Technische Grundlagen
Im Teilprojekt „Technische Grundlagen“ werden anhand von Pilot- und Laborversuchen die Grundlagen für weitergehende Verfahrenstechniken zur Elimination von Mikroverunreinigungen erarbeitet. Solche Verfahren müssen verschiedenen Anforderungen genügen:
- Breitbandwirkung: eine breite Palette problematischer Substanzen muss weitestgehend eliminiert werden können.
- Keine problematischen Nebenprodukte: die Bildung toxischer oder problematischer Produkte in der zusätzlichen Stufe muss vermieden werden.
- Anwendbarkeit: der Betrieb muss einfach sein und sollte kein spezialisiertes Personal erfordern.
- Kosten-Nutzen:
der Aufwand (Material, Energie, Personal, Kosten) muss vertretbar sein und
einen angemessenen Nutzen bringen.
Ozonungsreaktor ARA Lausanne
In
Vorstudien haben sich insbesondere zwei Verfahren, nämlich die Ozonung und die
Adsorption an Pulveraktivkohle, als vielversprechend erwiesen. Die Ozonung wird
im Rahmen des Projekts in zwei grosstechnischen Versuchen auf der ARA
Regensdorf (abgeschlossen) und der ARA Lausanne (STEP Vidy, im Gang)
untersucht. Die Adsorption an Pulveraktivkohle wird ebenfalls auf der ARA Lausanne,
aber auch in einer Pilotanlage der Eawag sowie in einem Projekt an der Eawag
und der ARA Kloten-Opfikon geprüft. Dabei sollen insbesondere folgende Fragen
beantwortet werden:
- Welche Eliminationsleistung für Mikroverunreinigungen wird mit dem eingesetzten Verfahren erreicht?
- Wie verändert sich die Abwasserqualität bezüglich ökotoxikologischer und anderer Parameter (z.B. hormonaktive Wirkung, Keime, Schaumbildung, Geruch etc.)?
- Gibt es unerwünschte Nebenwirkungen (z.B. toxische Stoffe, Abfälle, Hemmung/Störung der bestehenden Reinigung etc.)?
- Wie ist die technische und betriebliche Machbarkeit (benötigte Infrastruktur, geeignete Verfahrenstechnik, Steuerungsmöglichkeiten, Sicherheitsvorkehrungen, Personalaufwand etc.)?
- Mit
welchem Mehraufwand (Kosten, Energie) ist zu rechnen?
Mikroskopieaufnahme eines Aktivkohlekorns
Diese Untersuchungen laufen zu einem grossen Teil an der Eawag oder werden von der Eawag begleitet. Es werden aber auch Erfahrungen in internationalen Projekten und Kooperationen (z.B. Neptune, Ruhrstudie Nordrhein-Westfalen) ausgetauscht. Das Projekt "Strategie Micropoll" ist abgeschlossen und die Resultate aller Studien sind in einem Schlussbericht des BAFU zusammengefasst.
Weitere Informationen
Aktivkohledosierung im Zulauf zur Sandfiltration der ARA Kloten-Opfikon
Einsatz von Pulveraktivkohle zur Elimination von Mikroverunreinigungen aus dem Abwasser
Strategie Micropoll Schlussbericht
VSA-Plattform "Verfahrenstechnik Mikroverunreinigungen"

