News

Vergängliche Installation von Zahrah Alghamdi im Val Roseg (Foto: Eawag)

Von der Forschung inspirierte Kunst – neue AiL-Videos

3. September 2018,

2017 haben zwei Kunstschaffende aus Saudi-Arabien im Rahmen des Projekts Artists in Labs (ail) längere Zeit an der Eawag verbracht und sich von der Forschung zu künstlerischen Interpretationen inspirieren lassen, Zahrah Alghamdi und Muhannad Shono. Nun hat ail zu beiden Projekten ein Video erstellt. 

Zahrah Alghamdi (Foto: Peter Penicka, Eawag)
Zahrah Alghamdi (Foto: Peter Penicka, Eawag)

Zahrah Alghamdi arbeitet als Assistenzprofessorin an der Fakultät für Kunst und Design der Abdulaziz University in Jeddah. Ihre Arbeit ist inspiriert von traditioneller, reich dekorierter Architektur. Ihre Kunstpraxis stützt sich auf persönlichen Erinnerungen an diese Räume und deren kulturelle Bedeutung. Während ihres Aufenthalts an der Eawag begleitete Zahrah die Forschungsgruppe Stream Ecology auf drei Exkursionen ins Val Roseg im Engadin. Ihre Eindrücke verarbeitete sie mit Werken, die sie mit vor Ort gefundenem Material erschaffen hat und somit direkt in der Landschaft intervenierte. Sie arbeitete entweder von Hand oder mit wenigen, einfachen Hilfsmitteln und verwendete vorwiegend natürliche Materialien, beispielsweise den Sand eines Flussufers oder getrocknete Pflanzen. Alghamdi näherte sich so der für sie unbekannten Landschaft an, hinterliess ihre persönlichen Spuren und setzte sie gleichzeitig der Vergänglichkeit aus. Fotografisch dokumentiert, halten diese Werke einen bestimmten Moment in der Zeit fest, wie auch die im Val Roseg gesammelten wissenschaftlichen Daten.

Muhannad Shono (Foto: Peter Penicka, Eawag)
Muhannad Shono (Foto: Peter Penicka, Eawag)

Muhannad Shono wuchs als Sohn syrischer Eltern in Saudi-Arabien auf. Heute lebt und arbeitet er in Riad und Sidney. Shono studierte Architektur an der King Fahd University of Petroleum & Minerals in Dharan. Wichtige Themen in seinen Arbeiten sind Vertreibung, Migration und Identität. Bereits in jungen Jahren entwickelte er Handlungsstränge, fiktive Welten und Zeichnungen, die er in Comic-Büchern zusammenführte. An der Eawag arbeitete Muhannad mit Forscherinnen und Forschern der Trinkwassermikrobiologie-Gruppe zusammen. Ausgehend von der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Bakterien entwickelte er einen fiktionalen Organismus, den hypothetisch letzten gemeinsamen Vorfahren und Baustein sämtlicher Lebewesen. So führte das Projekt Shono metaphorisch an den Ursprung der Zivilisation. 

Zu beiden Projekten sind nun die je rund 15minütigen Videos online verfügbar, entweder über die Projektseite von Artists in Labs oder direkt auf vimeo: Video Zahrah Alghamdi, Video
Muhannad Shono
.

Erstellt von Andri Bryner, ZHdK