Laufende und geplante Forschungsprojekte
CrossWater – Regulierung grenzüberschreitender Mikroverunreinigung in Europa: Die Definition angemessener Managementmassstäbe
Eine grosse Herausforderung für das Umweltmanagement besteht darin, den räumlichen Rahmen von Regulierungen den spezifischen Umweltproblemen anzupassen. Von einer naturwissenschaftlichen Perspektive kann der geeignete Massstab von Managementeinheiten durch die Grenzen, über welche hinaus physische, chemische und biologische Prozesse keinen Effekt mehr auf das Umweltproblem haben, definiert werden. Tatsächliche politische Managementeinheiten stimmen allerdings nur selten mit diesen Idealzuständen überein. Dies gilt insbesondere für grenzüberschreitende Wasserverunreinigung im Allgemeinen, und Regulierung von Mikroverunreinigung im Besonderen, wo unterschiedliche Rechtsprechungen dazu tendieren, verschiedene politische Lösungen hervorzubringen und divergierende Instrumente eingesetzt werden, um das exakt gleiche Problem innerhalb des gleichen hydrologischen Einzugsgebietes anzugehen. In diesem Forschungsprojekt wenden wir einen interdisziplinären Ansatz an, in dem wir eine „Mass Flux“-Analyse mit Politikwissenschaft und Wirtschaftsgeographie kombinieren und uns folgende Frage stellen: Wie kann die potenzielle Diskrepanz zwischen dem physischen Umfang der Verschmutzung und den entsprechenden politischen Handlungsbereichen und der Regulierung von Mikroverunreinigung visualisiert und erfasst werden, um eine effektive und effiziente Regulierung von Mikroverunreinigung auszugestalten?
- Geplante Eingabe: 1. Oktober 2012
- Hauptgesuchsstellerin: Karin Ingold
- Mitgesuchssteller
und Mitarbeiter:
- Eawag: Philip Leifeld; Christian Stamm; Hans-Peter Bader
- CEPS Luxembourg: Christophe Sohn, Marc Schneider, Sabine Dörry
Wie sich die Wahl von Politikinstrumenten in komplexen Politikprozessen erklären lässt – Ein vergleichender Netzwerkansatz über die Regulierung von Mikroverunreinigung im Rheineinzugsgebiet
Dieses Forschungsprojekt behandelt die Frage, welche Faktoren die Wahl von Politikinstrumenten durch Regierungen erklären. Um diese Frage zu beantworten, wird vergleichend untersucht, welche gesetzlichen Massnahmen die Anrainerstaaten des Rheins (Schweiz, Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Holland) unternehmen, um die Konzentration von Mikroschadstoffen im Wasser zu reduzieren. Mit Hilfe einer Netzwerkanalyse soll herausgefunden werden, welche Akteure an den politischen Entscheidungsprozessen der verschiedenen Rheinanliegerstaaten beteiligt sind, welche Strukturmerkmale die Entscheidungsnetzwerke aufweisen und ob es einen kausalen Zusammenhang gibt zwischen Netzwerkstrukturen und der Wahl von Politikinstrumenten. Darüber hinaus wird untersucht, ob dem Problem der Mikroverunreinigungen am Rhein durch einen integrierten und grenzüberschreitenden Wassermanagementansatz begegnet wird.
