung stehen, müssen von der Oberfläche zugeführt werden. Hydrologische Austauschprozesse zwischen der Oberfläche und dem Grundwasser sind aus diesem Grund von zentraler Bedeutung für das Funktionieren von Grundwasserökosystemen.Quellen - die vergessenen Lebensräume (
en49d_zol.pdf, 350 KB)
Jens Zollhöfer (jens.zollhoefer@lifescience.ch)
Quellen sind emotional ansprechende und faszinierende Biotope an der Schnittstelle zwischen Grundwasser und Bachoberlauf. Sie beherbergen zahlreiche hochspezialisierte Tiere. Deren Lebensraum wurde in der Schweiz sowohl von der Wissenschaft wie vom Gewässerschutz bisher kaum beachtet. Ein effektiver Schutz dieser sensiblen Ökosysteme setzt nicht nur strengere gesetzliche Grundlagen voraus, sondern auch Datenerhebungen, wo noch naturnahe Quellen vorhanden sind.Zeitreisen des Grundwassers (
en49d_kip.pdf, 240 KB)
Rolf Kipfer (rolf.kipfer@eawag.ch)
Neue Tracermethoden erschliessen die zeitliche Entwicklung im Grundwasser und zeigen, dass sich Grundwasser auf Zeitskalen zwischen Tagen und Jahrmillionen erneuert. Auch in der Schweiz, dem Wasserschloss Europas, wird «altes» Grundwasser aus tieferen Erdschichten geschöpft. Dieses Wasser stammt aus der letzten Eiszeit, erneuert sich entsprechend kaum und wird somit bergmännisch abgebaut.Die Qualität von Grundwasser - Resultat biogeochemischer Prozesse (
en49d_zob.pdf, 130 KB)
Jürg Zobrist (juerg.zobrist@eawag.ch)
Der Abbau von Schadstoffen durch Mikroorganismen im Grundwasser ist abhängig von der Verfügbarkeit von Oxidationsmitteln. Sie bestimmen, welche der zahlreichen chemischen und mikrobiologischen Umformungen stattfinden können. Mit Untersuchungen lässt sich daher auch der Stand des Stoffabbaus ermitteln. Mit Hilfe der Isotopenverhältnisse d15N und d18O lässt sich die Herkunft des Nitrats im Grundwasser eruieren.Nutzung von arsenhaltigem Grundwasser - katastrophale Folgen für Bangladesh
(en49d_hug.pdf, 150 KB)
Stephan Hug (stephan.hug@eawag.ch)
Bangladesh ist mit der wohl grössten Massenvergiftung in der Geschichte der Menschheit konfrontiert. Rund ein Drittel der 125 Millionen Einwohner sind durch arsenhaltiges Trinkwasser einer schleichenden und heimtückischen Vergiftung ausgesetzt. Arsenbedingte Folgeerscheinungen wie Hautverfärbungen, Geschwüre und schliesslich Haut-, Lungen- und Darmkrebs haben bereits Zehntausende von Menschen befallen. Experten in Bangladesh und von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vermuten, dass bereits gegen 20 Millionen Menschen mehr oder weniger stark mit Arsen vergiftet sind. Gelingt es nicht, in kurzer Zeit die Wasserversorgung mit arsenfreiem Wasser zu gewährleisten, könnte die Vergiftung mit Arsen bald die häufigste Todesursache in Bangladesh werden. Wissenschaftler der EAWAG arbeiten an einer einfachen solaren Arsenentfernungsmethode (SORAS).Chemische Spione im Untergrund (
en49d_had.pdf, 200 KB)
Stefan Haderlein (stefan.haderlein@eawag.ch)
Nur selten führen chemische (abiotische) Reaktionen unter natürlichen Bedingungen zu einem vollständigen Abbau organischer Verunreinigungen. Dennoch können chemische Umwandlungsprozesse die Verteilung, die Verfügbarkeit und die Mobilität von Schadstoffen im Grundwasser massgeblich beeinflussen. Die EAWAG hat innovative Methoden entwickelt zur Erforschung des Zusammenspiels von chemischen und biologischen Prozessen bei der Umwandlung organischer Problemstoffe im Grundwasser. Diese eröffnen neue Perspektiven für die Beurteilung belasteter Standorte.Schadstoffe im Grundwasser - Grenzen des biologischen Abbaus (
en49d_vdm.pdf, 1150 KB)
Jan Roelof van der Meer (jan-roelof.van-der-meer@eawag.ch)
Jährlich werden gesamtschweizerisch etwa 1500 Tonnen Pestizide, Herbizide und Fungizide in die Umwelt ausgetragen. Spuren davon wurden in verschiedenen Schweizer Grundwasserproben nachgewiesen. Mikroorganismen vermögen viele Schadstoffe abzubauen und dadurch aus der Umwelt zu entfernen. Damit keine Schadstoffreste in der Umwelt übrig bleiben, müssen die zum Teil in grossen Mengen ausgebrachten Verbindungen leicht abbaubar sein. Untersuchungen zum mikrobiellen Schadstoffabbau zeigen, dass eine Kombination von mikrobiologischen als auch physikalisch-chemischen Faktoren bestimmt, ob ausgetragene Schadstoffe wirklich verschwinden oder nicht.Ausscheidung von Zuströmbereichen um Trinkwasserfassungen (
en49d_hoe.pdf, 240 KB)
Eduard Hoehn (eduard.hoehn@eawag.ch)
Für den planerischen Schutz von Trinkwasserfassungen aus Grundwasser sieht die revidierte Gewässerschutzverordnung neu den unterirdischen (ZU) und den oberirdischen (ZO) Zuströmbereich vor. Für die Dimensionierung von ZU genügen in vielen Fällen einfache Abschätzungen. Bei der Infiltration von Fliessgewässern ins Grundwasser und bei Zuflüssen von Hangwässern sind diese Abschätzungen hingegen nicht ausreichend.Trinkwasser aus Karstquellen - ein Fall für die Membrantechnik (
en49d_bol.pdf, 150 KB)
Markus Boller (markus.boller@eawag.ch)
Die Membrantechnik eröffnet neue und kostengünstige Möglichkeiten zur Aufbereitung von Quellwasser in Karstgebieten. Experimentelle Untersuchungen verschiedener Membranverfahren zur Behandlung stark trübstoffhaltiger Karstquellwässer zeigen, dass mit allen Verfahren einwandfreies Trinkwasser produziert werden kann. Verblockungsvorgänge können den Einsatzbereich und die Lebensdauer der Membranen allerdings einschränken. Unter den geprüften Verfahren hat sich die Ultrafiltration, unter Umständen in Kombination mit Pulveraktivkohle, als geeignete Aufbereitungstechnik erwiesen.
Forum / In Kürze
Vom Elfenbeinturm ins Glashaus - Dialog mit Laien soll Wissenschaft transparenter machen
Publikationen und Bücher
In Kürze
Wünsche und Anregungen sind an die EAWAG news Redaktion Martina Bauchrowitz zu richten.