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Leistungsfähigkeit und Wandel des Wassersektors

Leistungsfähigkeit und Wandel des Wassersektors

Leistungsfähigkeit und Wandel der Steuerung und Organisation im Wassersektor: Schweiz, Deutschland und Großbritannien im Vergleich

In der Politikwissenschaft hat in den letzten Jahren das Thema des Wandels von Staatlichkeit viel Aufmerksamkeit erhalten. Die Verlagerung von traditioneller, staatszentrierter Politik zu neuen enthierarchisierten Formen der Koordination zwischen politischen, ökonomischen und zivilgesellschaftlichen Akteuren hat interessante Forschungsfragen aufgeworfen. Es geht dabei um die kritische Diagnose von Veränderungen, um theoretisch-konzeptionell gestützte Verständnisse und Erklärungen von kausalen Mechanismen des Wandels sowie um systematische und vergleichende empirische Forschung in unterschiedlichen Politikfeldern. Mit dem Governance-Begriff hat sich ein sozialwissenschaftliches Konzept etabliert, mit dem Veränderungsprozesse und neue Koordinationsmodi zwischen öffentlichen und privaten Akteuren in verschiedenen Anwendungsbereichen theoretisch und empirisch erforscht werden können.

Das geplante Forschungsprojekt befasst sich mit den gleichzeitig sehr grundlegenden und dennoch hochaktuellen Fragen in der Infrastrukturpolitik, wie ist öffentliche Daseinsvorsorge konstituiert, gesteuert und organisiert. Der Zugang zu diesem Bereich ergibt sich über das Thema der Veränderungen durch Deregulierung und Privatisierung, die in den letzten Jahren viele neue Governance-Formen in den Infrastruktursektoren geprägt haben (z.B. Wasser, Elektrizität, Telekommunikation, Post). Das Projekt widmet sich spezifisch dem öffentlichen Gut Wasser, bei dem die Fragen zu Eigentumsrechten sowie Steuerung, Kontrolle und Organisation der Ressourcenallokation und -nutzung häufig kontrovers diskutiert werden. Während die einen mit der Einbeziehung privater Akteure die Erwartung einer höheren Leistungsfähigkeit verknüpfen, befürchten andere eine Aushöhlung des Gemeinwohlprinzips.

Forschungsziele

Ziel ist es, zum einen die Stärken und Schwächen verschiedener Steuerungs- und Organisationsmodi und ihrer Leistungsfähigkeit im Sinne von Legitimation, Effektivität und Effizienz im Infrastruktursektor der Wasserver- und Abwasserentsorgung in den Ländern Schweiz, Deutschland und Großbritannien zu beurteilen. Zum anderen geht es darum, die kausalen Mechanismen der Veränderungen in der Steuerung und Organisation systematisch zu ergründen und theoretisch-konzeptionell zu erklären, um zu verallgemeinerungsfähigen Aussagen zu gelangen. Das Untersuchungsdesign hat vier spezifische Ziele:

  1. Das Projekt entwickelt ein Analyseraster mit untersuchungsleitenden Kategorien (Input, Throughput, Output, Outcome und Impact) und entsprechenden Prüfkriterien und Beurteilungsmassstäbe herausgearbeitet.
  2. Hypothesen zu Veränderungen in der Steuerung und Organisation und ihren kausalen Mechanismen werden entwickelt.
  3. Daten zu Veränderungen in der Steuerung und Organisation werden erfasst, auf die Hypothesen angewendet und damit überprüft, ob und in wie weit die formulierten Aussagen über den Wandel von Staatlichkeit und seine kausalen Mechanismen gültig sind und mit den tatsächlich beobachteten Ereignissen übereinstimmen.
  4. Im Lichte der theoretisch-konzeptionellen Überlegungen und des Vergleichs der empirischen Befunde werden Rückschlüsse gezogen, wie die Veränderungsprozesse sich auf die Bereitstellung von Daseinsvorsorge auswirken.

Projektteam

Bernhard Truffer, Eva Lieberherr - Cirus

Matthias Finger, EPFL

Laufzeit

3/2009 - 2/2012

Finanziert durch den Schweizerischen Nationalfonds

Kontakt

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Karin Ghilardi
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