EAWAG news 59d (März 2005)

Landwirtschaft und Gewässerqualität (Gesamtes Heft) 1,3 MB

 

Editorial: Gewässerschutz und Agrarpolitik in einem Boot…
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Stephan Müller, Leiter Gewässerschutz BUWAL
 
 
Leitartikel
 
Agrochemikalien - wie gefährlich sind sie für die Gewässer?
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Christian Stamm
In der Landwirtschaft werden erhebliche Mengen von Agrochemikalien verwendet, ein Teil davon gelangt durch den Regen in die Gewässer. Gewässerschutz und Landwirtschaft scheinen damit nur teilweise vereinbar. Doch der Staat unternimmt enorme Anstrengungen, um die Situation zu verbessern und leistet Zahlungen für Massnahmen, die den Eintrag der Agrochemikalien in die Gewässer verhindern sollen. Die verschiedenen Beiträge dieses Hefts beleuchten, wie hoch die Gewässerbelastungen tatsächlich sind, ob die eingeleiteten Massnahmen wirken und wie der Massnahmenkatalog sinnvoll weiterentwickelt werden kann.
 
 
Forschungsberichte
 
Agrarpolitik und Gewässerschutz
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Conrad Widmer, Bundesamt für Landwirtschaft
In Europa nimmt die Schweiz mit der Reform ihrer Agrarpolitik und insbesondere mit dem ökologischen Leistungsnachweis als Voraussetzung für Direktzahlungen eine Vorreiterrolle ein. Die flächendeckenden Massnahmen des ökologischen Leistungsnachweises wirken sich inzwischen positiv auf die Gewässer aus. Zukünftige Schwerpunkte zur weiteren Verbesserung der Gewässerqualität sind, den Fliessgewässern wieder mehr Raum zur Verfügung zu stellen und lokale Phosphorüberschüsse in Böden abzubauen.
 
Verunreinigtes Trinkwasser aus Landwirtschaftszonen?
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Hans Peter Füchslin
Trinkwasser aus Fassungen in ländlichen Regionen wird in der Regel nicht oder nur minimal aufbereitet. Gerade dieses Wasser aber kann durch Gülle oder fäkale Ausscheidungen von Weidetieren verunreinigt sein. Dabei sind vor allem die in der Umwelt resistenten Dauerformen von Kryptosporidien relevant. In 9 von 15 untersuchten Trinkwasserfassungen ländlicher Regionen konnten wir tatsächlich Kryptosporidien nachweisen. Es bleibt abzuklären, ob sie eine Gefahr für den Menschen darstellen.
 
Antibiotikaeinsatz in der Landwirtschaft - Folgen für die Umwelt
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Krispin Stoob
Sulfonamid-Antibiotika aus der Landwirtschaft gelangen nach deren Einsatz mit der Gülle auf landwirtschaftliche Nutzflächen. Trotz anfänglich schneller Abnahme der Konzentration im Boden bleiben Rückstände über Monate nachweisbar. Durch Regen können die Antibiotika aus dem Boden auch in die Gewässer eingetragen werden. Zudem gelangen mit der Gülle antibiotikaresistente Bakterien in den Boden. Inwieweit die Bildung und Verbreitung der resistenten Bakterien durch den Gebrauch der Antibiotika gefördert wird, ist jedoch noch unklar.
 
Pestizideintrag ins Gewässer - Forschung trifft Politik
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Heinz Singer
Pestizide werden in Schweizer Oberflächengewässern in erheblichen Mengen nachgewiesen - dies seit Jahrzehnten. Mit der Einführung von Direktzahlungen im Jahr 1993 für ökologische Massnahmen in der Landwirtschaft sollte sich diese Situation verbessern. Ziel war es, die Pestizidbelastung bis zum Jahr 2005 zu halbieren. Eine von der EAWAG in der Region Greifensee durchgeführte Belastungsanalyse zeigt auf, dass das angestrebte Ziel nicht vollständig erreicht werden konnte. Zwar wurden die eingesetzten Pestizidmengen verringert, jedoch verfehlten die Massnahmen, die den Pestizidabtrag von den behandelten Feldern vermindern sollten, ihre Wirkung zum grössten Teil.
 
Welches Risiko stellen Pestizide für die Gewässer dar?
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Nathalie Chèvre
Pestizidrückstände sind in Oberflächengewässern nicht erwünscht. Basierend auf dem pauschalen Qualitätskriterium von 0,1 µg/l geht die Schweizer Gewässerschutzverordnung bis heute wenig differenziert mit den unterschiedlichen Effekten der über 400 zugelassenen Wirkstoffe um. Um Abhilfe zu schaffen, schlägt die EAWAG ein effektbasiertes System zur Risikobeurteilung vor.
 
Förderung einer standortangepassten Landnutzung
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Kurt Zgraggen und Christian Flury, Institut für Agrarwirtschaft (ETH Zürich)
Veränderte Ansprüche an die Kultur- und Naturlandschaft führen zu Nutzungskonflikten zwischen landwirtschaftlicher Produktion und dem Bedürfnis nach Arbeits- und Freizeitraum sowie dem Anliegen nach Umweltschutz. Mit Hilfe eines agrarökonomischen Modells, das auch ökologisch relevante Grössen berücksichtigt, wird die Entwicklung der Agrarstrukturen und der landwirtschaftlichen Flächennutzung abgeschätzt und deren Auswirkungen auf die Umwelt abgeleitet.
 
Nationale Strategie zur Stickstoffreduktion in der Landwirtschaft
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Werner Hediger, Institut für Agrarwirtschaft (ETH Zürich)
Zur Reduktion umweltschädlicher Stickstoffverluste aus der Landwirtschaft wurden durch die Projektgruppe Stickstoffhaushalt Schweiz ökologische Ziele formuliert, die auch in der aktuellen Agrarpolitik ihren Niederschlag gefunden haben. Neuste Berechnungen zeigen, dass das Etappenziel für 2005 kaum erreicht werden kann. Verantwortlich dafür ist unter anderem das Fehlen ausreichender und zielkonformer ökonomischer Anreize. Diese könnten durch ein System aus Lenkungsabgaben auf Stickstoffdünger und einer räumlich differenzierbaren Landnutzungssteuer geschaffen werden.
 

FORUM
Im Spannungsfeld von Landwirtschaft und Gewässerschutz
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Andreas Zehnder, Landwirtschaftsamt Schaffhausen
Jürg Hertz, Amt für Umweltschutz Kanton Thurgau
Ulrich Bundi

 
In Kürze
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Wünsche und Anregungen sind an die EAWAG news Redaktion Martina Bauchrowitz zu richten.


©EAWAG, last update 08.03.2005 Martina Bauchrowitz, back to top