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Die Artenvielfalt im Wasser und zu Land steht im Fokus der neuen Forschungsinitiative «Blue-green Biodiversity». Moorlandschaft bei Scuol, Unterengadin. (Bild: Peter Longatti, WSL)

Blue-Green Biodiversity: eine neue Forschungsinitiative von Eawag und WSL

Der ETH-Rat stärkt die interdisziplinäre Biodiversitätsforschung von WSL und Eawag, um möglichst rasch Antworten auf die drängenden gesellschaftlichen Herausforderungen des Artenverlusts zu finden.

Der ETH-Rat stellt 6,5 Millionen Franken für die strategische Forschungsinitiative «Blue-Green Biodiversity» von Eawag und WSL zur Verfügung. Die Initiative soll in den Jahren von 2020 bis 2024 die international anerkannte Umweltforschung der beiden eidgenössischen Forschungsanstalten Eawag und WSL stärken und auf ein gemeinsames Ziel ausrichten – die interdisziplinäre Erforschung der «blau-grünen Biodiversität», also der Artenvielfalt im Wasser und zu Land.  Ziel ist es, möglichst rasch Lösungen für die drängenden gesellschaftlichen Herausforderungen des weltweiten Artenverlustes zu finden.

An Eawag und WSL herrscht Aufbruchstimmung. Eawag-Professor Florian Altermatt, Co-Leiter der Forschungsinitiative, ist überzeugt: «Die Initiative bietet uns die spannende Möglichkeit, die Kooperationen zwischen unseren Instituten zu stärken». An beiden Instituten arbeiten Forschende mit einzigartigen Fachkenntnissen und Sichtweisen – entweder in der aquatischen oder der terrestrischen Biodiversität. Sie nutzen zudem eine breite Palette an theoretischen Ansätzen und Instrumenten. «Die verstärkte Zusammenarbeit ermöglicht es uns, einen grundlegenden Beitrag dazu zu leisten, den Verlust der biologischen Vielfalt und der Ökosystemdienstleistungen zu mindern», sagt Florian Altermatt.

Gemeinsam rasch vorwärtsschreiten

Die Zeit drängt. Eine Kerngruppe hat bereits die Arbeit aufgenommen. «Wir wollen schnell erste Lösungsvorschläge erarbeiten, möglichst noch dieses Jahr», sagt WSL-Professorin Catherine Graham, die gemeinsam mit Florian Altermatt die Forschungsinitiative leitet. In einem ersten Schritt geht es darum, Forschungsprojekte zu identifizieren, mit denen die Forschenden sofort durchstarten können. Im Zentrum stehen deswegen zunächst bereits vorhandene Datensätze, die ausgewertet oder mit Modellen analysiert werden können. «Wir haben aber auch begonnen, eine internationale blau-grüne Forschungsgemeinschaft aufzubauen, um Lösungen für drängende Umweltprobleme zu finden und eine neue Generation von Forschenden zu inspirieren. Diese ist gut gerüstet, den aktuellen Bedrohungen der biologischen Vielfalt zu begegnen», sagt Catherine Graham.

Erstellt von Bärbel Zierl