Chriesbach Dübendorf: Aufwertung für Natur und Erholung
Im letzten Jahrhundert stark verbaut, findet der Chriesbach in Dübendorf bald zu einer natürlichen Form zurück. Von der Revitalisierung profitiert die Vielfalt an Tieren und Pflanzen. Aber auch Erholungssuchende werden sich am wiederbelebten Bachlauf wohl fühlen. Die am Chriesbach liegende Eawag nutzt das Aufwertungsprojekt, um ihren «Hausbach» verstärkt in Ausbildung und Forschung zu integrieren.
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Noch fliesst der Chriesbach schnurgerade durch das Eawag-Areal. |
Einst schlängelte sich der Chriesbach in Dübendorf vor der Einmündung in die Glatt natürlich durch die Landschaft. Häufig überflutete er die nahen Felder. Im Zuge des Autobahnbaus Ende der 1970er-Jahre wurde der Chriesbach darum abgesenkt und hart verbaut. Seither ist er ein eintöniger Kanal. Dank des Aufwertungsprojekts soll er zu einer natürlichen Form zurückfinden und zu neuem Leben erwachen – und dies ohne Abstriche beim Hochwasserschutz.
Sitzgelegenheiten und Zugänge zum Wasser
Der Chriesbach verbindet die Lebensräume von Tieren und Pflanzen entlang seines Laufs mit denen der Glatt, in die er mündet. Er erfüllt damit eine wichtige ökologische Vernetzungsfunktion. Die Aufwertung des Chriesbachs beseitigt Wanderhindernisse für Fische und ermöglicht die Entstehung von neuen, vielfältigen Lebensräumen für Wasserlebewesen. Der Bach wird aber auch für Erholungssuchende attraktiver – dank Sitzgelegenheiten und Zugängen zum Wasser. In Zusammenarbeit mit der Eawag, dem Wasserforschungs-Institut des ETH-Bereichs, entstehen bei deren Hauptsitz am Chriesbach ein Freiluftlabor, zwei Teiche und verschiedene Messeinrichtungen für Ausbildung, Forschung und Öffentlichkeit.
Rodungen unerlässlich – Neubepflanzung nach Abschluss der Bauarbeiten
Aufgewertet wird der Chriesbach auf einer Länge von rund 900 Metern. Die Bauarbeiten erfolgen in zwei Etappen. Die erste Etappe umfasste den Abschnitt von der Brücke Neugutstrasse bis zur Mündung in die Glatt und wurde in diesem Winter umgesetzt. Die zweite, obere Etappe umfasst den Abschnitt von der Kriesbachbrücke bis zur neuen Brücke der Glattalbahn. Sie startet im März mit den für die Bauarbeiten unerlässlichen Rodungsarbeiten am bestehenden Ufergehölz. Grössere Bäume bleiben davon nach Möglichkeit verschont. Im April beginnen dann die eigentlichen Bauarbeiten, die bis Ende des Jahres abgeschlossen sein dürften. Anschliessend wird der Uferbereich mit standortgerechten Sträuchern und Bäumen neu bepflanzt.
Das Aufwertungsprojekt des kantonalen Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) kostet rund 3,6 Millionen Franken. Der Bund, der naturemade star-Fonds von ewz sowie die Eawag und die Stadt Dübendorf unterstützen das Projekt mit namhaften Beiträgen.
Kontakt für Medien
11. März 2013, 13.00 bis 15.00 Uhr: Dr. Christian Marti, Projektleiter, AWEL Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft der Baudirektion, Telefon 043 259 43 42
Projektleitung an der Eawag:
Dr. Thomas
Lichtensteiger, Leiter Stab,
Telefon +41 58 765 5507 / +41 44 821
1409; thomas.lichtensteiger@eawag.ch
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Hinweis
für die Redaktionen Wasserbaufachleute des AWEL und Forschende der Eawag führen interessierte Medien vor der Fertigstellung durch das Chriesbach-Projekt. Eine Einladung folgt rechtzeitig. Wenn Sie sicher sein wollen, dass Sie auf dem Verteiler sind, melden Sie sich unter: medien@eawag.ch |
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In den letzten Wochen bereits aufgewertet: Die Mündung des Chriesbachs in die Glatt vorher und heute. |
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Webcam
Natürliche Flussläufe – für Mensch und Natur
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Natürliche Bach- und Flusslandschaften gehören zu den artenreichsten Lebensräumen der Schweiz. Die Natur braucht abwechslungsreiche Gewässer mit unterschiedlichen Wassertiefen und Strömungsverhältnissen und einer reichen Ufervegetation, wie sie sich ursprünglich überall durch die Landschaft wanden. Nur hier können viele bei uns heimische Pflanzen und Tiere überleben oder sich wieder ansiedeln.
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An naturnahen Flüssen und Bächen hält sich der Mensch gerne auf, um durchzuatmen und sich von der Hektik des Alltags zu erholen. Ursprüngliche Wasserlandschaften laden zum Spazieren, Verweilen, Geniessen, Entdecken und Beobachten der Natur ein. Unweit der Siedlungsgebiete gelegen, sind sie ideale Naherholungsgebiete für Gross und Klein.
Sauberes Grundwasser, sauberes Trinkwasser
Je abwechslungsreicher ein naturnahes Fliessgewässer ist, desto besser kann es organische Schadstoffe abbauen und sich so selbst reinigen. Aus natürlichen Bach- und Flussbetten versickert mehr Wasser in den Untergrund. Dort wird es gefiltert, als Grundwasser gespeichert und dient uns als kostbares Trinkwasser.
Grosser Gegenwert
Technische
Lösungen für den Hochwasserschutz sind meist kostspielig und benötigen regelmässigen
Unterhalt. Viele dieser Kosten lassen sich einsparen, wenn der Bach oder Fluss
wieder mehr Raum erhält und sein Bett auf natürliche Weise gestaltet ist. Langfristig
kostet der Unterhalt revitalisierter Gewässer sogar weniger. Und der dort
gedeihende Reichtum an heimischen Pflanzen und Tieren stellt einen unschätzbaren
Wert für uns und kommende Generationen dar.
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Achtung Wegumleitung
Während der Bauarbeiten am Chriesbach werden die Fuss- und Radwege entlang des Chriesbachs zeit- und abschnittweise gesperrt. Die Umleitungen werden laufend signalisiert und finden sich auch auf folgendem Plan [pdf]. Wir danken für Ihr Verständnis. |



