Mission Statement
Hintergrund
Die Bereitstellung von qualitativ hoch stehenden Versorgungsleistungen mit Energie, Wasser und Telekommunikation ist eine der zentralen Voraussetzungen für die Generierung wirtschaftlichen und sozialen Wohlstands in industrialisierten Gesellschaften. Die konkrete Ausgestaltung der Versorgungsleistungen und ihrer Bereitstellung beeinflusst in hohem Masse die Umwelt, denn Versorgungssysteme erzeugen zum einen selbst Umweltbelastungen. Zum anderen prägen Versorgungssysteme durch ihre ermöglichende und strukturierende Funktion für alle Aktivitäten in Unternehmen und Haushalten einen wichtigen Teil der ökologischen Belastung aller gesellschaftlichen Bereiche.
Über Jahrzehnte hinweg haben sich die Versorgungssysteme gemäss einer dominanten Trajektorie entwickelt, die sowohl durch bestimmte Erzeugungstechnologien geprägt war wie auch stark durch das Leitbild der Daseinsvorsorge. Die zentrale Aufgabe der Systeme war somit, für die gesamte Bevölkerung zu gleichen Bedingungen kostengünstig sauberes Wasser und verlässliche Energie bereit zu stellen.
In den letzten Jahren wurde dieses sozio-technische Paradigma jedoch zunehmend in Frage gestellt und die Versorgungssysteme unterlagen einer Reihe von Veränderungsdynamiken.
- Seit Mitte der achtziger Jahre wurden neue Regulierungskonzepte entwickelt und in verschiedenen industrialisierten Ländern angewendet. Deregulierung, Liberalisierung und Privatisierung haben den institutionellen Rahmen der Versorgungssysteme grundlegend verändert.
- Darüber hinaus gab es eine grosse Zahl technologischer Entwicklungen, die neue technologische Pfade eröffnen, welche sich möglicherweise fundamental von den bislang gültigen Paradigmen unterscheiden.
- Schliesslich gibt es auch bei den Nutzern der Versorgungsleistungen neue Entwicklungen, welche zusätzlichen Druck auf die Versorgungssysteme auslösen können.
Daraus ergibt sich ein Potenzial für fundamentale
Systemtransformationen, welches substanzielle Risiken, aber auch grosse
Gestaltungsspielräume für eine qualitativ hoch stehende und zugleich
umweltgerechte Versorgung eröffnet. Gerade hinsichtlich einer nachhaltigen
Gestaltung moderner Versorgungssysteme stehen somit in den nächsten Jahren
entscheidende Weichenstellungen an.
Aufgabe und Ziel
Ziel der Forschung von Cirus ist es, die derzeit stattfindenden Transformationsprozesse zu verstehen, potenzielle zukünftige Entwicklungspfade zu identifizieren, ihre ökologischen, ökonomischen und sozialen Konsequenzen zu bewerten und neue Handlungsstrategien zu entwickeln. Hierzu greifen wir auf Theorien und Methoden der Sozialwissenschaften zurück, insbesondere auf Ansätze der Wissenschafts- und Technikforschung, institutioneller und der evolutorischen Ökonomie, der ökologischen Ökonomik, der Wirtschaftsgeographie und der Politikwissenschaften.
Wir analysieren Transformationsprozesse auf der
- Makroebene (Transitionen auf der Sektorebene und nationale Politikansätze, um solche Prozesse zu unterstützen), der
- Mesoebene (regionale Governancestrukturen für Transformationsprozesse) und auf der
- Mikroebene (z.B. neue Formen des Innovationsmanagements und der strategischen Planung auf der Ebene von Versorgungsunternehmen).
Zwar liegt der Fokus unserer Arbeit im akademischen Bereich, wir
arbeiten aber auch mit Akteuren aus Politik, Industrie und Gesellschaft zusammen
mit dem Ziel, Management und Koordinationsprozesse zu unterstützen. Cirus ist in
diversen transdisziplinären Projekten mit Akteuren aus Wissenschaft, Politik und
Wirtschaft aktiv.
Expertise
Der Schwerpunkt der Expertise von Cirus liegt insbesondere in den folgenden Bereichen:
- Innovationssystemanalyse
- Regimetransformationen und Nischendynamiken
- Strategieanalyse und Innovationsmanagement
- Foresight, Technikfolgenabschschätzung und Szenarioplanung
- Entscheidungsunterstützung und Entscheidungsprozeduren
- Strategisches Nischenmanagement
- Transition Management
Der empirische Fokus unserer Arbeit liegt in der
Siedlungswasserwirtschaft und im Energiesektor.
Methodologisch stützen wir
uns insbesondere auf qualitative sozialwissenschaftliche Methoden, z.B.
Experteninterviews und Fokusgruppen, und auf partizipative Planungsprozeduren
(Foresight).

