Entscheidungsanalyse (DA)
Ziel dieser Gruppe ist ein besseres Verständnis von schwierigen Entscheidungen sowie die Unterstützung von realen Entscheidungsprozessen. Die Gruppe nutzt Wissen aus den Ingenieur- und Naturwissenschaften um zur Lösung von gesellschaftlich relevanten Problemen beizutragen. Der thematische Schwerpunkt liegt in der Siedlungswasserwirtschaft und der Erhaltung von natürlichen Wasserressourcen.
«Schwierige Entscheidungen» sind komplex weil die Entscheider in der Regel mehrere – zum Teil sich widersprechende – Ziele erreichen möchten. Ein Ziel könnte zum Beispiel ‚tiefe Kosten’ sein und ein anderes Ziel die ‚Einführung der besten technischen Massnahme’, welche zugleich aber auch die teuerste sein könnte. Bei realen Entscheidungssituationen sind zudem oft mehrere Akteure mit unterschiedlichen Interessen beteiligt. Die Komplexität wird zusätzlich durch Unsicherheit erhöht, zum Beispiel weil die längerfristigen Konsequenzen einer Entscheidung unklar sind.
Die Entscheidungsanalyse unterstützt das systematische Denken und die bessere Strukturierung des Entscheidungsproblems. Sie führt auch zu einem vertieften Verständnis der Präferenzen, Meinungen und Werte der Entscheider. Dadurch verbessert sich der Entscheidungsprozess und es wird einfacher, einen optimalen Entscheid zu fällen, der von den Beteiligten gut akzeptiert wird. Um dies zu erreichen beschäftigt sich die Gruppe mit folgenden Forschungsthemen:
- Präskriptive Entscheidungsanalyse (Multi-criteria decision analysis, MCDA)
- Umweltpsychologie mit Schwerpunkt Gruppenentscheide
- Akteursanalyse und Partizipation
- Inter- und transdisziplinäre Forschung
Die Gruppe arbeitet eng mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern anderer Disziplinen an der Eawag zusammen (Ingenieure, Chemikerinnen, Ökotoxikologinnen, Ökologen und Psychologen) sowie mit verschiedenen Akteuren in den angewandten Projekten.
Ansprechpartner: Judit Lienert, Lisa Scholten, Jun Zheng, Anja Zorn
Projekte
- Ökonomische Bewertung und Wahrnehmung von persönlichen und Umwelt-Risiken im Abwasserbereich: Beispiel aus einer repräsentativen „Conjoint-Analyse“-Umfrage in der Schweiz (Fabienne Chawla, Marcella Veronesi, Max Maurer, Judit Lienert); gehe zu Projektbeschreibung
- Umgang mit Spitalabwasser – die Perspektive der
Beteiligten (Judit Lienert, Christa McArdell, Beate I. Escher, Nele Schuwirth);
gehe zu Projektbeschreibung
- Ein entscheidungstheoretischer Ansatz zur Bewertung von Flussrevitalisierungsmassnahmen (Judit Lienert, Simone Langhans, Peter Reichert); go to project description (only english)
- On-site Rückgewinnung von Stickstoff aus Urin durch
industrielle Kreisläufe – Massenflüsse und Partizipation wichtiger Akteure (Tove
A. Larsen, Judit Lienert)
Projektfinanzierung durch ‚Award für transdisziplinäre Forschung 2008 der Akademien der Wissenschaften Schweiz’ für das Projekt Novaquatis (www.novaquatis.ch); Award von td-net und Stiftung Mercator Schweiz; go to project description (only english) - Langfristige Planung nachhaltiger Wasserinfrastrukturen (SWIP) (Christoph Egger, Lisa Scholten, Judit Lienert, Max Maurer, Eberhard Morgenroth, Peter Reichert): gehe zu Projektbeschreibung

