Frühlingssemester 2013
Universität Bern
Governance
Wir beobachten heute Veränderungen in den Machtstrukturen und in den Entscheidungsprozessen. Es existiert eine Verschiebung von traditioneller und hierarchischer Regierung hin zu mehrstufigen Governance-Strukturen.
Aber wie definiert man Governance? Und wie beeinflussen politische Veränderungen Akteure, die Regulierung gesellschaftlicher Probleme und nicht zuletzt die demokratische Kultur?
Diese beiden Fragen werden in dieser Veranstaltung besprochen und durch aktuelle Beispiele aus der schweizerischen und europäischen Politik illustriert: Neue Regulierungs- und Kontrollmechanismen werden identifiziert; Mischungen von Politikinstrumenten werden ausgewertet, wobei insbesondere die Bereiche der Liberalisierung der Telekommunikation und Veränderungen der Umwelt hervorgehoben werden.
Lehrbeauftragte: Karin Ingold
Nachhaltigkeit - Management natürlicher Ressourcen
Das Seminar untersucht verschiedene natürliche Ressourcen, die zugehörigen staatlichen Massnahmen und Eigentumsrechte. Die „Tragik der Allmende“ zeigt das Dilemma, wenn mehrere Akteure unabhängig voneinander in ihrem eigenen Interesse natürliche Ressourcen verwenden. In Gruppen von 3-4 Studierenden werden die Ressourcen Wasser, Wald, Luft und Landschaft analysiert und ihre nachhaltige Nutzung beurteilt. Im ersten Teil des Seminars werden Eigentumsrechte und Regulierungen in der Schweiz untersucht; im zweiten Teil werden internationale Vereinbarungen, die sich mit den vier Ressourcen beschäftigen, studiert und verglichen.
Lehrbeauftragte: Karin Ingold
Political Networks and Decision-Making: Theory, Methods, and Applications
Welche Interessengruppen sind in der Lage, politische Entscheidungen zu beeinflussen, und warum? Wann gehen politische Parteien an die Öffentlichkeit, um politische Forderungen zu stellen und wie erfolgreich sind sie dabei? In welchem Stadium des Entscheidungsprozesses versuchen staatliche Akteure verschiedene Interessen zu integrieren, und wie? Dies sind einige der Fragen, die wir stellen müssen, wenn wir die Mechanismen und Logiken der politischen Entscheidungsfindung verstehen wollen. Das Seminar wird die Studierenden zunächst in die wichtigsten Konzepte und theoretischen Argumente einführen. In einem zweiten Teil werden wir verschiedene Datenquellen und methodologische Werkzeuge diskutieren, welche es den Forschern erlauben, diese wichtigen Fragen zu beantworten. Es werden konkrete Beispiele aus verschiedenen Politikfeldern zur Veranschaulichung präsentiert und die Studierenden werden selber einen bestimmten politischen Entscheidungsprozess studieren.
Lehrbeauftragter: Manuel Fischer
Zeppelin Universität Friedrichshafen
Introduction to the Statistical Computing Environment R
Die statistische Computerumgebung R wurde zu einem Standardwerkzeug für die Analyse von statistischen Daten und damit verbundene Aufgaben wie Simulation und Datenmanagement. Das Seminar auf Doktorats-Level führt in folgende Themen ein: R-Syntax, Objektstruktur, Datenimport, -export und -manipulation, deskriptive Statistiken, Grafiken und Datenvisualisierung, Programmiertechniken (inkl. Vektorisierung, Loops, Bedingungen und Funktionen), Regression (OLS, logistische und hierarchische Modelle), und andere multivariate Methoden der Datenanalyse (Clusteranalyse, multidimensionale Skalierung etc.). Die Teilnehmer werden ihre eigenen Datenanalysen durchführen, entweder mit einem Beispieldatensatz oder ihren eigenen Daten.
Lehrbeauftragter: Philip Leifeld
Herbstsemester 2012
Universität Bern
Politikanalyse 1 - Prozesse und Instrumente
Diese Veranstaltung ist eine Einführung in die Politikanalyse. Konkret beschäftigen wir uns mit der Frage wie aus gesellschaftliche Probleme politische Geschäfte werden und auf die politische Agenda gelangen. Einblicke in Politikprozesstheorien und –konzepte werden mit einem speziellen Fokus auf Akteurskonstellationen, regulatorische Instrumente und Entscheidfindungsprozesse präsentiert.
Die Studierenden erhalten Kenntnisse über die theoretischen und methodologischen Elemente der Politikanalyse. Diese Elemente werden durch aktuelle Beispiele aus der nationalen und internationalen Klimapolitik und aus liberalisierten Versorgungssektoren illustriert.
