Infotag-Magazin 2026: Energie - Wasser - Zukunft | Die Rolle des Wassers in der Energiewende
Mit der Energiewende soll eine Abkehr von fossilen Energieträgern stattfinden. Damit verknüpft ist ein Ausbau der erneuerbaren Energien, auch der Wasserkraft. Doch diese wird in der Schweiz bereits stark genutzt. Ausserdem sind wir neben der Klimakrise als wichtigstem Auslöser für die Energiewende auch mit einer Biodiversitätskrise konfrontiert. Beiden Herausforderungen gleichzeitig zu begegnen, führt zu Konflikten, die sich an den Gewässern besonders ausgeprägt zeigen.
Auch Netto-Null-Strategien, der Abbau von für die Wende kritischen Rohstoffen oder die Nutzung der Geothermie können sich auf das Wasser auswirken. Die Eawag-Forschung, welche wir am Eawag-Infotag vom 8. September 2026 vorgestellt haben und in den folgenden Beiträgen thematisieren, trägt dazu bei, diese Zielkonflikte transparent zu machen und faktenbasiert an Lösungen arbeiten zu können. Für die Politik liefert sie Grundlagen für ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltige Entscheidungen.
Im Fokus
![]() | «Wir versuchen, relevantes Wissen zu schaffen» |
![]() | Den Schweizer Flussfischen auf der Spur Wann, wohin und warum wandern verschiedene Fischarten – und wie gut gelingt ihnen dies trotz der Barrieren durch Wasserkraftwerke? Dies untersuchen Eawag-Forschende, indem sie Fische besendern und deren Signale über Jahre verfolgen werden. Erste Analysen liefern überraschende Ergebnisse. |
![]() | Kluge Standortwahl für Kraftwerke kann Lebensräume erhalten |
![]() | Schwall-Sunk: Wenn Flüsse nicht mehr zur Ruhe kommen |
![]() | Fehlende Dynamik, beeinträchtigte Lebensräume |
![]() | Restwasser: Fundierte Fakten statt hitziger Debatten Mit einer neuen Datenbank lässt sich berechnen, wie sich die Restwasserbestimmungen auf die zukünftige Stromproduktion auswirken: Die Produktionsminderungen sind kleiner als angenommen. Die Datengrundlage und die entwickelte Methodik sollen die Kantone bei der Neukonzessionierung von Kraftwerken unterstützen. |
![]() | Treibhausgas-Lager: Prüfen, ob der Deckel dichthält Die Klimaziele lassen sich nur erreichen, wenn Kohlendioxid dauerhaft im Untergrund eingelagert wird. Forschende der Eawag untersuchen im Felslabor Mont Terri, ob sich das in der Schweiz vorhandene Tongestein als natürliche Barriere für die Versiegelung solcher Treibhausgas-Lager eignet. |
![]() | Das geothermische Potenzial im Alpenraum besser nutzen Der alpine Raum bietet ein grosses Potenzial für die Nutzung von Geothermie. Noch wird dieses Potenzial aber kaum genutzt, weil die Erschliessung riskant und kostenintensiv ist. 3D-Modellierungsansätze sind ein Werkzeug, um geothermische Bohrungen optimal zu planen, Potenziale gezielt zu erschliessen und gleichzeitig den Schutz des Grundwassers zu gewährleisten. |
![]() | Energiewende auf Kosten der Umweltgerechtigkeit Kritische Mineralien wie Kupfer, Lithium und seltene Erden sind für die Energiewende unabdingbar. Ihr Abbau ist jedoch oft wasserintensiv sowie schädlich und gefährlich für Mensch und Umwelt. Um diese lokalen Gefahren weltweit zu erkennen und die Folgen besser einschätzen zu können, sind Forschende der Eawag daran, ein neues Verfahren zu entwickeln. |
![]() | Energiesparen in Warmwassersystemen begünstigt Legionellen 50 Jahre ist es her, seit die Gefahr, die von Legionellen ausgeht, entdeckt wurde. Viel hat sich seitdem in der Forschung getan, doch viele Fragen sind noch offen – oder ergeben sich neu. Denn der Klimawandel und die damit einhergehenden Bemühungen, Energie zu sparen, begünstigen ideale Bedingungen für das Bakterium und bergen damit neue Gefahrenherde. |
![]() | «Ich bin zuversichtlich, weil es keinen Plan B gibt» João P. Leitão untersucht unter anderem, wie ein intelligentes Wassermanagement Hitzewellen in Städten erträglicher machen kann. Er arbeitet dabei mit Computermodellen und neu verfügbaren Datenquellen und bringt gern auch originelle, neue Ideen ein. Trotz Klimakrise und Energieproblemen blickt er optimistisch in die Zukunft. |
![]() | Wie die Energienachfrage flexibler wird Wann sind Mieter bereit, ihren Energiekonsum einzuschränken? Und mit welchen Investitionen möchten Hauseigentümerinnen Energie sparen? Dies untersuchen Forschende von Eawag und WSL anhand von Umfragen. Damit wollen sie den Rückhalt in der Bevölkerung für die Ausgestaltung des zukünftigen Energiesystems eruieren. |
![]() | Komplexer Pfad zur Netto-Null-Kläranlage Eine Reinigungsleistung auf dem neuesten Stand der Technik erbringen, dabei gleichzeitig den Energieverbrauch minimieren, die Energieproduktion maximieren und den Ausstoss von Treibhausgasen so weit als möglich reduzieren: Die Abwasserreinigungsanlagen stehen vor grossen Herausforderungen, denn teilweise stehen diese Ziele in Konkurrenz zueinander, und alles muss auch bezahlbar bleiben. |
Titelbild: Peter Penicka, Eawag mit Philipp Ringli Art












