Membranverfahren
Membranverfahren
in der Abwasserreinigung - Vergleich mit konventionellem Verfahren
anhand der Populationsdynamik und kinetischen Eigenschaften
der Nitrifikanten
Belebtschlammverfahren mit getauchten Membranen
zur Abtrennung der Biomasse vom gereinigten Abwasser (auch
Membranbioreaktoren, abgekürzt MBR, genannt), sind eine
vielversprechende Alternative zum konventionellen Verfahren
mit Nachklärbecken. Vollständiger Rückhalt
der Biomasse, die damit einhergehende hohe Ablaufqualität,
geringere Schlammproduktion und deutlich reduzierter Platzbedarf
sprechen für das neue Verfahren. Nachteilig sind heute
noch die höheren Investitionskosten und der hohe Energieverbrauch
von Membrananlagen im Vergleich zum konventionellen Belebtschlammverfahren.
MBR Anlagen weisen im Vergleich zum konventionellen Verfahren
einige Unterschiede auf. Hinsichtlich der Biomasse sind zwei
Merkmale wichtig:
- Die Membran (charakteristische Porendurchmesser 0.01-0.4 µ) hält sämtliche Bakterien (Durchmesser ca. 1 µ) zurück, d.h. die Selektion von flockenbildenden Organismen bezüglich Auswaschung, wie sie in der Nachklärung stattfindet, ist nicht zwingend. Somit könnten sich auch kleinere Strukturen oder theoretisch sogar Einzelzellen im System anreichern.
- In Membranbioreaktoren können deutlich höhere Schlammalter gefahren werden. Durch die höheren Schlammaufenthaltszeiten könnten sich theoretisch langsam wachsende Bakterien ansiedeln, die bei den üblichen Schlammaltern von 10-15 Tage ausgewaschen würden. Dies könnte im Hinblick auf den Abbau von Mikroverunreinigungen interessant sein.
Diese Arbeit versucht nun die Auswirkungen der
unterschiedlichen Umweltbedingungen auf die Nitrifikantenpopulation
und deren Kinetik im konventionellen und im Membranbelebungsverfahren
aufzuzeigen und wichtige Grundlagen im Hinblick der Dimensionierung
eines MBR zu erarbeiten.
Die Untersuchungen werden an zwei Membranpilotanlagen und
einer parallel dazu betriebenen Belebtschlammpilotanlage mit
Nachklärung durchgeführt. Alle Anlagen werden mit
dem gleichen kommunalen Abwasser betrieben. Fluorescent in-situ
hybridisation (FISH) erlaubt die Identifizierung und Quantifizierung
der Organismen. Batchexperimente liefern Daten zur Bestimmung
kinetischer Parameter.