Lehrbeauftragte: Karin Ingold
Wasserpolitik
Geht der Schweiz bald das Wasser aus? Welche Auswirkungen haben Ereignisse wie Fukushima und bedeutende politische Entscheidungen wie der Atomausstieg auf das Schweizerische Wasserregime? Sind die sich häufenden Überschwemmungen Folgen des Klimawandels?
Dies sind aktuelle Belange, die im Zusammenhang mit Wasserressourcen und deren Management stehen – klare Antworten darauf fehlen allerdings grösstenteils.
Wie geht das politische System mit dieser Unsicherheit um? Wie wird die gegenwärtige und zukünftige Wasserpolitik gestaltet und ausgeführt?
Diese Aspekte werden im Seminar „Wasserpolitik“ diskutiert. Im Zentrum des Seminars stehen die Präsentationen und Diskussionen der Studierenden.
Das Seminar ist wie folgt organisiert:
- Einführung in die Wasser- und Gewässerpolitik und damit verbundene Themen
- Eigenschaften der Umweltpolitikanalyse
- Methodologische Ansätze und empirische Forschung
- Fallstudien zum integrierten Wassermanagement, zu grenzübergreifenden Wasservereinbarungen und zum Klimawandel in Bergregionen
Lehrbeauftragte: Karin Ingold
Governance von Gemeinschaftsgütern
Bei Gemeinschaftsgütern handelt es sich um Güter, die öffentlich zugänglich und konsumierbar sind und deren Bereitstellung nicht hinreichend durch Märkte geregelt werden kann. Beispiele sind eine gesunde Umwelt, die Gewährleistung der nationalen Sicherheit oder die Stabilität der Finanzmärkte. Bei einigen Gemeinschaftsgütern besteht Rivalität zwischen den Nutzern, da die Ressource endlich ist. Andere öffentliche Güter können erst bereitgestellt werden, wenn genügend potenzielle Nutzer einen Beitrag zu dem Kollektivgut leisten, so dass Anreize für Trittbettfahrer bestehen. Die Governance dieser Güter kann durch vielfältige institutionelle Regelungen mit unterschiedlichen Wirkungen erfolgen, z.B. staatliche Verbote, Selbstregulierung, marktförmige Tauschbeziehungen, Privatisierung, verbandliche Kooperationsformen und Verhandlungssysteme. Das Seminar führt aus verschiedenen Perspektiven in die Thematik der Gemeinschaftsgüter ein und behandelt die theoretischen Grundlagen kollektiver Handlungsfähigkeit, den Vergleich unterschiedlicher institutioneller Arrangements, die spieltheoretische Modellierung individueller Entscheidungssituationen, experimentelle Ansätze aus der Verhaltensökonomie und die policy-analytische Erklärung institutioneller Regelungen in verschiedenen Politikfeldern.
Lehrbeauftragter: Philip Leifeld
Angewandte Politikanalyse am Beispiel der Wasserpolitik
Welche Auswirkungen wird der zunehmende Einsatz von Arzneimitteln und Medikamenten auf unsere Gewässer haben? Wie wirkt sich die Vielzahl von Wasch- und Reinigungsmittel und Kosmetika aus unserem täglichen Gebrauch auf das Trinkwasser aus? Wie soll man mit Pestiziden und Industriechemikalien in Flüssen und Seen umgehen? Wie reagiert das politische System auf die steigenden Konzentrationen von Chemikalien in den Gewässern? Diese Fragen werden in diesem Proseminar angegangen. Die Veranstaltung befasst sich insbesondere mit der Frage, wie Wasserverunreinigung reguliert wird. Darüber hinaus analysieren wir die verschiedenen Politikinstrumente und behandeln die Thematik von Chemikalien, welche die Wasserqualität beeinträchtigen. Der Fokus liegt auf der Frage, welche Akteure bei der Entscheidungsfindung involviert sind, was deren Interessen sind und wie sie in den politischen Prozess eingebunden sind. Schliesslich lernen die Studierenden, wie man politische Entscheidungen der betroffenen Akteure untersucht und wie man eine soziale Netzwerkanalyse aufbaut. Zu diesem Zweck erhalten die Studierenden eine Einführung in die Software UCINET und lernen, wie man Fragebögen für die Netzwerkforschung ausarbeitet.
Lehrbeauftragte: Florence Metz
ETH Zürich
Umwelt-Governance
Der Kurs befasst sich politischen Problemen im Umweltbereich und diskutiert neue Ansätze in der Umweltpolitikgestaltung, zusammengefasst als „Umwelt-Governance“. Es werden Konzepte eingeführt, um Umweltpolitik zu analysieren, die wichtigsten Merkmale der Umwelt-Governance erläutert und Ansätze geboten, um diese kritisch zu beurteilen. Dafür werden empirische Beispiele von der lokalen bis zur globalen politischen Ebene verwendet.
Mitlehrbeauftragte: Eva Lieberherr

