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Quelle: Eawag

Neue Flohkrebsarten entdeckt

30. August 2019,

Flohkrebse (Amphipoden) gehören zu den wichtigsten wirbellosen Organismen im Wasser. Sie haben zentrale ökologische Funktionen, beispielsweise als Nahrung für Fische oder beim Abbau von Laub. Trotzdem ist erstaunlich wenig bekannt über die milli- bis zentimetergrossen Tiere. Und trotz sehr unterschiedlicher Ansprüche werden die Arten im Gewässermonitoring bisher kaum differenziert.

Bis vor einigen Jahren sprach man in der Schweiz unter Fachleuten von rund 20 Arten. Nun hat ein grosses Projekt von Eawag, Uni Zürich und dem Schweizerischen Zentrum für die Kartografie der Fauna (CSCF) über 40 eindeutig unterschiedliche Arten erforscht. Teilweise kann man im wahrsten Sinne des Wortes von „zu Tage gefördert“ reden, denn zahlreiche Arten leben verborgen im Grundwasser oder in Höhlensystemen. Sechs Arten haben die Forschenden weltweit erstmals gefunden im Rahmen ihres Monitorings. Trinkwasserversorger, Höhlenforscherinnen und viele weitere Partner haben dabei geholfen.

Bilder, Zeichnungen und Verbreitungskarten (hier von Gammarus fossarum) sind zentrale Teile im Buch.

Bilder, Zeichnungen und Verbreitungskarten (hier von Gammarus fossarum) sind zentrale Teile im Buch.

Am Montag, 2. September, stellen die Autoren der Studie die in der Reihe „Fauna Helvetica“ erscheinende Monographie der Amphipoden in der Schweiz vor. Das Buch umfasst eine aktuelle Checkliste, Bestimmungsschlüssel in Deutsch, Französisch und Englisch, Artmonographien mit ökologischen und faunistischen Erläuterungen, sowie Verbreitungskarten aller Arten. Damit soll es als Grundlage für Forschungstätigkeiten und für die Verwendung von Flohkrebsen in Biodiversitätsanalysen, in der Gewässerökologie, im Gewässerschutz und in der Ökotoxikologie dienen. Bereits ist auch eine App für Mobiltelefone in Vorbereitung mit einem Bestimmungsschlüssel. Erfahren Sie am Anlass mehr über die spannende Suche nach den kleinen Krebschen und sichern Sie sich Ihr Exemplar des Buches.

Öffentliche Buchvernissage am Montag, 2. September 2019, 17.30 im Eawag Forum Chriesbach, Dübendorf.  

Erstellt von Andri Bryner