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Erderwärmung beschleunigt den CO2-Ausstoss der Bodenmikroben
22 giugno 2023 |
Der Anstieg der Kohlenstoffdioxid (CO2)-Konzentration in der Atmosphäre ist ein Hauptauslöser der globalen Erderwärmung – zirka ein Fünftel des CO2 in der Atmosphäre stammt aus Quellen im Boden. Dies ist zum Teil auf die Aktivität von Mikroorganismen wie Bakterien, Pilzen und weiteren Kleinstlebewesen zurückzuführen, die im Boden mithilfe von Sauerstoff organisches Material (z.B. abgestorbene Pflanzenteile) zersetzen. Während dieses Prozesses wird CO2 in die Atmosphäre freigesetzt, was in der Wissenschaft als heterotrophe Bodenatmung bekannt ist.
Ein Team von Forschenden der ETH Zürich, des Wasserforschungsinstituts Eawag, der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL und der Universität Lausanne ist in der Wissenschaftszeitschrift Nature Communications zu einem weitreichenden Schluss gekommen. Ihre Studie zeigt, dass die CO2-Emissionen, die Bodenmikroben in die Erdatmosphäre abgeben, bis zum Ende dieses Jahrhunderts nicht nur zunehmen, sondern sich auch weltweit beschleunigen werden. Anhand einer Modellrechnung kommen sie zu dem Ergebnis, dass die CO2-Emissionen von Bodenmikroben bis zum Jahr 2100 drastisch ansteigen werden. Beim ungünstigsten Klimaszenario könnten sie weltweit einen Anstieg von bis zu rund vierzig Prozent erreichen – im Vergleich zu den heutigen Werten. «Der prognostizierte Anstieg der mikrobiellen CO2-Emissionen wird also weiter zur Verschärfung der globalen Erwärmung beitragen. Das unterstreicht die dringende Notwendigkeit, genauere Hochrechnungen der heterotrophen Atmungsintensität zu erhalten», sagt Alon Nissan, Hauptautor der Studie und ETH-Fellow am ETH-Institut für Umweltingenieurwissenschaften.