Wasser Agenda 21
Hintergrund
Die Gewässer und das Wasser sind Schlüsselfaktoren für Gesellschaft, Wirtschaft und Natur. An ihnen bestehen verschiedene, sich teilweise widersprechende Interessen, die mit innovativen Ansätzen gegenseitig abzugleichen sind. Der Rahmen hierfür muss staatlich geregelt werden.
Seit Anbeginn hat sich die Wasserwirtschaft in der Schweiz sektorenweise entwickelt. Bei der Wasserkraftnutzung, dem Hochwasserschutz, der Wasserversorgung und der Abwasserreinigung wurden Erfolge erzielt.
Infolge Übernutzung und vielfältiger Belastungen sind heute aber viele ober- und unterirdische Wasserressourcen beeinträchtigt. Der Druck auf die Wasserressourcen und deren Bewirtschaftung wird wegen gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und klimatischer Veränderungen weiter zunehmen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob und in welcher Weise die schweizerische Wasserwirtschaft an künftige Herausforderungen anzupassen ist.
Das Projekt "Wasser-Agenda 21"
Bereits 2002 wurde eine Grobanalyse zur Situation der schweizerischen Wasserwirtschaft durchgeführt und an einer Veranstaltung des VSA zur Diskussion gestellt. Es zeichnete sich ab, dass wegen bestehender und absehbarer Gewässerprobleme sowie sich ändernder wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und internationaler Rahmenbedingungen ein substantieller Handlungs-bedarf besteht.
In der Folge wurde eine Projektgruppe mit Vertretern von BUWAL, BWG, EAWAG, KVU, SVGW und VSA gebildet. Im Dezember 2004 erfolgte der Startschuss zum Projekt „Wasser-Agenda 21“.
Ziel des Projektes
Das Projekt „Wasser-Agenda 21“ setzt sich zum Ziel, eine Gesamtvision sowie Sektoren übergreifende Strategien und Handlungskonzepte für eine zukünftige Wasserwirtschaft zu erarbeiten. Dabei soll für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ein gemeinsamer Grundstein für einen innovativen und zukunftsgerichteten Umgang mit den Wasserressourcen gelegt werden.
Vorgehen
Ziel und Aufgabenstellung des Projektes erfordern einen mehrstufigen Prozess:
- Etappe 1: Szenarioanalyse (abgeschlossen)
- Etappe 2: Vision „Wasser-Agenda 21“
- Etappe 3: Strategien und Lösungsansätze
- Etappe 4: Umsetzung und Kommunikation
Der Einbezug der wichtigsten Akteurgruppen wird in allen Etappen angestrebt, um die künftigen Strategien auch breit abzustützen.
Etappe 1: Szenarioanalyse
Die Szenarioanalyse ist ein strukturierter Diskussionsprozess, bei welchem Personen mit unterschiedlichem fachlichem und inhaltlichem Hintergrund gemeinsam Zukunftsbilder (Szenarien) erarbeiten. Im Rahmen der Szenarioanalyse werden mögliche künftige Entwicklungen der Wasserwirt-schaft aufgezeigt. Dies soll den Akteuren später helfen, auf die real stattfindenden Verän-derungen besser reagieren zu können und geeignete Handlungskonzepte abzuleiten.
Ziel der Szenarioanalyse „Wasser-Agenda 21“
Anhand der
erarbeiteten Szenarien sollen die für die schweizerische Wasserwirtschaft
zentralen Herausforderungen für die nächsten 20 Jahre formuliert werden. Die
Wasser-wirtschaft soll dabei die Schutz- und Nutzinteressen gleichermassen
berücksichtigen.
Vorgehen und Methodik
Die Entwicklung der Szenarien
erfolgt auf Basis der wichtigsten Einflussfaktoren. Diese werden systematisch
erfasst und auf Wechselwirkungen analysiert. Dann werden die Auswirkungen der
wichtigsten Einflussfaktoren mit den Vorstellungen und Strategien der
beteiligten Akteure in Szenarien abgebildet.
Der Einbezug der wichtigsten
Akteurgruppen erfolgt mittels verschiedener Experteninterviews und zwei
Szenarienworkshops. Es sind also die Akteuren selbst, welche bestimmen, welche
Einflussfaktoren für die zukünftige Entwicklung wichtig sind und welche nicht.
Ver-schiedene Analyse-Methoden helfen, die Einflussfaktoren zu Szenarien zu
bündeln und daraus den relevanten Handlungsbedarf abzuleiten.
Publikationen
Koch, P., Liechti, P., Truffer, B., Vollenweider, S. 2005. Wasseragenda 21. Schlussbericht Etappe1 Szenarioanalyse.
Lienert, J., Monstadt, J., Truffer, B. 2006. Future Scenarios for a
sustainable water sector - A case study from Switzerland.
In: Environmental
Science and Technology. 40, 436-442 (download).
Trägerschaft und Lenkungsausschuss „Wasser-Agenda 21“
| BAFU | St. Müller | Bundesamt für Umwelt |
| BWG | B. Schädler | Bundesamt für Wasser und Geologie |
| Eawag | U. Bundi | Wasserinstitut des ETH-Bereichs |
| KVU | R. Biedermann | Konferenz der Vorsteher der Umweltschutzämter der Schweiz |
| SVGW | U. Kamm | Schweizerischer Verein des Gas- und Wasserfaches |
| VSA | J. Meyer | Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute |
Laufzeit
ab 01/2005

