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Tove Larsen erklärt die Toilettenrevolution

11 marzo 2019 | Simone Kral

Dass Urin wertvolle Nährstoffe enthält, ist kein Geheimnis. Und dass es Sinnvolleres gibt, als diese via Toilettenspülung mit Wasser verdünnt in die Kanalisation zu schicken, ebenso wenig. Doch was tun, um den Urin vom Abwasser fernzuhalten? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Eawag seit Jahren, und eine Antwort heisst, den Urin via NoMix-Toilette bereits an der Quelle in die «richtige Bahn» zu leiten. Was einfach klingt, entpuppte sich in der Praxis als knifflige Aufgabe und es benötigte mehrere Toiletten-Generationen, um die NoMix-Technologie so zu optimieren, dass sie in einem breiteren Bereich eingesetzt werden kann. 

Tove Larsen, Abteilung Siedlungswasserwirtschaft der Eawag, erklärt, wie es so weit kommen konnte:

Heute wird die neuste NoMix-Toilette auf der Sanitärfachmesse ISH in Frankfurt am Main «offiziell» vorgestellt. Was kann diese, was ihre Vorgänger nicht konnten?

Die neueste NoMix-Toilette mit der Bezeichnung «save!» basiert auf einer innovativen Idee des Designers Harald Gründl vom österreichischen Designstudio EOOS. Sie kommt vollständig ohne bis dato notwendiges Ventil aus. Allein durch die Formgebung des WCs fliesst der Urin schwerkraftgespült quasi automatisch korrekt ab, während das Spülwasser grösstenteils «überschiesst» und in die Kanalisation gelangt. Die Innovation ist eine so genannte «Urinfalle», die den Urin über die Toilettenoberfläche zu einem verdeckten Auslass leitet, der nur mit Oberflächenspannung arbeitet. Das Phänomen ist als «Teekanneneffekt» bekannt.