Aktivkohledosierung
Aktivkohledosierung in den Zulauf zur Sandfiltration Kläranlage Kloten/Opfikon
(ergänzende Untersuchungen zum nationalen MicroPoll Projekt)
Derzeit wird
auf breiter Front national und international über das Potential und die Grenzen
der Spurenstoffelimination aus Abwasser geforscht. Hintergrund zu diesen
Aktivitäten ist die Tatsache, dass durch eine verbesserte Analytik in unseren
Gewässern vermehrt Spurenstoffe wie Biozide, Azneimittel und hormonaktive
Stoffe nachgewiesen werden. In einigen Studien konnten die negativen
ökotoxikologischen Wirkungen in den Fliessgewässern und Seen deutlich
aufgezeigt werden.
Untersuchungen
der Zu- und Abläufe von biologischen Kläranlagen zeigen leider auf, dass nur
eine teilweise Elimination der genannten Stoffe möglich ist, daher sind
langfristig Massnahmen an den Quellen und weitergehende Massnahmen bei
Kläranlagen notwendig.
Sandfiltration Kläranlage Kloten/Opfikon in direkter Nachbarschaft zum Flughafen Zürich
Die Behandlung
mit Pulveraktivkohle (PAK) ist neben der Ozonierung eine weitere technische
Möglichkeit Spurenstoffe zu eliminieren. Der Einsatz von PAK benötigt je nach
Einsatzort auf der Kläranlage (zum Beispiel als separate Behandlungsstufe für
den Ablauf der Nachklärung) jedoch zusätzliche bauliche Infrastrukturen, um die
PAK mit dem biologisch gereinigten Abwasser in Kontakt zu bringen und im
Weiteren effektiv zurückzuhalten. Vor diesem Hintergrund gibt es Überlegungen
die PAK kombiniert mit Flockungsmittel direkt vor vorhandene Sandfiltrationen
zu dosieren. Oftmals ist der Feststoffabtrieb aus den Nachklärungen bei guten
Belebtschlammabsetzeigenschaften gering, so dass der Sandfilter mit einer
zusätzlichen Feststofffracht -bestehend aus PAK und Fällungsprodukten
-beaufschlagt werden könnte. Durch die Verweilzeit der PAK im Filtermedium kann
ggf. eine hinreichende Sorption der Spurenstoffe erfolgen.
Da es in
diesen Zusammenhang wenige bis keine Erfahrungen gibt, insbesondere zum
Rückhaltevermögen von PAK durch den Sandfilter und zum Sorptionsverhalten im
Filter, wurden im 2008 auf der Kläranlage Kloten/Opfikon und an der Eawag
entsprechende Versuche zur PAK-Dosierung durchgeführt. Da die Ergebnisse einige
neue Fragestellungen aufgeworfen haben, sollen diese Versuche durch ein
umfangreiches Zusatzprogramm an der Eawag und ggf. auch erneut grosstechnisch
auf der Kläranlage Kloten/Opfikon ergänzt werden.
Da das
vorgestellte Projekt thematisch sehr stark mit dem Bafu-Projekt „Einsatz von
PAK zur Elimination von Mikroverunreinigungen aus dem Abwasser“ im Rahmen des nationalen
Micropoll-Projektes verlinkt ist, sind die Arbeiten im Themengebiet eng
aufeinander abgestimmt.
Zwischenbericht [pdf, 0,9 MB]
Abschlussbericht [pdf, 1,0 MB]

