EAWAG news 55d (Oktober 2002)
Alpine Gewässer - Fragile Vielfalt in Bedrängnis (Gesamtes Heft)
Editorial: Die Alpen im Fluss
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Bernhard Wehrli
Leitartikel
Alpiner Wasserreichtum im Visier
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Ulrich Bundi
Das Wasser spielt im Alpenraum eine prägende Rolle. Es steht hier für urtümliche Natur, sensible Ökosysteme und eine vielfältig nutzbare Ressource. Diese Natur- und Nutzungswerte werden durch einseitige und intensive Nutzungen gefährdet oder zerstört. Die alpinen Regionen sind daher gefordert, ihre Wasserressourcen nachhaltig zu bewirtschaften. Unumgänglich ist aber auch eine Koordination der Interessen über die Landesgrenzen hinaus. Denn entlang der grossen europäischen Flüsse sind Millionen Menschen und die Wirtschaft auf die alpinen Wasserressourcen angewiesen. Im Hinblick auf die prognostizierte Klimaerwärmung wird eine internationale Zusammenarbeit immer wichtiger.
ForschungsberichteSchützt die Alpenkonvention das Wasserschloss Alpen?
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Mario F. Broggi, Eidgenössische Forschungsanstalt für Wasser, Schnee und Landschaft
Die alpinen Fliessgewässer sind gefährdet. Der Raum für die Flüsse und Bäche ist oft nicht ausreichend, die Wasserqualität ungenügend und die Restwassermenge zu gering. Angesichts der grossen Bedeutung der Alpen als Wasserschloss Europas besteht dringender Handlungsbedarf. Bereits 1991 verabschiedeten die Alpenstaaten und die Europäische Union eine Konvention zum Schutz der Alpen. Mit dem Ziel, die Gefährdung der Fliessgewässer zu minimieren und die Sensibilität für das lebenswichtige Wasser zu erhöhen, soll die Alpenkonvention nun so rasch wie möglich um ein Gewässerprotokoll erweitert werden.Alpine Fliessgewässer: vielfältige und empfindliche Ökosysteme
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Mäggi Hieber, Ökozentrum Schattweid
Wer kennt sie nicht - plätschernde Bergbäche und tosende Gletscherflüsse, noch immer ein Inbegriff rauer Schönheit und unberührter Natur. Aber sind unsere alpinen Fliessgewässer wirklich so unberührt und intakt? Aufgrund der oft harschen Bedingungen und ihrer schweren Zugänglichkeit war bislang wenig bekannt über alpine Fliessgewässer und die dort lebenden Organismen. Ein umfassendes Forschungsprojekt an der EAWAG konnte zeigen, dass alpine Fliessgewässer unterschiedlichste Lebensräume umfassen und sich die Flora und Fauna auf verschiedenste Weise an die oft extremen Bedingungen angepasst hat. Kleinste Veränderungen durch anthropogene Eingriffe und Klimaerwärmung können diese sensiblen Ökosysteme unwiderruflich zerstören.Alpine Seen: Extremökosysteme unter dem Druck globaler Veränderungen
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Roland Psenner, Universität Innsbruck
Kälte und Nährstoffarmut, durchdringende UV-Strahlung oder monatelange Dunkelheit machen Hochgebirgsseen zu aussergewöhnlichen Lebensräumen. Die in ihnen lebenden Organismen müssen Künstler der Anpassung sein. Doch auch diese entlegenen Seen sind nicht mehr unberührt. Anthropogene Veränderungen überlagern die natürlichen Faktoren und beeinflussen das Ökosystem. Da Hochgebirgsseen besonders empfindlich auf diese Veränderungen reagieren, werden sie als Frühwarnsysteme eingesetzt. In welche Richtung die Veränderungen zukünftig gehen, ist aber noch weitgehend offen.Archive in der Tiefe von Hochgebirgsseen
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Michael Sturm
Wie sah es früher in den Alpen aus? Bereits vor mehr als 4000 Jahren haben Menschen die unwirtlichen Bergregionen der Schweizer Alpen besiedelt. Klimaverschlechterungen zwangen sie immer wieder, diese Gebiete zu verlassen. Doch sobald die Bedingungen besser wurden, kamen die Menschen zurück. Ablesen kann man das Auf und Ab der menschlichen Besiedlung an den Informationen, die in den Sedimenten von Bergseen gespeichert sind. Diese Archive erlauben es, anthropogene Einflüsse vor dem Hintergrund natürlicher Klimaveränderungen zu beurteilen.Alpine Wasserkraftwerke und ihre "Fernwirkung" auf talwärts liegende Gewässer
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Alfred Wüest
Alpine Wasserkraftwerke beeinflussen neben den direkt betroffenen Gewässern auch weit entfernte, talwärts liegende Flüsse und Seen. Beispielsweise nimmt der Schwebstofftransport in Flüssen unterhalb von Stauseen ab, was letztlich Auswirkungen auf die Sauerstoffbedingungen in tiefer liegenden Seen hat. Neben Schwebstoffen werden auch Nährstoffe in den Stauseen zurückgehalten. So führte man den Zusammenbruch der Binnenlachspopulation im kanadischen Columbia River darauf zurück, dass nach dem Bau mehrerer Dämme die Nährstoffkonzentration in den unterliegenden Seen abnahm. Auch wird durch die Wasserkraftnutzung der Wärmehaushalt tiefer liegender Flüsse verändert.Dritte Rhonekorrektion: Revitalisierung trotz Kraftwerksbetrieb?
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Markus Fette
Im Gegensatz zu den vergangenen Rhonekorrektionen will die anstehende 3. Korrektion dem Fluss wieder mehr Raum geben. Geplant sind Flussaufweitungen, die neben dem Hochwasserschutz die ökologische Funktionsfähigkeit der Rhone verbessern sollen. Allerdings ist die Ausgangssituation heute weitaus komplexer: In den letzten 50 Jahren sind mehrere Wasserkraftanlagen im alpinen Einzugsgebiet der Rhone gebaut worden, die für starke periodische Wasserstandsschwankungen in der Rhone verantwortlich sind. Die EAWAG untersucht derzeit, wie sich die geplanten Flussaufweitungen - und die fortwährenden Wasserstandsschwankungen - auf das Niveau des Grundwassers auswirken und ob sich unter diesen Bedingungen überhaupt eine natürliche Fauna einstellen kann.Auswirkungen der Klimaveränderung auf alpine Gewässersysteme
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Bruno Schädler, Bundesamt für Wasser und Geologie
Die Klimaveränderung greift direkt in den alpinen Wasserkreislauf ein. Die vergangenen 10 Jahre waren wahrscheinlich die wärmsten der letzten 1000 Jahre. Hält diese Temperaturerwärmung an, ergeben sich bedeutende Konsequenzen für den Wasserkreislauf in der Schweiz. So rechnet man mit weniger sommerlichen, jedoch vermehrten Niederschlägen im Winter sowie mit dem Anstieg der Schneegrenze und dem Abschmelzen der Gletscher. Welche Auswirkungen hätten diese Veränderungen für die Gewässer im Alpenraum?In Kürze
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Publikationen
Wünsche und Anregungen sind an die EAWAG news Redaktion Martina Bauchrowitz zu richten.