Département Chimie de l’environnement
Reduktion des Kontrastmitteleintrags in die Gewässer durch separate Entsorgung des Patientenurins (KonBag)
Iodierte und Gadoliniumhaltige Kontrastmittel werden in der medizinischen Bildgebung eingesetzt. Der Körper scheidet die Kontrastmittel grösstenteils innerhalb von 24 h über den Urin wieder aus. Kläranlagen halten diese Kontrastmittel nur unzureichend zurück, sodass sie mit dem gereinigten Abwasser in Flüsse und Seen gelangen. Der Rhein, der bei Basel die Schweiz verlässt, transportiert jährlich rund 13 Tonnen iodierte Kontrastmittel. Auch Gadolinium-haltige Kontrastmittel werden nachgewiesen. In etwa einem Drittel der Zürcher Gewässer können mögliche Auswirkungen auf Wasserlebewesen durch Gadolinium nicht ausgeschlossen werden, wie Studien zeigen. Um die Gewässer von Kontrastmitteln zu entlasten, bietet sich deshalb ein gezieltes Auffangen und gesondertes Entsorgen des Urins an.
In diesem Projekt untersucht die Eawag gemeinsam mit dem VSA und dem Kantonsspital Graubünden, wie stark der Eintrag von Kontrastmitteln durch separate Entsorgung des Patientenurins durch Abgabe von Urinsammelbeutel reduziert werden kann. Die Wirksamkeit der Urinsammlung überprüft die Eawag durch Messungen der Kontrastmittel im Abwasser der Kläranlage, an welche das Spital angeschlossen ist.