- Start: 1. April 2012, Dauer: 3 Jahre
- Finanziert durch den Schweizerischen Nationalfonds
- Hauptgesuchsstellerin: Karin Ingold
- Doktorandin: Florence Metz, Universität Bern
- Partner: H. Bressers UTwente, M. Lubell UDavis, F. Varone UGeneva
Wasserversorgungsanlagen im Kanton Basel-Landschaft
Dezentralisierte und kleine Organisationsstrukturen dominieren den Wasserversorgungssektor im Kanton Basel-Landschaft. Generell hat jede Gemeinde seine eigene Wasserversorgungsanlage. Es gibt lediglich einige wenige grössere, gemeinsame Wasserversorgungsanlagen, welche stärker zentralisierte Strukturen mit geteilter Eigentümerschaft und dem Betrieb zwischen mehreren Gemeinden aufweisen. Die momentane Situation allerdings ist womöglich nicht optimal, um gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen in der Wasserversorgung des Kantons gerecht zu werden. So sind es insbesondere die kleinen Wasserversorgungsanlagen, die wegen ansteigenden Qualitäts- und Quantitätsanforderungen mit zunehmenden Schwierigkeiten konfrontiert werden, da es oft an finanziellen Mitteln und Know-how fehlt. In diesem Zusammenhang versucht das Projekt über potenziell aussichtsreiche zukünftige Wasserversorgungsstrukturen in verschiedenen Regionen des Kantons Basel-Landschaft Aufschluss zu geben. (Dieses Ziel ist in Übereinstimmung mit der Wasserstrategie des Kantons, welche eine Professionalisierung des Wasserversorgungssektors anstrebt.) Um dieses Ziel zu erreichen, beinhaltet das Forschungsprojekt folgende Schritte: (1) eine Analyse der Stärken und Schwächen der gegenwärtigen Wasserversorgungsstrukturen, um die bedeutsamsten gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen zu behandeln, mit welchen sich der Wasserversorgungssektor des Kantons konfrontiert sieht; (2) eine Evaluation der Vor- und Nachteile von alternativen Strukturen (z.B. vermehrt zentralisierte oder sektorübergreifende Formen mit verschiedenen Mitteln der Finanzierung und der Regulierung etc.) basierend auf einer Analyse der wenigen vorhandenen gemeinsamen Wasserversorgungsanlagen im Kanton, sowie anderen relevanten Wasserversorgungsstrukturen in der Schweiz und im Ausland; (3) die Erarbeitung von Empfehlungen für den Kanton bezüglich der Anwendbarkeit dieser alternativen Strukturen für Basel-Landschaft, potenzieller Hindernisse sowie deren mögliche Umsetzung.
- Geplanter Beginn: Anfang 2013
- Mitgesuchsstellerin: Karin Ingold
- Mitgesuchsstellerin und Mitarbeiterin: Eva Lieberherr
Strategien zur Anpassung an den Klimawandel in der Schweiz: Kompetenzen- und Ressourcenverteilung in der Prävention von Überschwemmungen und im Integrierten Wasserressourcenmanagement
Dieses Projekt widmet sich der Frage, wie lokale Strategien zur Anpassung an den Klimawandel entworfen werden und wie sie sich entwickeln können. Wir konzentrieren uns stark auf die Auswirkungen extremer Ereignisse auf das Design und die Politikformulierung von Anpassungsmassnahmen.
Die Anpassung an den Klimawandel wird heutzutage besonders wichtig im Zusammenhang mit den Prinzipien, die im Bereich der Integrierten Wasserressourcenmanagement gelten und welche die Herausforderung der Koordinierung der Nutzung von Wasser und dem Schutz der Ressource Wasser sowie dem Schutz davor thematisieren. Der Schutz vor der Ressource Wasser stellt den direkten Zusammenhang zu Überschwemmungen und Naturkatastrophen her, welche durch globalen Klimawandel beeinflusst sein könnten. Dazu kann die Kombination von Prinzipien der Wassernutzung und des Gewässerschutzes als Weg angesehen werden, um die Anpassungskapazität innerhalb des Wassersektors in Kombination mit einem sektorübergreifenden Ansatz zu verbessern. Daher stellt das Integrierte Wasserressourcenmanagement eine grosse Herausforderung für gegenwärtige und zukünftige Generationen dar, wenn es darum geht, nachhaltige Antworten auf Folgen der Klimaänderung zu finden. Darum vergleichen wir den Fall der Prävention von Überschwemmungen, welcher deutlich durch Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel geprägt ist, mit der Kombination von Umweltschutz und Verbraucherprinzipien im Wasserressourcenmanagement.
- Geplante Eingabe: Januar 2013
- Mitgesuchsstellerin: Karin Ingold
- Partner: Philip Thalmann, EPFL; Oeschger Center for Climate Research, Universität Bern

