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Verfahrenstechnik
Poseidon

Poseidon

Beurteilung von Technologien zur Entfernung von Pharmazeutika und Stoffe des persönlichen Gebrauchs in der Abwasserreinigung und Trinkwasseraufbereitung zur Verbesserung der indirekten Wasserwiederverwendung

Kommunales Abwasser enthält eine Vielzahl an persistenten organischen Verbindungen die von der häuslichen Anwendung von Pharmazeutika und Stoffe des persönlichen Gebrauchs (PSPG, englisch: PPCP) stammen. Bei Messkampagnen auf europäischen Abwasserreinigungsanlagen und in Flüssen konnten über 30 PSPG in Konzentrationen bis zu µg/L gemessen werden. In 1% von etwa 230 deutschen Grundwasserproben, hauptsächlich in der Umgebung von verschmutzten Fliessgewässern, konnte über 1 µg/L nachgewiesen werden, 25% waren über der Nachweisgrenze. Vereinzelt wurden PSPG auch im Trinkwasser gefunden. Pharmazeutika sind vorgesehen um spezifische biologische Effekte in einem Zielorganismus während einer beschränkten Zeit zu erzeugen. Bei andauerndem Kontakt mit PSPG können Langzeiteffekte in der Umwelt verursacht werden. Auch beim Menschen sind gesundheitsschädigende Auswirkungen nicht auszuschliessen.

Mit erhöhter Eliminationsleistung auf Kläranlagen könnte die Konzentration an PSPG in der Umwelt und im Trinkwasser verringert werden, sowie auf kostenintensive Wasseraufbereitungsverfahren verzichtet werden. Eines der ersten entscheidenden Ergebnisse von POSEIDON, das erlaubt den PSPG Eintrag in Gewässer zu reduzieren, ist die Etablierung der Ozonierung des biologisch gereinigten Abwassers: O3-basierte Oxidationsprozesse weisen ein grosses Potential zur Elimination einer Vielzahl organischer Zielstoffe auf, inklusive 17a-Ethinylestradiol, 17ß-Estradiol und Estrone (Pilotversuche in Zusammenarbeit mit WEDECO).

Acht Forschungsgruppen aus 7 europäischen Ländern sind am Projekt beteiligt (Deutschland, Finnland, Frankreich, Österreich, Polen, Schweiz, Spanien) und untersuchen Aspekte zur Abwasserbehandlung, Grundwasser und Trinkwasseraufbereitung.

poseidon


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