U-Boote unterstützen Forschung im Genfersee
15. Juni 2011
Erste Tauchgänge [Medieninfo, pdf]
31. Mai 2011
Heute sind zwei russische MIR U-Boote in Le Bouveret am Genfersee angekommen. Ein internationales Team von Wissenschafterinnen und Wissenschaftern, angeführt von der ETH Lausanne, wird dieses in den nächsten Monaten nutzen, um damit dem «Lac Léman» im wahrsten Sinne des Wortes auf den Grund zu gehen. Vier der Projekte stehen unter Federführung der Eawag. Ihr Fokus liegt auf dem Delta der Rhone. Hier haben sich über die Jahrtausende gigantische Kubaturen von Sedimenten abgelagert und unterseeische Canyons gebildet.
MIR-U-Boot im Baikal-See
Dank der U-Boote wollen die Eawag-Forschenden nun das Verhalten dieser Ablagerungen, die Stabilität der Unterwassertopografie und die Austauschvorgänge zwischen Sediment und Wasser näher untersuchen. Jetzt können Proben entnommen und Beobachtungen gemacht werden, wie es bisher von der Seeoberfläche aus kaum möglich war, darunter die Entnahme von horizontalen Sedimentbohrkernen aus den Steilwänden der Unterwassercanyons. Diese Proben sollen unter anderem Aufschluss geben über die Stabilität der steilen Deltaabhänge. Das Abrutschen grosser Sedimentmassen in Seen und im Meer kann nämlich nicht nur verheerende Tsunami-artige Wellen auslösen, sondern erklärt auch Strukturen am und im Seegrund ausserhalb des Deltas und ist für die weiträumige Verfrachtung von aufgewirbeltem Material verantwortlich.
Eawag-Forscherin Doerte Carstens beim Einsteigen in ein MIR auf dem Baikalsee.
Die
weiteren Projekte mit Eawag Beteiligung untersuchen insbesondere den Einbau und
das Verhalten von organischem Material im Sediment und die seephysikalischen
Austauschvorgänge zwischen der wassergesättigten Schicht über dem Sediment und
dem freien Wasser. Vor allem im Fokus stehen dabei die Freisetzung von Methan
und die Frage, wie viel Methan die Wasseroberfläche erreicht und damit als
starkes Klimagas in die Atmosphäre entweicht.
Sicht aus dem MIR-U-Boot auf den Seegrund – hier allerdings noch nicht im Genfersee, sondern im russischen Baikalsee.
Die Eawag-Projekte
Vier der Projekte im Genfersee stehen unter Federführung der Eawag. Ihr Fokus liegt auf dem Delta der Rhone. Die Projektbeschreibungen der Eawag Projekte [pdf] geben einen Überblick über die geplanten Untersuchungen.
Das Projekt «elemo»
Das wissenschaftliche Programm elemo wird neue Erkenntnisse über den Genfersee liefern. Internationale Wissenschaftlerteams werden unter der Führung der Eidgenössischen Technische Hochschule Lausanne (EPFL) die Tiefen des grössten Alpensees erkunden, um ihn besser zu verstehen und zu schützen. Die neueste Medienmitteilung zur Ankunft der MIR-U-Boote [pdf] ist online.
Ansprechperson an der Eawag: Prof. Dr. Flavio Anselmetti; Abteilung Oberflächengewässer; Telefon +41 58 765 5040; flavio.anselmetti@eawag.ch

