EAWAG news 57d (September 2003)
Siedlungsentwässerung im Wandel (Gesamtes Heft)
Editorial (Screenversion 70 KB; Printversion 90 KB) Willi Gujer Leitartikel Vom Transportsystem zum Gewässerschutzelement
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Max Maurer
Die Siedlungsentwässerung befindet sich im Wandel vom Transportsystem zu einem wichtigen Instrument des Gewässerschutzes. Dieser Funktionswandel gelingt jedoch nur bedingt, da einige der systeminhärenten Eigenschaften der heutigen Abwasserbehandlung prinzipielle Schwachpunkte darstellen. So ist z.B. die Reinigungskapazität der Siedlungsentwässerung aufgrund von Mischwasserentlastungen, undichten Kanälen und der grossen Verdünnung der Schmutzstoffe limitiert. In diesem Umfeld sucht die Wissenschaft nach Lösungen, um die bestehenden Strukturen zu optimieren, und entwickelt neue alternative Ansätze für eine nachhaltige Siedlungsentwässerung auf hohem Niveau.Forschungsberichte Mikroverunreinigungen - Abwasserentsorgung vor neuen Anforderungen?
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Hansruedi Siegrist
Durch eine verbesserte chemische Analytik werden in den Gewässern vermehrt Arzneimittel und hormonaktive Stoffe nachgewiesen. Sie werden grösstenteils über den Urin ausgeschieden und gelangen so ins Abwasser. In der Kläranlage wird ein Teil der Stoffe durch Sorption und biologischen Abbau eliminiert. Der andere Teil gelangt mit dem geklärten Abwasser in die Gewässer. Dieser Artikel zeigt mögliche Massnahmen auf, mit denen auch die verbleibenden Stoffe eliminiert werden können. Dazu gehören einerseits nachhaltige Massnahmen an der Quelle wie ein Umweltlabel für Arzneimittel, die Vorbehandlung von Spitalabwässern und die getrennte Behandlung von Urin. Da diese jedoch nur längerfristig umgesetzt werden können, ist es anderseits sinnvoll, auch technische Massnahmen wie die Erhöhung des Schlammalters im Belebungsbecken der Kläranlagen und bei kritischen Fällen die Ozonierung des gereinigten Abwassers zu erwägen.Dynamik der Veränderungskräfte in der Abwasserentsorgung
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Dieter Rothenberger
In welcher Weise wirken sich Veränderungen in den ökonomischen und sozialen Rahmenbedingungen auf zukünftige technische Entwicklungen in der Abwasserentsorgung aus? Dieser spezifischen Frage geht die EAWAG-Forschungsgruppe CIRUS - «Center for Innovation Research in the Utility Sector» - im Rahmen der deutschen Studie «Integrierte Mikrosysteme der Versorgung» nach.NoMix-Technologie: Wie gut ist die Akzeptanz?
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Judit Lienert
Ob sich eine neue Technologie in der Praxis durchsetzen kann, hängt von vielen Faktoren ab. Neben der technischen Überlegenheit gegenüber gängigen Lösungen spielen auch die Bedürfnisse der Beteiligten eine zentrale Rolle. Wir wollten wissen, ob der Markt bereit ist für die NoMix-Technologie, einem Sanitärkonzept zur Urinseparierung, welches das heutige System der Abwasserentsorgung grundlegend verändern würde. Umfragen bei Konsumenten und Bauern ergaben eine positive Einstellung, vorausgesetzt, die NoMix-Technologie ist adäquat, kostengünstig und sicher. Sanitärfirmen sind fähig und bereit, NoMix WCs weiterzuentwickeln. Sie warten jedoch auf ein starkes Engagement der Abwasserfachleute, denen damit eine entscheidende Rolle zukommt, der NoMix-Technologie den Weg in die Praxis zu ebnen.Alternative Ansätze der Siedlungshygiene in Entwicklungsländern
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Antoine Morel
Die Hälfte der Weltbevölkerung hat keinen Zugang zu hygienischen Sanitäranlagen. Die konventionellen «top-down-Ansätze» scheitern häufig. Aus diesem Grund hat die EAWAG, in Zusammenarbeit mit einer internationalen Expertengruppe, den «haushaltzentrierten Ansatz in der integrierten Siedlungswasser- und Abfallwirtschaft» entwickelt, der die Haushalte ins Zentrum des Planungsprozesses stellt.Projekt STORM - Abwassereinleitungen bei Regenwetter
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Vladimir Krejci
Bei Regen durchläuft nur ein Teil des Abwassers die Kläranlagen. Das restliche Abwasser gelangt direkt oder nach einfacher Behandlung ins Gewässer. Die Planung solcher Anlagen basiert heute auf problemunspezifischen und statischen Planungsverfahren. Um den Gewässerschutz und die Kostenwirksamkeit von Massnahmen weiter zu verbessern, sollen künftig sowohl vermehrt ökologische Faktoren als auch Unsicherheiten in die Planungs- und Entscheidungsprozesse einfliessen.Nachhaltige Regenwasserentsorgung auf dem Weg in die Praxis
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Markus Boller
Der in den 90er Jahren gefasste Entschluss, Regenwasser auf separaten Wegen aus Siedlungen abzuführen, wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten zu einer erheblichen Veränderung der gegenwärtigen Abwasserentsorgung führen. Doch es wird immer klarer, dass auch Regenwasser mit Schadstoffen belastet ist. Um geeignete Massnahmen zum Schutz der Umwelt zu finden, müssen Quellen, Konzentrationen und die Fliessdynamik der Schadstoffe bekannt sein. Vorgestellt werden Instrumente zur Abminderung der stofflichen Belastung und erste Umsetzungen.Wie dicht ist unser Kanalnetz?
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Jörg Rieckermann
Städtische Kanalnetze sind ständigen Belastungen durch Verkehr und Bodenbewegungen ausgesetzt. In Kombination mit der natürlichen Ermüdung des Materials entstehen kostspielige Schäden an der unterirdischen Infrastruktur, die die Exfiltration von Abwasser sowie die Infiltration von Grundwasser zur Folge haben. Die EAWAG entwickelt zurzeit neue Methoden, die es ermöglichen, diese unerwünschten Prozesse mit künstlichen und natürlichen Tracern zu quantifizieren. Die Informationen über das Ausmass von Ex- und Infiltration sollen eine effiziente Sanierungsplanung ermöglichen.Management von Abwasseranlagen auf dem Prüfstand
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Stefan Binggeli
2 Milliarden Tonnen Abwasser werden pro Jahr aus den Siedlungen abgeleitet, gereinigt und in den natürlichen Wasserkreislauf zurückgeführt. Damit diese enorme Abwassermenge bewältigt werden kann, ist ein reibungsloses Zusammenspiel der technischen und organisatorischen Prozesse notwendig. Schwachstellen in den organisatorischen Abläufen sind daher nicht nur wirtschaftlich relevant, sondern können auch ein bedeutendes Sicherheitsrisiko darstellen. Deshalb sollte die Bewertung und Optimierung organisatorischer Prozesse einen festen Platz in der Betriebsführung erhalten. Mit den an der EAWAG neu entwickelten Verfahren zur Selbstbewertung und Prozessoptimierung ist eine umfassende Analyse und Verbesserung aller Prozessabläufe möglich.In Kürze
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Wünsche und Anregungen sind an die EAWAG news Redaktion Martina Bauchrowitz zu richten.